Spa: Romain Grosjean freut sich über "höllisch gute Runde"

, 26.08.2017

Der Haas-Pilot stellt seinen Renner im Qualifying zum Großen Preis von Belgien auf Rang zwölf, einen Rang vor Kevin Magnussen - Punkte als klares Ziel für Sonntag

Da konnte der notorische Nörgler der Formel 1 endlich mal grinsen: Haas-Pilot Romain Grosjean machte nach Rang zwölf im Qualifying zum Großen Preis von Belgien in Spa gute Miene. Mehr noch als über die Platzierung freute sich der 31-Jährige über seine "Monster-Runde", die beinahe sogar für einen Platz in Q3 gereicht hätte. Nur 0,127 Sekunden fehlten am Ende des zweiten Qualifying-Abschnitts auf den zehntplatzierten Esteban Ocon im Force India. Weil aber auch Kevin Magnussen mit Rang 13 eine gute Leistung zeigte, herrscht beim Haas-Team Zufriedenheit nach dem Samstag in Spa.

"Heute bin ich wirklich glücklich für mich und mein Team", strahlt Grosjean, nachdem er in der ersten Saisonhälfte viel Frust verkraften musste. Mit Platz zwölf, nur 0,043 Sekunden hinter dem staken Fernando Alonso auf Platz elf, holte er das Maximum für die Truppe, die sich mit den Updates zum Belgien-Wochenende zufrieden zeigen darf. "Meine Runde war wirklich höllisch gut. Vielleicht hätte ich mit etwas mehr Windschatten noch mehr erreichen können, aber ich war auf der Geraden nicht nahe genug am Auto vor mir dran. Dennoch war der Rest der Runde wirklich erstaunlich", jubelt Grosjean, der sonst eher dafür bekannt ist, den Finger in die Wunde zu legen.

Doch mit dem Extra-Paket in Sachen Aerodynamik und dem neuen Update von Motorenpartner Ferrari scheint Haas auf der Powerstrecke in Spa konkurrenzfähiger als gedacht. "Was das Set-up angeht, fühlt sich das Auto okay an", erklärt der Routinier und hofft auf eine ebenso gute Performance im Rennen am Sonntag. "Niemand weiß, wie stark sich hier die neuen Reifen abnutzen, aber in den wenigen Runden, die ich am Freitag mit viel Sprit an Bord drehen konnte, fühlte sich das Auto ganz gut an. Ich freue mich auf das Rennen", so Grosjean.

Wichtigste Erkenntnis: Im Rüstungswettlauf gegen die personell besser besetzten Team wie McLaren und Renault scheint das Haas-Team nach der Sommerpause noch nicht vollends ins Hintertreffen geraten zu sein. Das unterstreicht auch der 13. Platz von Kevin Magnussen, der in einer Zeit von 1:45.400 Minuten 0,267 Sekunden Rückstand auf den vor ihm platzierten Teamkollegen aufweist. "Im letzten Versuch habe ich die Runde nicht ganz zusammenbekommen, das war schade. Es hätte wahrscheinlich nicht viel geändert, aber Romain war in Schlagdistanz", so der Däne.

Punkte liegen für beide Haas-Fahrer jedenfalls nicht außer Reichweite, wie auch Magnussen bestätigt: "Vorne muss gar nicht so viel passieren, damit wir Zählbares bekommen. Wir sollten darum kämpfen können", hofft der 24-Jährige und liegt damit auf der Linie seines Teamchefs Günther Steiner. "Wir sind nahe dran an Platz elf. Auf unseren Positionen haben wir die freie Reifenwahl, also lasst uns mal sehen, was wir ausrichten können", so der Südtiroler, der die Fortschritte seiner Mannschaft von Freitag auf Samstag lobt. "Seit gestern haben wir das Ruder herumgerissen. Jeder hat einen tollen Job gemacht", findet Steiner aufrichtende Worte in Richtung Mechaniker.

"Am Freitag haben wir in Sachen Abtrieb einiges versucht und sind bei einer Abstimmung mit viel zu wenig Downforce gelandet. Da war das Auto schwierig zu fahren", bestätigt Grosjean. Während des Qualifyings sei dies viel besser gewesen und für das Rennen mache ihm Mut, dass er seinen Haas-Renner relativ schnell ins richtige Reifentemperatur-Fenster bringen könne. Für Sonntag rechne er dennoch mit starker Konkurrenz im Mittelfeld, speziell Renault sieht der Franzose seit dem Silverstone-Update leicht voran. Mit Jolyon Palmer, der nach seinem Getriebeproblem in Q3 nur zwei Plätze vor Grosjean starten wird, will er sich am Rennsonntag dennoch einen heißen Kampf liefern.

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