Verstappen entschuldigt sich, aber: "Strafe war nicht korrekt"

, 26.10.2017

Max Verstappen hat sich für seine entgleisende Wortwahl in Austin entschuldigt, bleibt aber bei seiner Wahrnehmung, dass die Strafe gegen ihn falsch war

Vier Tage nach den Vorfällen von Austin hat sich Max Verstappen für seine verbale Entgleisung gegen Rennkommissar Garry Connelly entschuldigt: "Die Worte waren nicht korrekt", gibt er auf der Pressekonferenz vor dem Großen Preis von Mexiko zu. Verstappen hatte Connelly am Sonntag nach der Strafe gegen ihn angegriffen und ihn als "Idioten-Steward" bezeichnet. In den niederländischen Medien bezeichnete er ihn zudem noch als "mongoloid".

"Nach dem Rennen kochen die Emotionen immer, speziell wenn einem ein Podium weggenommen wird, was ich - denke ich - verdient habe", verteidigt er seine emotionale Reaktion. Verstappen hatte in der letzten Rennrunde Kimi Räikkönen (Ferrari) überholt, war dabei aber auf der Kurveninnenseite mit allen vier Rädern neben der Strecke, was die Kommissare als irreguläres Überholmanöver werteten und ihm fünf Strafsekunden sowie einen Strafpunkt aufbrummten.

Und obwohl er sich für seine Wortwahl entschuldigt hat, bleibt der Red-Bull-Pilot generell bei seiner Meinung, dass die Strafe gegen ihn nicht korrekt war. Denn in Austin waren Track Limits ansonsten bei keinem Fahrer ein Problem. Von der ersten Trainingsrunde an fuhren Piloten ständig neben die Strecke, ohne dass die Rennleitung eingriff. "Und dann sagen sie dir, dass du einen Vorteil beim Überholen hattest", schüttelt Verstappen den Kopf.

Unfallvermeidung das Ziel

"Wenn ich wirklich einen Vorteil dabei gehabt hätte, hätte ich das in jeder Runde gemacht - das habe ich aber nicht gemacht. Von daher denke ich nicht, dass ich einen Vorteil hatte", wehrt er sich weiter. Außerdem habe er vornehmlich einen Unfall Kimi Räikkönen vermeiden wollen: "Er hat gemerkt, dass ich ihn überholen wollte, also hat er versucht, die Tür zuzumachen", erklärt er. "Zuerst ging es darum, einen Unfall zu vermeiden, und dann zu versuchen, ihn zu überholen."

Dass er am Ende der einzige war, bei dem die Kommissare genau hingesehen haben, konnte er daher nicht verstehen. "Da ist es normal, wenn ich sauer werde", so Verstappen. "Natürlich hätte ich andere Worte wählen können, aber am Ende denke ich, dass die Strafe nicht korrekt war."

Seine Worte ändern kann er im Nachhinein nicht, doch Verstappen möchte betonen, dass er mit seinen Aussagen niemanden beleidigen wollte. "Es ging gegen niemanden. Ich habe nicht versucht, jemanden zu verärgern. Sonst hätte ich Namen genannt." Auch heute wehrte sich der Niederländer strikt gegen das Aussprechen des Namens des entsprechenden Stewards, obwohl mittlerweile die ganze Formel-1-Welt weiß, dass Garry Connelly damit gemeint war.

Abreagieren mit FIFA

Eine Schuld gibt Verstappen aber auch der Strecke in Austin, die so gebaut ist, dass die Fahrer eben den Kurs verlassen können, ohne einen Nachteil zu haben. Würde das nicht der Fall sein, müsste man sich auch nicht um solche Dinge streiten. "Es gibt eine einfache Lösung: Man muss Gras oder Kies hinmachen, damit man die Kurven nicht schneiden kann", sagt er. "In Suzuka gibt es diese Probleme nicht, oder?" In Mexiko hat die FIA für dieses Wochenende an drei Stellen neue Regeln aufgestellt.

Damit hat sich der Vorfall für den Youngster erst einmal erledigt, auch wenn er davon ausgeht, dass man noch einmal darüber reden wird. Verdaut hat er die Sache auch schon längst: "Ich hatte am Montag einen Event und bin in der Gegend von Houston geblieben, weil ich dort sein musste, und habe FIFA gespielt", lacht er. Er will lieber das Positive sehen: "Es war ein tolles Rennen. Ich bin immer noch ein glücklicher Mensch, weil der Speed gut war."

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere Formel 1-News

Lewis Hamilton und Toto Wolff beim Grand Prix von Australien im März 2017

Wie Hamilton in Wolffs Küche zu einem besseren Fahrer wurde

Mit fünf Siegen in sechs Rennen erlebt die Formel 1 seit der Sommerpause wahrscheinlich den besten Lewis Hamilton, den es je gegeben hat. "Ich habe mich noch nie so stark gefühlt, physisch wie auch mental", …

Rennkommissar Mika Salo wurde nach der Bestrafung von Verstappen angefeindet

Nach Verstappen-Strafe: Morddrohungen gegen Mika Salo

Ex-Formel-1-Pilot Mika Salo, der als einer der Rennkommissare in Austin für die umstrittene Strafe gegen Max Verstappen verantwortlich zeichnete, erhielt nach dem Rennen Mordrohungen. "Sie kamen …

Daniil Kwjat ist bei Toro Rosso raus, Max Verstappen bei Red Bull fein raus

Villeneuve: Lob für Verstappen, Kritik an Aussteiger Kwjat

Schon häufiger lag "Formel-1-Orakel" Eddie Jordan mit seinen Prognosen bezüglich künftiger Entwicklungen im Grand-Prix-Sport richtig. Mit dem neuen langfristigen Vertrag zwischen Max Verstappen und Red Bull, …

Rätsel F1 W08: Von welcher Seite seigt sich der launische Bolide diesmal?

Wolff warnt: Probleme könnten sich in Mexiko wiederholen

Mercedes rechnet in Mexiko mit einem schwierigen Wochenende, denn das Autodromo Hermanos Rodriguez könnte die Schwächen des F1 W08 einmal mehr offenbaren. "Es ist eine ungewöhnliche Strecke, auf der die …

Schaut auch mal abseits der Königsklasse: Formel--1-Sportchef Ross Brawn

Brawn nach Verstappen-Strafe: Schaut mal auf die Bundesliga!

Die Fünf-Sekunden-Strafe im Grand Prix 2017 von Austin und die anschließenden Kommentare vom Betroffenen Max Verstappen sowie seines Teams Red Bull und zahlreicher Experten sidn nach wie vor ein heißes …

AUCH INTERESSANT
Walter Röhrl: Seine 7 besten Momente

AUTO-SPECIAL

Walter Röhrl: Seine 7 besten Momente

Walter Röhrl gehört zu den besten Rallye-Fahrern aller Zeiten und fuhr auch auf der Rundstrecke bedeutende Rennsiege ein. Jetzt wird es persönlich: Walter Röhrl kramt in seiner Fotokiste und …


Formel1.de

TOP ARTIKEL
Ford Mustang Bullitt 2018: Der erste Check und der Preis
Ford Mustang Bullitt 2018: Der erste Check und …
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im Sport-Test?
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im …
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
BMW i8 Roadster 2018 Test: So spart er Tausende Euro ein
BMW i8 Roadster 2018 Test: So spart er Tausende …
Ford Focus 2018: Der erste Check mit Insider-Informationen
Ford Focus 2018: Der erste Check mit …
Shell-Analyse: So ist der deutsche Autofahrer drauf!
Shell-Analyse: So ist der deutsche Autofahrer …
Porsche 9:11 Magazin: Die skurrilsten Reportagen im Web-TV
Porsche 9:11 Magazin: Die skurrilsten Reportagen …
Nachhaltigkeit Autoindustrie: Kommt das Ende vom Luxus?
Nachhaltigkeit Autoindustrie: Kommt das Ende vom …


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo
  • autoaid Logo