Vettel schimpft wieder über Verstappen: "War nicht korrekt"

, 13.11.2016

Der Ferrari-Star ärgert sich über die Fahrweise seines Lieblingsgegner, diesmal jugendfrei - Räikkönen macht Aquaplaning und Reifen für Crash verantwortlich

Für Sebastian Vettel wäre das Regenchaos beim Brasilien-Grand-Prix am Sonntag die Gelegenheit gewesen, den Mercedes ein Schnippchen zu schlagen. Doch statt auf dem Siegerpodest landete der Deutsche auf Rang fünf und zweimal fast in der Mauer. Auf sein Fazit angesprochen, bläst Vettel sichtlich enttäuscht die Backen auf: "Da bräuchte ich jetzt eine Stunde Zeit. Es war ein chaotisches Rennen." Dazu hatte Lieblingsgegner Max Verstappen mal wieder sein Scherflein beigetragen.

Zunächst war Vettel nach einem wenig gelungenen Start aber das Opfer seines eigenen Boliden. "Ich hatte Aquaplaning, aber da war ich nicht der einzige", kommentiert er einen Dreher im Knick vor Start und Ziel in Runde zehn, bei dem er einen Einschlag nur mit Mühe verhinderte. Es war erstaunlich, dass er direkt danach von Vollregenreifen auf Intermediates wechselte, was misslang: Vettel ging beim Tausch der Pneus kurz von der Bremse, die Räder rotierten und die Mechaniker konnten die Schlagschrauber nicht ansetzen. Wertvolle Sekunden gingen in der Szene verloren.

Samt eines Scharmützels mit Fernando Alonso im McLaren kämpfte sich Vettel zurück in die Top 10, hatte aber Verstappen nach dessen letztem Boxenstopp im Rückspiegel. Der Niederländer wagte ein ungewöhnliches Überholmanöver im Infield und bremste ihn in der Schlusskurve aus. "Ich bin Seite an Seite mit ihm gefahren", berichtet Vettel, der anschließend in die Auslaufzone musste: "Er hat mich gesehen, meine Nase war noch ein Stückchen weiter vorne", moniert der Ferrari-Star.

Für ihn eine Aktion, die eine Strafe verdient gehabt hätte: "Ich denke nicht, dass es korrekt war. Es war über dem Limit", beschwert sich Vettel. "Aber er war ohnehin viel schneller. Die Frage war nicht ob, sondern wo er überholt." Der Heppenheimer arbeitete sich ebenfalls in der Schlussphase nach vorne, hing aber zu lange hinter Carlos Sainz im Toro Rosso, um noch in Richtung Podium zu fahren. "Ich bin stark zurückgekommen", zeigt sich Vettel erfreut und verwundert zugleich: "Ich weiß einfach nicht, warum es so lange gedauert hat, bis ich mich im Auto wohlgefühlt habe."

Teamkollege Kimi Räikkönen hatte einen Schutzengel im Cockpit: Als sich der Finne in Runde 21 auf der Start- und Zielgeraden drehte, in die Mauer einschlug und hilflos über den Asphalt taumelte, flog das halbe Feld haarscharf an ihm vorbei. Er wurde trotz extrem dichter Gischt von keinem Konkurrenten getroffen. Während Nico Hülkenberg ein Wrackteil abbekam, das anschließend in seinem Frontflügel steckte, wich Vettel dem roten Schwesterauto in letzter Sekunde aus.

Im Funk tobte Vettel: "Ich wäre beinahe in Kimi reingecrasht. Mitten auf der Geraden! Ich konnte nichts sehen!", ließ er die Teamleitung wissen. Die Ursache für den Unfall ist unklar, vermutlich aber schlichtweg Aquaplaning. Dabei war Räikkönen zum fraglichen Zeitpunkt auf Vollregenreifen unterwegs, nicht wie einige Konkurrenten auf Intermediates. Er fuhr aber offenbar auf die lackierte und extrem rutschige Fahrbahnmarkierung am äußeren Rand, woraufhin er die Kontrolle verlor.

"Wenn man so viele Runden hinter dem Safety-Car fährt, wird es noch schwieriger", verweist Räikkönen auf kalte Reifen und stellt es infrage, ob unter diesen Bedingungen und mit Pirellis Vollregenpnues überhaupt Racing möglich war: "Es schüttete nicht mehr so, aber es stand viel Wasser auf der Strecke. Ich hätte nie erwartet, an der Stelle abzufliegen. Ich habe mich auf einer Geraden gedreht! Mit den Regenreifen, die wir vor ein paar Jahren hatten, hätte es null Probleme gegeben."

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