Von McLaren zu Mercedes: Hamilton räumt mit Mythos auf

, 03.11.2016

Lewis Hamilton erinnert sich, wie ihn Ross Brawn in der Küche seiner Mutter bei einer Tasse Tee dazu überredet hat, zu Mercedes zu wechseln

Niki Lauda, der Vorsitzende des Aufsichtsrats des Mercedes-Teams, erzählt seit Jahren die Geschichte, wie er Lewis Hamilton zu den Silberpfeilen geholt hat. Nach dessen Ausfall in Singapur 2012, in Führung liegend, sei der damalige McLaren-Fahrer so geknickt gewesen, dass er für einen Wechsel zu Mercedes sehr empfänglich war. Diese Chance habe Lauda bei einem vertraulichen Gespräch noch am selben Abend genutzt.

In Wahrheit, das hat Hamilton selbst schon in der Vergangenheit mehrfach angedeutet, sei aber der Anteil von Ross Brawn an seiner Entscheidung wesentlich größer gewesen als der von Lauda. Nun verrät der dreimalige Weltmeister erstmals, dass ihn der damalige Mercedes-Teamchef im Jahr 2012 sogar zu Hause bei seiner Mutter Carmen Lockhart besucht hat, um ihm einen Wechsel ins Silberpfeil-Werksteam schmackhaft zu machen.

"Als ich als Jugendlicher Formel 1 geschaut habe, hatte er all diese Erfolge mit Ferrari. Und schwupps, im nächsten Moment sitze ich mit ihm in der Küche meiner Mama und wir trinken Tee zusammen, weil er mich besuchen kommt", erinnert sich Hamilton. "Da hat er mit mir darüber gesprochen, zu Mercedes zu kommen, weil er mich liebend gern als Fahrer haben würde. Dass er mich wollte, hat mir sehr geschmeichelt."

"Ich liebe es, mit Ross zu arbeiten - das war einfach toll", fährt er fort. "Er hat eine sehr gute Atmosphäre geschaffen, war immer zugänglich für jeden. Da haben sich alle wohl gefühlt. Ich war sehr traurig, als er das Team verließ, denn ein wichtiger Teil meiner Entscheidung, zu Mercedes zu wechseln, war, dass Ross Bestandteil dieses Teams war. Als er kurz darauf ging, fand ich das nicht so toll."

Zuletzt hatten in einem Online-Voting auf unserem Portal 61,97 Prozent der teilnehmenden Leser erklärt, dass sie glauben, dass Brawns Anteil an den heutigen Mercedes-Erfolgen größer ist als der von Toto Wolff und Lauda. Hamilton kann dieser Sicht der Dinge etwas abgewinnen: "Was er über die Jahre aufgebaut hat, ist das Fundament dessen, worauf wir unsere heutigen Erfolge stützen. Er hat dabei geholfen, die Plattform zu errichten", sagt er.

"Unsere WM-Titel gehören auch ein bisschen ihm, denn er hat jahrelang ohne WM-Titel hart gearbeitet, und die Erfolge begannen erst danach zu kommen", so Hamilton, der ausgerechnet im ersten Jahr nach Brawns Weggang, 2014, erstmals auf Mercedes Weltmeister wurde. Und er ergänzt: "Chefs machen dich als Fahrer nicht besser, aber sie schaffen dir Voraussetzungen, um zu wachsen. Das ist etwas, was Ross perfekt beherrscht hat."

Derzeit kursieren Gerüchte, wonach Brawn in leitender Funktion ins Management der Formel 1 einsteigen soll. 'Auto Bild motorsport' hatte sogar berichtet, er werde Nachfolger von Bernie Ecclestone. Das haben Brawn und Ecclestone inzwischen dementiert. Der 61-Jährige hat aber bestätigt, dass er bereits in beratender Funktion für Liberty Media tätig ist und sich eine Ausweitung seiner Funktion gut vorstellen könnte.

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