Ford Granada: Großer Kult mit Straßenkreuzer-Feeling

, 07.08.2012


Der Ford Granada ist Kult und stellte in den 1970er-Jahren einen großen Erfolg für Ford dar. Er wirkte größer als seine Mitbewerber und bot Oberklasse-Komfort zum erschwinglichen Preis. Er war der Dienstwagen des Chefs Cowley in der britischen Polizei-Serie „Die Profis“, die ebenso Kult-Status besitzt. In diesem Jahr feiert der Ford Granada seinen 40. Geburtstag. Das ist ein Anlass, diesen Meilenstein von Ford näher zu betrachten, der in Europa für amerikanisches Straßenkreuzer-Feeling sorgte.

Das Jahr 1972 markierte einen wichtigen Wendepunkt für Ford in Europa: Die brandneue Baureihe Granada/Consul löste die deutschen Taunus-Modelle 17 M, 20 M und 26 M sowie den britischen Zephyr/Zodiac ab. Die beiden Typenbezeichnungen deuteten die strategische Aufgabenteilung an: der Consul vertrat eher die gutbürgerliche Variante und der Granada übernahm den vornehmeren Part mit einer deutlich üppigeren Ausstattung.

Zu den wesentlichen Merkmalen der neuen Flaggschiffe zählte neben der klaren Linie mit schlanken Fensterpfosten, großen Glasflächen und niedriger Gürtellinie eine effiziente Raumaufteilung, die großzügige Platzverhältnisse im Innenraum boten. Neben den klassischen Zwei- und Viertürern bot Ford einen coupéhaften Zweitürer im sportlich-eleganten Fastback-Zuschnitt und eine fünftürige Kombiversion mit der traditionsreichen Modellbezeichnung „Turnier“ an - zu seiner Zeit der größte Serien-Kombi in Europa.

Auch wenn der Consul bescheidener wirkte als sein Zwillingsbruder mit dem spanischen Namen, spartanisch trat er deswegen noch lange nicht auf. Bereits in der „L“-Ausstattung verfügte der Consul über Einzelliegesitze, Teppichboden, einen Make-up-Spiegel in der rechten Sonnenblende, eine heizbare Heckscheibe sowie eine Zeituhr und einen Tageskilometerzähler. Dann gab es noch den Consul GT mit Sportfelgen, 185er-Gürtelreifen, einem schwarzen Frontgrill, einer härter abgestimmten Federung, Halogen-Fernscheinwerfern, einem Sportlenkrad, einem Schaltknüppel mit Lederknauf und Rallye-Instrumentierung. Der brave Consul konnte es optisch krachen lassen.

Der vornehmere Granada bevorzugte den luxuriösen, komfortbetonten Auftritt: Ausgeformte Armlehnen und eine gepolsterte, farblich abgestimmte Hutablage, Vordersitze mit Liegesitzfunktion sowie ein separates Heizungs- und Belüftungssystem für den Fond waren ebenso erhältlich wie ein Drehzahlmesser und eine Öldruckanzeige, ein Ampère-Meter und eine Handbrems-Kontrollleuchte. Als „GLX“ bot der Granada sogar Features wie ein Automatikgetriebe, getönte Scheiben, eine Verbundglasfrontscheibe, eine Servolenkung, ein Radio mit Doppellautsprecher, ein schwarzes Vinyldach und ein Stahlkurbel-Schiebedach, das sich nicht nur zurückfahren, sondern auch ausstellen ließ.

Als Antrieb diente dem Consul ein 1,7 Liter großer V4-Motor mit 75 PS. Leistungshungrigere konnten auf den 99 PS starken 2.0-Liter-Vierzylinder zurückgreifen, der auch im US-Modell Ford Pinto seinen Dienst verrichtete. Darüber rangierte der kleinste aus dem 20 M bekannte V6-Motor, der aus 2,3 Litern Hubraum 108 PS schöpfte, das beim Granada als Einstiegsmotorisierung zum Zug kam. In höheren Leistungssphären kamen zwei weitere V6-Triebwerke zum Einsatz: eine 2.6-Liter-Ausführung mit 125 PS und die 138 PS starke Topmotorisierung 3.0 V6. Der stärkste Motor mit 138 PS beschleunigte den Granada bis auf eine Höchstgeschwindigkeit von 182 km/h.

Drei Jahre nach dem Debüt stand das erste Facelift an, das mit einer Straffung der bislang zweigleisigen Modellpalette einherging: Der Consul wurde eingestellt, der Granada auf die vier Ausstattungsversionen „Granada“, „L“, „GL“ und „Ghia“ umgestellt. Der sogenannte „Granada 75“ ließ sich am mattschwarzen Kühlergrill, schwarz lackierten Türfensterrahmen und geänderten Seitenzierleisten erkennen. Lediglich die Ghia-Ausstattung behielt ihren Chrom-Zierrat. Das neu geordnete Motorenprogramm umfasste sechs V-Triebwerke von 1,7 bis 3,0 Liter Hubraum und ein von 70 PS bis 138 PS reichendes Leistungsangebot.

Ein zu jener Zeit wahres Technikjuwel pflanzte Ford 1976 zwischen die 2,6 und 3,0 Liter großen Varianten. Der 2.8-Liter-V6 bekam sein „Futter” von einer K-Jetronic-Benzineinspritzung von Bosch injiziert. Das sportliche Ergebnis waren 150 PS, die den Granada 2.8i in 10,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und auf eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h galoppieren ließen. Dem gegenüber stand ein durchschnittlicher Verbrauch von 11,6 Litern pro 100 Kilometer, was für ein Fahrzeug dieser Größe und Gewichtsklasse damals einen exzellenten Wert darstellte.

Die zweite Generation: 1977 bis 1985

Das Auto, das sich 1977 als zweite Granada-Generation vorstellte, bestach vor allem durch seine schnörkellose Linienführung: geradlinig, gestreckt, zeitlos. Durch das flache Dach, die kantigere Kofferraumklappe, die schmaleren C-Säulen und eine gerade verlaufende Gürtellinie wirkte der Granada II nahezu leichtfüßig und geräumig zugleich.

Das bewährte und viel gelobte Basisfahrwerk mit Einzelradaufhängungen vorne und hinten wurde für die zweite Modellgeneration im Prinzip übernommen, im Detail allerdings auf die geänderten Verhältnisse, wie beispielsweise das niedrigere Fahrzeuggewicht, komplett neu abgestimmt. Bei allen Versionen kamen jetzt vorne innenbelüftete Scheibenbremsen mit einer vergrößerten Reibfläche zum Einsatz, beim besonders zuladungsstarken Turnier zusätzlich größere Bremstrommeln an der Hinterachse.

An der Spitze des Motorenangebotes, das mit einem 65-PS-Saugdiesel startete, stand das neue, 160 PS starke 2.8-Liter-Einspritztriebwerk als Ersatz für den bisherigen Dreiliter-Vergasermotor. Mit 181 Kilogramm wog der neue Motor nicht nur 16 Kilogramm weniger als der Vorgänger, sondern war auch um 22 PS stärker. Jetzt erreichte der Granada sogar eine Top-Speed von 193 km/h.

Auch die „Erfolgsstory Turnier“ schrieb der Granada II eindrucksvoll weiter: Zeitweise war fast jeder zweite neu zugelassene Granada ein Kombi. Dabei entschieden sich nicht nur Handwerker und Einzelhändler für den Turnier, sondern auch viele, denen das große Platzangebot in der Freizeit willkommen war. Das Sondermodell „Chasseur“ etwa unterstrich den exklusiven Charakter der großen Kombis mit einer speziellen Zwei-Farben-Lackierung und einer Luxusausstattung.

1 Kommentar > Kommentar schreiben

07.08.2012

Meine ersten Lebensjahre verbinde ich mit dem Grauen Granada meiner Eltern, Spitzname 'Feivel'.. schönes und zuverlässiges Auto gewesen Jetzt würde ich eher sowas hier kaufen: [url]http://www.autoscout24.de/modelle/ford/ford-mustang/[/url] :D


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