Italdesign Giugiaro Parcour: Lamborghini-Power für jede Strecke

, 22.03.2013


So ein GT-Fahrzeug gab es noch nie: Der neue Italdesign Giugiaro Parcour besitzt einen 550 PS starken V10-Motor, setzt auf dem Konzept eines Sport Utiliy Vehicle (SUV) an und ist dank seiner Vielseitigkeit für den Einsatz auf jeder Strecke ausgerichtet - sowohl auf der Rennstrecke wie auch im Gelände. Dabei ließen sich die Macher von der actionreichen Sportart „Parkour“ inspirieren, die in den 1980er-Jahren von David Belle in Frankreich erfunden wurde und durch Videospiele, Action-Filme (die Anfangssequenz im James-Bond-Film 007 Casino Royale spricht Bände) und das Internet globale Bekanntheit errang.


Parkour entsteht aus dem Bedürfnis heraus, den urbanen Raum in kreativer Weise zu erleben und zu nutzen. Parkour-Sportler, die Traceurs, passen dabei ihren Körper der Umgebung an und streben in ihrer Bewegung nicht nach Showeffekten, sondern auf dem kürzesten Weg zum Ziel nach möglichst effizienten Bewegungen. Giugiaro versteht unter der maximalen Effizienz aber auch Geschwindigkeit und Sicherheit - genau die Eigenschaften des neuen Concept Cars.

Mit der Power eines Lamborghinis

Der Parcour von Italdesign Giugiaro stellt einen Zweisitzer mit Allradantrieb und einem 550 PS starken 5.2-Liter-V10- Heck-Mittelmotor von Lamborghini dar, der das Fahrzeug in knapp 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt.

Eine treffende Bezeichnung für die Aufhängung könnte „Push-Rod 2.0“ lauten; denn das Fahrzeug ist mit insgesamt acht Stoßdämpfern, zwei pro Rad, gefedert. Beim Pisten- oder Straßeneinsatz des Prototypen sind nur vier Stoßdämpfer aktiv, so dass die Aufhängung wie bei den meisten Straßen-GTs als normales Trapez arbeitet.

Sobald die Wippe sich über ein aufwändiges Hydrauliksystem entsperrt, stehen alle acht Stoßdämpfer zu Verfügung und ändern dadurch in erheblichem Maße sowohl die Steifheit der Aufhängung als auch die Höhe des Parcours. Einer absolut komfortablen Fahrt selbst auf schwierigstem Offroad-Gelände dürfte damit nichts mehr im Weg stehen.


Auf der Mittelkonsole befindet sich ein Drehregler für die Auswahl der vier Fahrmodi: „Comfort“ für entspanntes Fahren in urbaner Umgebung, „Offroad“ für den Einsatz im Gelände, „Ice“ für Winterverhältnisse mit schlechter Haftung und „Sport“ für die volle Leistungsentfaltung der 550 PS des Zehnzylinder-Lamborghini-Motors.

Rassiger Sportwagen mit SUV-Elementen

Von einem Auto verlangen wir heute Komfort und Leistung, und zwar unabhängig von seiner Nutzung und der Strecke. Das Fazit heißt Parcour, ein Sportauto mit einem V10-Mittelmotor, minimalem Überhang und großem Rampenwinkel als ideales Fahrzeug für jedes Gelände, das sogar als Roadster zum Einsatz gelangen kann.

Die neue Konzeption tritt optisch durch das Außendesign in Erscheinung, in dem die Charakterzüge von SUV, Crossover, Gran Turismo und Sportwagen mit Mittelmotor verschmelzen. Die auf 22-Zoll-Felgen aufgezogenen grobstolligen Reifen setzen deutliche Stilakzente und heben das Fahrzeug merklich vom Boden ab - je nach Einstellung zwischen 21 und 33 Zentimeter.

Die technische Stilinterpretation des Parcours fließt darüber hinaus in das Design der vorderen und hinteren Haube ein. Drei große Lufteinlässe am Kühlergrill, die für die notwendige Luftzufuhr zu den drei großen Kühlern sorgen, nehmen die Frontansicht für sich in Anspruch. Der für ein Fahrzeug mit Mittelmotor äußerst geringe Überhang ermöglicht einen großen Rampenwinkel, was für die Allgeländetauglichkeit geradezu ideal ist. Unterhalb der vorderen Haube, zwischen den zwei senkrechten Carbon-Lufteinlässen, befindet sich ein kleiner Gepäckraum.

Zwei Elemente charakterisieren dieses aus Aluminium und Kohlefaser gebaute und im typischen Giugiaro-Rot präsentierte Fahrzeug: Die A-Säule wurde von der Windschutzscheibe getrennt und dient zugleich als Windabweiser. Über die rein architektonische Funktion hinaus leitet die A-Säule die Luft auf das Dach und die Seitenpartien des Fahrzeugs. Die hintere Säule lässt die Luft derweil zum (versenkbaren) Heckspoiler strömen, um die Fahrstabilität und eine ausreichende Kühlluftzufuhr zum leistungsstarken V10-Triebwerk zu ermöglichen.

 

Am Heck überragen zwei Leuchteneinheiten den groß dimensionierten Lufteinlass. Die Glashaube bietet derweil freie Sicht auf den zwischen zwei großen Säulen-Spoilern eingebetteten Motor und einen Teil der Mechanik. Das in eine Carbon-Struktur integrierte Glas der Haube ist durch drei große, waagerecht verlaufende Schlitze und zwei vertikale Luftöffnungen gekennzeichnet, aus denen die Warmluft des Motorraums ausströmt.


Ästhetisches Spiel durchbricht die Optik

Exotik bringt der Parcour mit den zwei Türen zum Ausdruck, die gänzlich aus Kohlefaser bestehen. Wie bei den Endurance-Fahrzeugen gelangen hier ebenfalls Schmetterlingstüren zum Einsatz, das heißt die Türen schwingen nach oben und nach innen auf. Da ihre Konstruktion einen Teil des Daches einschließt, erfolgt das Einsteigen wesentlich praktischer und bequemer. Anstelle der Außenspiegel brachten die Macher auf dem oberen Türrahmen im Schnittpunkt mit der A-Säule zwei Kameras an. Eine dritte Kamera als Ersatz für den Innenspiegel befindet sich auf der Motorhaube.

In der Draufsicht erweisen sich zwei auf der gesamten Fahrzeuglänge verlaufende Carbon-Aussparungen als echter Hingucker. Das ästhetische Spiel durchbricht die Optik eines zwei Meter breiten Fahrzeugs und trennt durch den farblichen Kontrast zwischen dem Rot der Karosserie und dem Carbon-Schwarz die Seitenpartien vom Fahrzeugkörper.

Interieur im Zeichen minimalistischer Funktionalität

Im Cockpit sitzen Fahrer und Beifahrer dicht beieinander und in unmittelbarer Nähe der Verglasung. Die Fläche von Front- und Heckscheibe sowie Fahrzeugfenstern fällt dadurch geringer aus. Für die optimale Nutzung des verfügbaren Innenraums brachten die Macher die zwei nicht verstellbaren Sitze so weit wie möglich hinten an. Durch die elektrische Verstellung von Lenkrad und Pedalerie kann der Fahrer dennoch die ideale Fahrposition auf Körpergröße und Fahrstil abstimmen. Hier greift Giugiaro auf die bereits in den Prototypen Scighera (1996), Alessandro Volta (2004) und Quaranta (2008) verbaute Lösung zurück.

Der Raum hinter den beiden Sitzen bietet Stauplatz für drei Taschen. Der Bezug der Rückenlehnen und die drei Taschen bestehen aus dem edlen Stoff „Parcour“ der Wollweberei Lanificio F.lli Cerruti. Diesem Material militärischer Inspiration liegt eine Recherche in den historischen Archiven der Lanificio F.lli Cerruti zugrunde, in denen eine spezielle Auswahl von Stoffen aus den Jahren zwischen 1920 und 1940 für Gala- und Paradeuniformen der verschiedenen Heeresabteilungen zu finden ist. Dank einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und der konstanten Perfektionierung der Verarbeitungstechniken gelangt dieser hochwertige Stoff heute für die Kreation aktueller Luxusartikel zum Einsatz.


Sämtliche Bedienungen ordnete Italdesign Giugiaro am Lenkrad und auf der eleganten Konsole zwischen Fahrer und Beifahrer an. Ein im Armaturenbrett versenkbarer LCD-Multifunktionsmonitor vor dem Fahrer zeigt alle Fahrzeug- und Fahrtinformationen an. Der Bildschirm ist zweigeteilt: Im oberen Bereich erscheinen je nach eingestellter Funktion das GPS-Navigationssystem, der Fahrzeugzustand, das Musik-Entertainment oder die Bilder der heckseitigen Kamera.

Der untere Bereich blendet die normalen Fahrtinformationen wie Geschwindigkeit, gefahrene Kilometer, den Kraftstoffstand und die Motordrehzahl ein. Die Grafik und die Farbe des Monitors ändern sich mit dem ausgewählten Fahrmodus. An den Seiten des zentralen Monitors befinden sich, auf gleicher Höhe mit dem Armaturenbrett, die beiden Bildschirme der seitlichen Kameras.

Auf der eleganten Mittelkonsole aus Plexiglas sind im oberen Teil die auch dem Beifahrer zugänglichen Bedienelemente mit Touch-Funktion für Klima und musikalisches Entertainment angeordnet. Die Luft der Klimaanlage strömt derweil aus der quer über das gesamte Armaturenbrett verlaufenden Öffnung aus.

Im unteren Teil auf dem mittleren Tunnel finden sich die Tasten zum Ein- und Ausschalten des elektronischen Stabilitätsprogramms ESP und der elektronischen Feststellbremse sowie die vier Hebel (die nach dem Anfahren ausklappen) zum Schalten des Automatikgetriebes.

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