Lamborghini Veneno: Hoffentlich nicht tödlich

, 08.03.2013


„Veneno“ ist der Name des stärksten und aggressivsten aller Kampfstiere und auch dafür berühmt, einer der schnellsten Stiere in der Geschichte des Stierkampfes zu sein. Diesen legendären Namen trägt jetzt der neue Lamborghini Veneno, den die Italiener in einer höchstexklusiven Auflage von nur drei Exemplaren produzieren werden. Mit einer maximalen Leistung von 750 PS beschleunigt der Veneno in gerade mal 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 355 km/h. Der Preis liegt bei drei Millionen Euro plus Steuern, ergo 3,57 Millionen Euro in Deutschland.


Die Essenz: Leicht, stark und böse

Das Design legte Lamborghini konsequent auf optimale Aerodynamik und Fahrstabilität in schnellen Kurven aus, so dass die Fahrdynamik dem eines Rennsport-Prototypen gleichen sollen. Für den Vortrieb sorgt ein 750 PS starkes Zwölfzylinder-Triebwerk mit 6,5 Litern Hubraum in Kombination mit einem extrem schnell schaltenden, automatisierten Independent-Shifting-Rod-Getriebe und fünf Fahrmodi. Die ISR-Schaltbox erweist sich im Vergleich zu einem Doppelkupplungsgetriebe als deutlich leichter und besitzt die Abmessungen eines herkömmlichen Schaltgetriebes - beides wichtige Elemente beim Leichtbau von Supersportwagen. Dazu kommen ein permanenter Allradantrieb und ein Rennsport-Fahrwerk mit Pushrod-Radaufhängungen und waagrechten Feder/Dämpfer-Einheiten.

Vor allem aber profitiert der Veneno von der Kompetenz Lamborghinis in der Entwicklung und dem Einsatz von Kohlefaser-Werkstoffen. So fertigten die Macher das komplette Chassis als CFK-Monocoque. Die Außenhaut besteht aus Kohlefaser und im Interieur kamen innovative, von Lamborghini patentierte Materialien wie „Forged Composite“ und „Carbon Skin“ zum Einsatz.

Bei „Carbon Skin“, einer gewebten Kohlefaser, wird das Material beispielsweise mit einem speziellen Harz getränkt, das die Faserstruktur stabil hält und dennoch als solches weich bleibt. So passen sich die Kohlefasermatten perfekt jeder Form an. Bei „Forged Composite“ pressen die Macher Materialien mit kurzen Carbon-Fasern in einer Form heiß, was komplexe Strukturen erlaubt, wie zum Beispiel für das Unterteil des Monocoques und für die Radaufhängung.


Mit einem Trockengewicht von nur 1.450 Kilogramm ist der Veneno sogar 125 Kilogramm leichter als der bereits extrem durchtrainierte Aventador. Das recht günstige Leistungsgewicht von 1,93 kg/PS ermöglicht die schlicht überwältigende Performance, die sich selbst vom ausgezeichneten Beschleunigungswert von 2,8 Sekunden nur unvollkommen beschreiben lässt.

Design: Ausgeklügelte Schärfe bis ins Detail

Jedes Detail seiner Form folgt beim Lamborghini Veneno einer klaren Funktion: höchste Dynamik, optimaler Anpressdruck bei geringem Luftwiderstand und perfekte Kühlung der Hochleistungsaggregate. Dennoch stellt der Veneno unverwechselbar einen Lamborghini dar, wie sich an den extremen Proportionen und auch der stark gepfeilten Front oder dem Wechselspiel zwischen messerscharfen Linien und präzisen Flächen erkennen lässt.

Die gesamte Front des Lamborghini Veneno legten die Macher auf perfekte Durchströmung und Abtrieb aus. So fungiert die Front wie ein aerodynamischer Flügel, während der Vorderwagen großflächige Kanäle besitzt, welche die Luft zu den Auslässen in der Fronthaube und vor der Scheibe sowie zu den Vorderrädern leiten. Charakteristisch für Lamborghini ist die Y-Form der spitzen, weit in den Kotflügel reichenden Scheinwerfer, genauso wie die Scherentüren.

Die optische Trennung der Kotflügel von der Karosserie übernahm Lamborghini aus der Welt der Sport-Prototypen; denn dies dient der Optimierung des aerodynamischen Strömungsverhaltens. Die Seitenlinie des Venenos dominieren weit herausgezogene Schweller und mächtige Radhäuser. Auch hier sorgt eine ausgeklügelte Aerodynamik für die perfekte Strömung der Luft, hin zu den großen Öffnungen für die Ansaugluft und für die Kühlung der Aggregate.

 

Perfekte Fahrdynamik in Kurven

Ebenso wie die Front optimierte Lamborghini das Heck des Venenos aerodynamisch auf den Luftstrom am Unterboden und auf Fahrdynamik in schnellen Kurven optimiert. Der glattflächige Wagenboden geht in einen weit nach hinten gezogenen Diffusor über, der die vier voluminösen, durch einen Splitter getrennten Endrohre der Abgasanlage einrahmt. Großflächige Öffnungen dienen der Motorraumentlüftung und leiten die Luft zum Heckflügel. Die einzige geschlossene Fläche am Heck ist zur Montage des Kennzeichens vorgesehen. Die Heckleuchten, welche die Bremsleuchten, die Blinker und die Nebelleuchten beinhalten, nehmen das Y-Motiv auf.


Die Motorabdeckung besitzt derweil sechs kiemenförmige Öffnungen, bei denen die optimale Ableitung der Motorwärme im Mittelpunkt steht. Die Abdeckung mündet in einer großen zentralen Hai-Finne, welche die Längsstabilität des Hecks beim Beschleunigen und Bremsen erhöht, indem zusätzlicher Anpressdruck generiert wird, der gleichzeitig zur Erhöhung der Kurvengeschwindigkeiten beiträgt. Der einstellbare Heckflügel stellt das Ergebnis der Erfahrungen aus dem Motorsport sowie intensiver aerodynamischer Simulation dar, um einen optimalen Luftfluss beim Zusammenspiel von Heckflügel und Heckdiffuser zu erreichen.

Die exklusiven Leichtmetallräder mit Zentralverschlüssen messen vorne 20 Zoll und hinten 21 Zoll. Ihr Design bestimmen aerodynamische Funktionen: Ein Carbon-Ring um den Felgenkranz arbeitet wie eine Turbine und liefert zusätzliche Kühlluft zu den Carbon/Keramik-Bremsscheiben.

Trilogie zu Ehren Italiens

Lackiert ist der Veneno in einem metallisch wirkenden grauen Farbton. Dabei glänzen einzelne Teile im Schwarz der sichtbaren Carbon-Struktur. Das einzige Fahrzeug, das alle drei Farben der italienischen Nationalflagge als Detail aufweist, ist das Erprobungsfahrzeug, das in Lamborghini-Besitz bleibt. Die drei Kundenfahrzeuge werden jeweils eine einzelne Farbe der italienischen Nationalflagge aufweisen und stellen daher drei Einzelstücke dar. Zusammengenommen bilden die drei Venenos eine Trilogie mit einem grün-weiß-roten Farbakzent.


Interieur: Neues Cockpit mit gewebter Kohlefaser

Kohlefaser dominiert ebenfalls den Innenraum des Venenos. Das Carbon-Monocoque ist im Bereich des zentralen Tunnels und der Seitenschweller sichtbar. Die beiden Leichtbauschalensitze bestehen aus „Forged Composite“. Als Bezugsmaterial für das komplette Cockpit, Teile der Sitze und des Dachhimmels wird die gewebte Kohlefaser „Carbon Skin“ verwendet. Wie ein Hightech-Stoff passen sich die extrem edel wirkenden Kohlefasermatten jeder Form perfekt an und reduzieren das Gewicht des Fahrzeugs.

Die Rennsport-Atmosphäre übertrug Lamborghini gleichfalls auf das Armaturenbrett, das die Italiener völlig neu gestalteten. Dank einer neuen grafischen Oberfläche und der Einführung einiger zusätzlicher Funktionen wie dem G-Kraft-Messer liefert der Lamborghini Veneno alle notwendigen Informationen zur perfekten Kontrolle des Fahrzeugs.

Hoffentlich nicht tödlich

Alle drei Exemplare sind bereits an Kunden verkauft, die hoffentlich nicht das Schicksal erleiden wie ein berühmter Torero, der es mit Veneno aufnahm. Im Jahr 1914 verletzte Veneno während eines Stierkampfes in der Arena Sanlúcar de Barrameda’s, Andalusien, den berühmten Torero José Sánchez Rodr?BADguez tödlich.

1 Kommentar > Kommentar schreiben

12.05.2013

Dieses auto kann man in nur 1nem wort beschreiben: hässlich der veneo defeniert den begriff Hässlichkeit ganz neu


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