Mercedes-Benz bringt autonomen Autos das Sprechen bei

, 12.07.2014


In der Stadt der Zukunft dürfte das Verkehrsgeschehen voraussichtlich sehr stark von selbstfahrenden Autos bestimmt werden. Doch wie verständigen sich die Menschen künftig mit autonomen Fahrzeugen? Deshalb befasst sich Mercedes-Benz - über technische und rechtliche Aspekte hinaus - intensiv mit der Kommunikation zwischen Mensch und maschineller Intelligenz.


Dass Autos mehr und mehr Aufgaben eigenständig übernehmen können und somit Schritt für Schritt zum fahrenden Roboter werden, ist mittlerweile unumstritten. Dadurch wird sich aber nicht nur das Autofahren selbst verändern, sondern das gesamte Verkehrsgeschehen. Deshalb geht Mercedes-Benz bei der Entwicklung des autonomen Autos weit über technische Fragestellungen hinaus.

So kommen wichtige Fragen auf, die Vertreter von Mercedes-Benz aus dem Bereich der Konzern- und Zukunftsforschung mit Experten aus Roboterforschung und Sprachwissenschaften diskutierten: Wie kommunizieren wir künftig mit selbstfahrenden Autos? Kann ein autonomes Fahrzeug einen Fußgänger über die Straße „winken“? Spricht das Auto mich an oder die Person neben mir? Und was heißt in diesem Fall überhaupt „sprechen“?

Dass es auf viele Fragen zur Mensch-Maschine-Interaktion noch keine eindeutigen Antworten gibt, bewies die intensive Diskussion aller Teilnehmer. Es wurde deutlich, dass Roboter weit mehr sind als Humanoide mit menschenähnlichem Aussehen oder Figuren aus Science-Fiction-Filmen. Das untermauerte auch Martina Mara, die am Ars Electronica Futurelab zur Psychologie von Mensch-Roboter-Beziehungen forscht: „Der Blechmann, die synthetische Mensch-Maschine, ist zwar das Bild, das wir zum Begriff ‚Roboter‘ vor unserem inneren Auge sehen. Bei realen Robotern, jenseits der Kinoleinwand, wird zu starke Ähnlichkeit mit dem Menschen jedoch oft nur wenig akzeptiert.“

Alexander Mankowsky, Zukunftsforscher bei der Daimler AG ergänzte: „Wir sehen das selbstfahrende Auto, den autonomen Roboter, eingebettet in ein Gesamtbild zukünftiger Mobilität, wobei der Mensch die Hauptrolle in unserer Zukunftsvision spielt. Es gilt ein kooperatives System zu entwickeln, bei dem eine oder mehrere Kommunikationssprachen essentiell sind, um die Interaktion zwischen Mensch und maschineller Intelligenz im dichten urbanen Raum zu ermöglichen.“ Die Adaption des Menschen an die Maschine zu fordern, sollte laut Mankowsky bei allen Überlegungen definitiv nicht das Ziel sein. Vielmehr gehe es darum, bei einer immer intensiver werdenden Mensch-Maschine-Kommunikation Vertrauen aufzubauen.


Eine sprachwissenschaftliche Perspektive brachte Prof. Dr. Ellen Fricke in die Diskussion ein. Als Gestenforscherin an der Technischen Universität Chemnitz und Mitbegründerin des Berlin Gesture Centers argumentierte sie: „Wenn man Gesten als eine Möglichkeit betrachtet, mit autonomen Autos erfolgreich zu kommunizieren, dann ist es natürlich wichtig zu untersuchen, welche menschlichen Gesten des Alltagsgebrauchs dafür als Ausgangspunkt besonders geeignet sind. Ebenso zentral ist es zu fragen: Wie formt das selbstfahrende Auto uns? Und wie wirken die Gesten der Mensch-Auto-Interaktion zukünftig auf die Gesten in der zwischenmenschlichen Kommunikation zurück?“

Weiter betonte Fricke: „Nicht nur ein Lexikon der Robotergesten wird benötigt, sondern als allererster Schritt eine umfassende digitale Datenbank menschlicher Gesten des Alltagsgebrauchs. Diese kann als Ausgangspunkt für eine Konstruktion von Gesten dienen, die sich an autonome Roboter richten.“ Praktisch ist es sicherlich, wenn das eigene Auto auf ein Winken zu einem fährt, um nur noch einsteigen zu brauchen. Oder die Insassen austeigen lässt, um dann selbstständig einen Parkplatz zu suchen. Aber wie reagiert der Roboter, wenn ein Passant dem Auto den Stinkefinger zeigt?

Im Alltag ist die Kommunikation mit autonomen Fahrzeugen heute noch Neuland. Darum schuf Mercedes-Benz gemeinsam mit dem Ars Electronica Futurelab ein „Experimentierfeld“, in dem sich verschiedene Interaktionsformen zwischen Mensch und kinetischen Robotern prototypisch ausprobieren lassen. Drei interaktive Quadcopter wurden in einem Test-Setting unter anderem mittels Gestensteuerung oder eines haptischen Kontroll-Objekts herbeigerufen, angehalten oder in eine bestimmte Richtung gelenkt. Dies vermittelte eine erste Idee davon, wie sich die Ko-Existenz von Menschen und autonomen Maschinen im „Shared Space“ der Zukunft anfühlen könnte.

Was jetzt noch Zukunftsmusik ist, kann schnell Realität werden - davon ist Mercedes-Benz überzeugt: Um eine funktionierende soziale „Mensch-Maschine-Kooperation“ im Verkehr der Zukunft zu realisieren, ist es laut Mercedes-Benz unerlässlich eine gemeinsame Interaktionssprache zu entwickeln und daran wird der Automobilhersteller weiter arbeiten.

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