VW CrossBlue: XL-Tiguan mit blauem Diesel-Plug-In-Hybrid

, 21.01.2013


Bislang kannten wir den VW Tiguan als kompakten SUV. Doch es geht noch deutlich mehr, um sogar den großen Touareg zu übertrumpfen. Die neue SUV-Studie CrossBlue bietet das Platzangebot eines Vans, 306 PS bei nur 2,1 Litern Durchschnittsverbrauch und ein weiterentwickeltes Volkswagen-Design. Dieser SUV bietet nicht nur Raum und Komfort zum Reisen, er dient sogar als Notstromaggregat. Ihre Weltpremiere feiert die neue Studie auf der Detroit Auto Show (14.01.2013 - 27.01.2013).


Im Fall einer Serienfertigung würde der CrossBlue das Modellspektrum von Volkswagen um ein siebensitziges Midsize-SUV der 5,0-Meter-Klasse bereichern - allerdings speziell konzipiert für die USA und Kanada. Zum Vergleich: Der VW Tiguan ist nur 4,40 Meter lang und der VW Touareg lediglich 4,80 Meter. Was uns groß erscheint, wirkt auf viele nordamerikanische Familien noch deutlich zu klein. Mittlerweile auf effizientes Fahren bedacht, präsentiert Volkswagen den US-Amerikanern den CrossBlue mit einem äußerst effizienten Diesel-Plug-In-Hybrid, der sogar rein elektrisches Fahren und das Aufladen der Batterien an einer herkömmlichen Steckdose ermöglicht.

Design: Souveräne Größe für Amerika

Der in „CrossBlue Glasflake“ lackierte Volkswagen ist 4,987 Meter lang, 2,015 Meter breit und 1,733 Meter hoch. Mit seinen großen Spurweiten von 1,686 Metern vorne und 1,696 Metern hinten, den ebenfalls neu gestalteten 21-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Reifen im Format 285/45 und signifikant ausgestellten Radhäuser steht der CrossBlue selbstbewusst auf der Straße. Die souveränen Spurweiten, die dynamischen Proportionen mit einer ebenso langen wie breiten Motorhaube und die großen Räder unterstreichen den maskulinen Auftritt.

Einen Kontrast zur Außenlackierung bilden die in einer Edelstahl-Optik ausgeführten und rund um das Fahrzeug verlaufenden Karosserie-Applikationen im unteren Bereich des SUV. Darüber hinaus besitzt der CrossBlue eine lange Motorhaube mit eingearbeiteten Luftansaugöffnungen für den Motor, eine ebenfalls langgestreckte Dachlinie und einen besonders kurzen vorderen Überhang.

Ein wichtiges Element der Design-DNA von Volkwagen stellt die Dominanz horizontaler Linien im Front- und Heckbereich dar, das die Macher beim CrossBlue weiterentwickelten. An der Frontpartie erstreckt sich die Kühlergrillverkleidung, bestehend aus zwei massiven Aluminium-Streben und dem mittig platzierten VW-Zeichen, jetzt als 3D-Element bis in die Frontscheinwerfer hinein. Diese Aluminium-Applikationen prägen damit signifikant die neue, dreidimensionale Grafik der in LED-Technik ausgeführten Doppelscheinwerfer und letztendlich die komplette Frontpartie.


Nach hinten steigt die Linienführung der Karosseriesilhouette leicht an. Diesen optischen Eindruck verstärkt eine von den Scheinwerfern bis zu den Rückleuchten verlaufende Charakterlinie, die zum Heck hin breiter wird. Analog zur Frontpartie veredelten die Designer die dreidimensional gestalteten LED-Rückleuchten ebenfalls mit Aluminium-Elementen. Die Rückleuchten sind - stilisiert betrachtet - in der Form eines „E“ gestaltet. Wiederum in Edelstahl-Optik hielt Volkswagen die prägnanten Abgasendrohre. Da der mit einem SCR-Katalysator ausgestattete Clean-Diesel des CrossBlue keinerlei Ruß ausstößt, glänzen die Endrohre der Abgasanlage dauerhaft.

SUV als Notstromaggregat

Links und rechts statteten die Macher den VW CrossBlue im Heckbereich jeweils mit einer „Tankklappe“ aus: auf der Beifahrerseite befindet sich der Einfüllstutzen für den Diesel- und SCR-Tank, auf der Fahrerseite allerdings unter einer Klappe zwei Steckdosen. Die erste dient zum Laden der Lithium-Ionen-Batterie, an die zweite lassen sich zum Beispiel beim Camping Elektrogeräte wie Kühlboxen oder Lichtsysteme anschließen, so dass der CrossBlue in diesem Fall als Stromaggregat fungiert.

Antrieb: Satter Fahrspaß mit Minimalverbrauch

Bei der in Detroit gezeigten Studie verschmelzen der 140 kW/190 PS starke Turbo-Diesel (TDI) der neuen Motorenbaureihe EA288 und ein 6-Gang-DSG (Doppelkupplungsgetriebe) mit Elektrokomponenten. Zu Letzteren gehören die Lithium-Ionen-Batterie im Mitteltunnel sowie die vordere E-Maschine mit 40 kW/54 PS und 180 Nm sowie die hintere mit 85 kW/116 PS und 270 Nm. Die Systemleistung gibt Volkswagen mit 225 kW/306 PS und bis zu 700 Nm Gesamtdrehmoment an. So ausgestattet, spurtet der große CrossBlue in nur 7,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erzielt eine Top-Speed von 204 km/h.

Der CrossBlue lässt sich in verschiedenen Betriebsmodi fahren. Standardmäßig startet der Volkswagen im klassischen Hybrid-Modus - die Antriebssysteme werden hier automatisch optimal genutzt, wobei so oft wie möglich die Elektromotoren für den Vortrieb sorgen. Per Tastendruck kann der Fahrer zudem in den Eco- oder Sport-Modus wechseln. Im Eco-Modus steuert das System Parameter wie die Gaspedalkennlinie oder die Klimaanlage derart, dass weniger Kraftstoff respektive Strom verbraucht wird.


Im Sport-Modus nutzt der Wagen die maximale Leistung des Gesamtsystems. Darüber hinaus stehen ein Offroad-Modus (permanenter Allradantrieb), ein Lade-Modus und der E-Modus (emissionsfreies Fahren auf Knopfdruck) zur Verfügung. Dank eines innovativen Plug-In-Hybridsystems (TDI Clean Diesel + zwei E-Motoren + Doppelkupplungsgetriebe + elektrische Kardanwelle) ermittelte Volkswagen für das allradgetriebene SUV eine Verbrauchsprognose von nicht mehr als 2,1 Litern Diesel pro 100 Kilometer.

E-Modus: Elektronisches Fahren mit Spar- und Boost-Effekt

Dank seiner Lithium-Ionen-Batterie fährt der CrossBlue über eine Distanz von bis zu 33 Kilometern rein elektrisch. Die Höchstgeschwindigkeit reduziert Volkswagen in diesem Fall auf 120 km/h. Im E-Modus sorgt allein der 85 kW/116 PS starke E-Motor der Hinterachse für den Vortrieb. Beim rein elektrischen Fahren wird der Turbo-Diesel durch das Öffnen der Kupplung vom Antriebsstrang getrennt und abgeschaltet. Sobald der TDI aufgrund des Ladezustandes der Batterie oder anderer Parameter wieder eingebunden werden soll, koppelt er sich ruckfrei und binnen Sekundenbruchteilen erneut in den Antriebsstrang ein.

Raumeinschränkungen im Interieur durch das elektrische Antriebssystem gibt es nicht. Das Aufladen der Batterie erfolgt entweder über externe Stromquellen (230-Volt-Anschluss) oder während der Fahrt. Der Fahrer kann bewusst über eine Taste in der Mittelkonsole in einen Lade-Modus wechseln. Dabei lädt sich die Batterie via TDI während der Fahrt auf, um am späteren Zielort mit ausreichend elektrischer Energie im Stadtbereich emissionsfrei unterwegs sein zu können.

 

Zusätzlich gibt es verschiedene Betriebsmodi, die sich je nach Fahrsituation automatisch einstellen: Sobald der Fahrer vom „Gas“ geht und die Batterie ausreichend geladen ist, schaltet das System alle Motoren ab und entkoppelt diese vom Antriebsstrang. In diesem Fall spricht man vom emissionsfreien „Segeln“.


Geht der Fahrer vom Gas respektive bremst er, ohne dass die Batterie ausreichend geladen ist, arbeiten beide Elektromotoren als Generatoren und speisen die beim Bremsen gewonnene Energie in den Lithium-Ionen-Akku ein. Der TDI ist beim sogenannten Rekuperationsmodus abgeschaltet und abgekoppelt. Soll es besonders sportlich vorangehen, bilden die E-Motoren eine allradangetriebene Allianz mit dem TDI. Dieser Zusammenschluss der Kräfte nennt sich „Boosten“.

Ab ins Gelände: Offroad mit elektrischer Kardanwelle

Alle vier Räder sind im Spiel, sobald der Fahrer bewusst den Offroad-Modus aktiviert. In diesem Fall und bei niedriger Batterieladung fungiert der nun via TDI mit Energie versorgte vordere Elektromotor allein als Generator und damit als Stromquelle für sein Pendant an der Hinterachse. Da die Energie zum Antrieb der Hinterachse „by wire“ und nicht mechanisch fließt, ist von einer elektrischen Kardanwelle die Rede. Aufgrund der Tatsache, dass der TDI im Offroad-Modus über den vorderen E-Motor den hinteren antreibt, funktioniert der Allradantrieb auch bei niedrigem Ladestand der Batterie.

Sorgt allein der TDI für den Vortrieb, wird der CrossBlue zum reinen Fronttriebler. Dabei gilt: Dank der effizienten Technologie des aufgeladenen Vierzylinders mit Common-Rail-Direkteinspritzung erweist sich die Studie auch jetzt noch als sehr sparsam. Hier ergibt sich noch immer ein Durchschnittsverbrauch von hervorragenden 4,9 Litern auf 100 Kilometern.

Interieur-Konzept: Reichlich Raum und maximaler Komfort

Volkswagen stattete die Studie mit sechs Einzelsitzen (drei Sitzreihen) aus. In einer Serienversion würde es alternativ in der zweiten Reihe drei und damit insgesamt sieben Sitzplätze geben. Im Fond steigt die Sitzposition leicht an; besonders Kinder schätzen die dadurch verbesserte Sicht. Gleichwohl ist die Kopffreiheit durchgängig sehr gut. Vorn sind es 1,077 Meter, in der zweiten Reihe 1,020 Meter und in der dritten Reihe 0,954 Meter, ergo immer noch knapp einen Meter.


Ebenfalls komfortabel gestaltet sich die Beinfreiheit: In der zweiten Sitzreihe stehen bis zu 94,7 Zentimeter zur Verfügung, in der dritten sind es bis zu 91,7 Zentimeter. Der letzte Wert untermauert, dass in der dritten Sitzreihe auch Erwachsene lange Reisen bequem überstehen. Einen komfortablen Ein- und Ausstieg nach hinten ermöglichen die mit einem Handgriff nach vorn verschiebbare zweite Sitzreihe.

Hinter der dritten Sitzreihe erschließt sich ein 335 Liter großer Kofferraum mit einer Laderaumlänge von 60 Zentimetern. Klappt man die Lehnen der dritten Sitzreihe um, vergrößert sich das Stauvolumen auf 812 Liter und die Laderaumlänge auf 1,387 Meter. Beim Umklappen auch noch der Lehnen der zweiten Sitzreihe, steigt das Stauvolumen auf nahezu 2.000 Liter und die Länge des Laderaums vergrößert sich auf 2,230 Meter. Schließlich ist es möglich, sogar die Lehne des Beifahrersitzes umzuklappen, um dann bis zu 3,110 Meter lange Gegenstände einzuladen.

Für optimale Temperaturen an Bord sorgen im Fond die in das Dach integrierten Ausströmer der Klimaautomatik. Die hinteren Bereiche der 4-Zonen-Klimaanlage lassen sich ferner von der zweiten Sitzreihe aus steuern.

Hochwertiges Ambiente: Highend-Gestaltung und Hightech

Sobald der Fahrer die Zündung aktiviert, fahren die runden Bedienelemente der Licht-, Klima- und der Allradsteuerung heraus; im Ruhezustand liegen diese Regler plan in der Cockpitlandschaft. Wie vom Touareg bekannt, sind die Regler - passend zum Charakter eines großen SUV - in robustes Aluminium eingefasst. Das edle und haptisch angenehme Metall ist generell eines der dominierenden Materialien im Innenraum und kommt ebenso für die Einfassungen der Luftausströmer und Tastenfelder, wie etwa für den Innenkranz als auch die Speichen des Lenkrades, zum Einsatz. Alle wesentlichen Taster im Innenraum - bis auf den Warnblinkschalter - führten die Macher als Softtouch-Schalter aus.


Darüber hinaus veredeln Leder und Holz den Innenraum. Als besonders prägnant zeigt sich die Gestaltung der Holzapplikationen. Volkswagen setzte auf das dunkel gebeizte Holz des Bananenbaumes. Von der nach unten hin offenen und sportlich zur Mittelkonsole hin ansteigenden Schalttafel aus „fließt“ die Linienführung dieser Holzapplikationen über die Armaturenquerspange bis in die Türverkleidungen. Oberhalb dieser Holz-Applikationen und im Bereich der zweigeteilten Mittelarmlehne kommt derweil ein dunkles Leder im Farbton „Marble Grey“ zum Einsatz. Unterhalb der Holzapplikationen und als Sitzbezug setzt Volkswagen indes Leder, Verkleidungen und Stoffe im hellbeigen Farbton „St. Tropez“ ein.

Zentral in der Mittelkonsole befindet sich ein 10,2 Zoll großer Touchscreen. Optisch fassen das Display ein Alurahmen und die mittleren Luftausströmer ein. Über den großen Touchscreen lassen sich sämtliche Info- und Entertainment-Funktionen als auch der Status des Hybridsystems abrufen. Neu entwickelt wurde zudem die 3D-Darstellung der Navi-Streckenführung oder der Mediathek - die Landschaft „dreht“ sich respektive der Coverflow räumlich nach oben, wodurch eine extreme Tiefe entsteht.

Hightech kennzeichnet die Instrumente: Das sogenannte Kombiinstrument ist frei programmierbar aufgebaut und bietet unterschiedlichste Funktionen und Anzeigen. Der VW CrossBlue kann beispielsweise in verschiedenen Antriebsmodi fahren. Im besonders effizienten „Eco“-Modus sind die spezifischen Inhalte blau hinterlegt, im dynamischen „Sport“-Modus wechselt die Leitfarbe dagegen auf Rot.

Damit die Gäste im Fond ebenfalls in den vollen Genuss des Audio-, Video- und Online-Programms kommen, integrierte Volkswagen in die Kopfstützen der ersten Sitzreihe jeweils mobile iPad minis als Monitore des Rearseat-Entertainments. Ein Fender-Soundsystem sorgt abschließend für eine kristallklare Klangwelt.

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