VW Golf GTI Clubsport S: Ein Kracher! Der VW Golf R ist geschlagen

, 07.05.2016


Das gab es noch nie: Erstmals schlägt ein VW Golf GTI ab Werk den sonst übermächtigen VW Golf R in puncto Leistung. Der neue VW Golf Clubsport S sorgt für pures Adrenalin: Unter der Motorhaube sitzt für eine bestechende Performance der stärkste GTI-Motor aller Zeiten. Dazu kommen ein spezielles Nordschleifen-Setting und zahlreiche Features, um die Dynamik nochmals zu verschärfen. Doch erst die Nordschleifen-Rekordzeit macht deutlich, wie schnell dieser heiße Kompaktsportler wirklich ist. 40 Jahre GTI, weltweit nur 400 Exemplare: Der Preis des VW Golf GTI Clubsport S beträgt daher 40.000 Euro - aufgrund der besonderen Ausstattung ein mehr als attraktiver Preis. Die Markteinführung erfolgt ab Ende September 2016.


Das sind sie: Starke Extras für die pure Performance

Zum Jubiläum verpasste Volkswagen dem grundsätzlich als Zweitürer ausgeführten VW Golf GTI Clubsport S heiße Zutaten: Die neue Front unterstreicht die Angriffslust und verbessert gegenüber dem herkömmlichen VW Golf GTI die Luftzufuhr zum Motor, die Aerodynamik und den Anpressdruck. Hinten ist es der im Windkanal aerodynamisch perfektionierte Dachkantenspoiler, der die Aerodynamik optimiert und deutlich größer als das Pendant des VW Golf GTI ausfällt. Zwischen dem in Schwarz gehaltenen Dachbereich und dem flügelartig quer darüber gespannten Spoiler gibt es einen schmalen Luftspalt. Der zweiteilige Dachkantenspoiler ragt in der Höhe über die Dachlinie hinaus. Seitlich geht der Spoiler in die schwarzen Flaps der Heckklappe über.

Im Zusammenspiel mit dem schwarzen Heckdiffusor und dem Dachkantenspoiler erzeugt der VW Golf GTI Clubsport S gezielt mehr Abtrieb an der Hinterachse als an der Vorderachse. Das Plus an Fahrstabilität, besonders an der Hinterachse, wird genutzt, um das Fahrwerk deutlich neutraler abzustimmen, so dass das für Fronttriebler typische Untersteuern praktisch nicht mehr vorhanden ist.

Zur weiteren spezifischen Ausstattung des exklusivsten Golf GTI gehören unter anderem Semi-Slicks im Format 235/35 auf 19 Zoll großen Leichtmetallfelgen des Typs „Pretoria“, zu 65 Prozent abgedunkelte Scheiben im Fond, die Typenschilder „Clubsport S“, das auch im Fall der weißen und roten Fahrzeuge schwarz lackierte Dach sowie Xenon-Scheinwerfer mit Kurven- und LED-Tagfahrlicht.


Die Macher modifizierten außerdem die 17-Zoll-Bremsanlage, die insbesondere auf der Rundstrecke und den dabei entstehenden hohen Temperaturen der Bremskomponenten extrem standfest sein soll. Bei den vorderen Bremsscheiben handelt es sich um sogenannte „gebaute Stiftscheiben“. Dabei ist der Bremsentopf in Aluminium ausgeführt. Der Reibring aus Stahlguss ist über eingegossene Passstifte mit diesem Aluminium-Bremstopf verbunden und kann sich daher bei Erwärmung radial ausdehnen. Zu den weiteren Vorteilen der neuen Bremsscheiben gehört neben der Standfestigkeit eine sehr gute Dosierbarkeit. Für die Fahrdynamik wichtig: Durch die Aluminium-Bremstöpfe verringern sich die ungefederten Massen pro Rad um ein Kilo.

Antrieb: Von einem Rennwagen abgeleitet - so schnell und so leicht ist er

Zum Schärfen des Motors flossen beim VW Golf GTI Clubsport S die Erfahrungen aus einem Rennwagen ein: dem 330 PS starken VW Golf TCR aus der Tourenwagen-Meisterschaft. Die Macher steigerten die Leistung des 2,0 Liter großen Vierzylinder-Turbobenziners der EA888-Baureihe auf permanente 310 PS. Dazu kommt ein maximales Drehmoment von 380 Nm, das zwischen 1.700 und 5.300 U/min zur Verfügung steht. Die Kraftübertragung an die Vorderräder erfolgt generell über ein 6-Gang-Handschaltgetriebe.

Das Plus an Leistung erzielten die Ingenieure im Detail über eine Anpassung der Motorsteuerung und den Einsatz einer neuen Abgasanlage, die vor den Endtöpfen im Abgasendrohr einen Durchmesser von 65 Millimetern statt 55 Millimetern aufweist, um den Gegendruck und die Leistung zu steigern. Nebeneffekt der Modifikationen: Die Abgasanlage entwickelt beim Verzögern ein wunderbar grollendes Schubbrabbeln respektive Backfire.


Damit gab sich Volkswagen nicht zufrieden und reduzierte das Fahrzeuggewicht signifikant: Der Entfall der Rücksitzanlage samt der Mittelarmlehne brachte die größte Gewichtseinsparung. Eine kleinere Batterie und das Verbannen von akustisch wirksamen Dämmmatten, des variablen Ladebodens, der Hutablage, der Fußmatten und der Hauben-Dämpfung trieb das Gewicht weiter in den Keller. Ein Aluminium-Hilfsrahmen an der Vorderachse und Aluminium-Bremstöpfe sorgen für weitere Einsparungen.

Die für die Performance wichtigen 235/35er ZR-Reifen von Michelin auf 19-Zoll-Leichtmetallfelgen des Typs „Pretoria“, das ebenfalls unverzichtbare DCC sowie eine Domstrebe, ein Trennnetz hinter den Sitzen und Teppich im Fond brachten wiederum Gewicht mit. Bleiben zirka 30 Kilogramm Gewichtseinsparung gegenüber einem vergleichbar ausgestatteten VW Golf GTI Clubsport und damit niedrige 1.285 Kilogramm Leergewicht (EU-Leergewicht inklusive Fahrer und Gepäck 1.360 Kilogramm). Bei 310 PS ergibt sich somit ein Leistungsgewicht von dynamischen 4,15 kg/PS.

Derart ausgerüstet, spurtet der VW Golf GTI Clubsport S in nur 5,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Statt einer elektronischen Fessel, darf dieser Kompaktsportler frei laufen und erzielt eine Höchstgeschwindigkeit von 265 km/h. Dem gegenüber steht ein durchschnittlicher Kraftstoffverbrauch von 7,4 Litern pro 100 Kilometer, was einem CO2-Ausstoß von 172 g/km entspricht.

Zum Vergleich: Der handgeschaltete VW Golf GTI Clubsport mit 265 PS spurtet in 6,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und beendet seinen Vortrieb bei elektronisch begrenzten 250 km/h. Beim allradangetriebenen VW Golf R und manueller Schaltung sind es 5,1 Sekunden für den klassischen Sprint auf 100 km/h und eine Top-Speed von elektronisch limitierten 250 km/h.

 

So gelang es: Mehr Sturz, noch mehr Grip und Untersteuern Ade

Der VW Golf GTI Clubsport S besitzt ein spezifisches Sportfahrwerk, bei dem die Macher beide Achsen neu konfigurierten. Die modulare Performance-Hinterachse erhielt mehr Seitenführungspotenzial, um noch höhere Querbeschleunigungen zu realisieren. Ohne Eingriffe in die McPherson-Vorderachse würde das allerdings zu einem verstärkten Untersteuern führen. Um das Untersteuern zu neutralisieren und gleichzeitig den Grip-Level zu steigern, steuerte Volkswagen an der Vorderachse entsprechend gegen und führte die Radträger spezifisch aus. Folge: ein höherer Sturzwinkel. Der negative Sturz erhöht das Seitenführungspotenzial und optimiert damit den Grip an der Vorderachse. Untersteuern Ade.


Darüber hinaus perfektionierten die Macher das Bremsverhalten, um insbesondere beim Anbremsen sehr schneller Kurven ein Ausbrechen des Hecks zu verhindern. Das führt im Zusammenspiel mit den Aerodynamik-Maßnahmen dazu, dass der Fahrer gezielt mit dem VW Golf GTI Clubsport S in Kurven hineinbremsen kann, ohne an Fahrstabilität zu verlieren. Ergebnis: eine bis weit in den Grenzbereich hinein extrem gute Fahrbarkeit.

Traktionskontrolle: Der Weg in den Grenzbereich

Selbst bei voller Beschleunigung ergibt sich aufgrund der modifizierten Fahrwerksabstimmung und der Semi-Slicks eine weiter verbesserte Traktion. Auf dieser Basis konnte Volkswagen auch die ESC-Software (elektronische Stabilitätskontrolle) anpassen. Obwohl die Traktionskontrolle im VW Golf GTI Clubsport S später eingreift und das Drehmoment bei einem Eingriff weniger stark zurückgenommen wird, tritt das für starke Fronttriebler bei maximaler Beschleunigung typische „Stempeln“ der Vorderräder praktisch nicht mehr auf. Der spürbare Effekt ist ähnlich wie der einer Launch Control bei Automatik-Fahrzeugen.

Als wichtige Bausteine erweisen sich außerdem die Fahrdynamik-Funktion XDS+ und die ebenfalls serienmäßige Vorderachs-Differenzialsperre. Sobald die Elektronik erkennt, dass das kurveninnere Vorderrad bei schneller Fahrt zu sehr entlastet wird, baut das System an diesem Rad gezielt einen Bremsdruck auf, um erneut die optimale Traktion herzustellen. Zudem lenkt der VW Golf GTI Clubsport S dadurch besser ein. Das XDS+ wirkt so als Quersperrdifferential.


Analog zu den anderen GTI-Versionen bietet der VW Golf GTI Clubsport S für besonders ambitionierte Fahrer die Funktion „ESC Sport“ an. Aktiviert wird das System über einen zweistufigen Schalter auf der Mittelkonsole. Drückt der Fahrer die Taste einmal kurz, schaltet die elektronische Stabilitätskontrolle (ESC) in den Modus „ESC Sport“. Bei sehr schnellen und kurvenreichen Fahrten spricht das ESC in der Folge später an und ermöglicht so nochmals agilere Handling-Eigenschaften. Betätigt der Fahrer die Taste länger als drei Sekunden, wird das ESC-System komplett deaktiviert. Nun lässt sich der GTI ohne Regeleingriffe bis in den Grenzbereich im eigenen Ermessen des Fahrers bewegen.

Nordschleifen-Abstimmung auf Knopfdruck - und der Rekord steht

Weltexklusiv wird der VW Golf GTI Clubsport S mit einem über die Fahrprofilauswahl abrufbaren Setting für die Nürburgring-Nordschleife, der anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt, ausgeliefert. Möglich ist das, weil der Wagen serienmäßig mit der individuell konfigurierbaren adaptiven Fahrwerksregelung DCC und einer Fahrprofilauswahl ausgestattet ist. Die spezielle Nordschleifen-Abstimmung hinterlegte Volkswagen im Fahrprofil „Individual“. Darüber hinaus stehen die Fahrprofile „Comfort“, „Normal“ und „Race“ zur Verfügung. Selbstverständlich kann der Fahrer im Profil „Individual“, wie gehabt, auch weiterhin Einstellungen selbst variieren.

Die meisten Rennstrecken der Welt weisen kaum größere Bodenwellen und Höhenunterschiede auf. Nicht so die Nürburgring-Nordschleife. Hier gibt es von beidem reichlich - und dazu reichlich Kurven. Die Folge: eine einzigartige Kombination aus Passagen mit Querdynamik und vertikaler Dynamik. Ein auf den Nürburgring abgestimmtes Fahrzeug muss einerseits Kurven mit hohen Geschwindigkeiten und gleichzeitig extreme Bodenwellen und Höhenänderungen meistern.


Wird ein Auto auf eine normale Rennstrecke abgestimmt, macht man das Fahrwerk recht hart. Das ist auf der Nordschleife allerdings nicht zielführend. Die Radaufhängungen sollen vielmehr die zahlreichen Bodenwellen absorbieren, um die Räder perfekt auf der Straße zu führen. Vertikal muss der Wagen eher weich sein, querdynamisch hingegen gleichzeitig steif. Genau das berücksichtigte Volkswagen bei der Feder- und Dämpfer-Abstimmung - insbesondere im Hinblick auf die Dämpferabstimmung der adaptiven Fahrwerksregelung DCC. Das System erlaubt es, die Dämpfung in Abhängigkeit der Fahrzustände optimal zu regeln.

Das Gesamtpaket ist sogar dermaßen stark, dass der VW Golf GTI Clubsport S am 20.04.2016 den neuen Rundenrekord für frontangetriebene Serienfahrzeuge auf der 20,832 Kilometer langen Nürburgring-Nordschleife holte. Mit einer Rundenzeit von 7:49,21 Minuten verbesserte Volkswagen den Rekord des Renault Mégane RS 275 Trophy-R um deutliche fünf Sekunden.

Innenraum: Motorsport-Schalensitze und vieles mehr in Serie

Im Bereich der Mittelkonsole besitzt der auf 400 Exemplare limitierte VW Golf GTI Clubsport die Produktionsnummer (001/400 bis 400/400). Fahrer und Beifahrer sitzen auf Motorsport-Schalensitzen. Ebenfalls an Bord befinden sich die GTI-Insignien des „normalen“ Golf GTI Clubsport. Dazu gehören der kultige Schaltknauf im Golfball-Design mit einer Einfassung in Alcantara, eine rote Linie in den Sicherheitsgurten, an der Schalttafel und Türen Applikationen im coolen Dessin „Wabe 40“ sowie ein edles Dekor in schwarzem Klavierlack.

Ergonomisch perfekt auf die Rennstrecke abgestimmt: das mit Alcantara bezogene und griffige Sportlenkrad mit verchromtem GTI-Emblem, roter Naht und ebenfalls roter 12-Uhr-Markierung setzt weitere Akzente. Ein roter GTI-Schriftzug auf den Edelstahl-Einstiegsleisten rundet die Maßnahmen ab.

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