Opel: Das Milliarden-Geschäft mit bequemen Sitzen

, 05.08.2016


Das beginnt bereits mit der Positionierung des Sitzes im Fahrzeug. Die Opel-Experten positionierten beispielsweise im neuen Opel Astra den serienmäßigen Komfortsitz tiefer, um größeren Fahrern mit einem sportlichen Fahrstil entgegen zu kommen. Und kleine Fahrer? Die erhalten dank 65 Millimeter Verstellweg in der Höhe ebenfalls eine optimale Sitzposition. Mit der Memory-Funktion des optionalen Premium-Ergonomie-Sitzes lässt sich die Sitzposition speichern - ideal, wenn in der Familie mehrere Personen den Astra nutzen.


Dazu kommen in der Basisversion des optional erhältlichen Ergonomie-Sitzes eine vierfach elektropneumatisch einstellbare Lendenwirbelstütze (vorwärts, rückwärts, hoch und runter), eine variable Sitzflächenneigung, eine ausziehbare Oberschenkelauflage und eine Sitzform, deren Kontur der natürlichen Krümmung der menschlichen Wirbelsäule folgt. Der Premium-Ergonomiesitz verfügt außerdem über elektropneumatisch einstellbare Seitenwangen, die den Körper in Position halten, indem sie die Lehne schmaler oder breiter machen.

Ergonomie hört bei Opel nicht bei den Einstellmöglichkeiten des Sitzes auf. So tragen weite Einstellwege des Lenkrades in Höhe und Tiefe dazu bei, dass der Fahrer den Sitz im richtigen Verhältnis zu Gas- und Bremspedal positionieren kann. Darüber hinaus verfügt der Komfortsitz, zum Beispiel im Astra, über eine passive Klimatisierung, das heißt luftdurchlässige Oberflächenmaterialien und perforierte Polyurethanschäume verbessern den Transport der Feuchtigkeit und damit das Mikroklima im Sitz deutlich. Schließlich trägt auch eine angenehme Temperatur im Auto zum Wohlbefinden und damit zur Sicherheit bei.

In den belüfteten Sitzen des Astras, Insignias und Cascadas verbaut Opel wiederum kleine Ventilatoren, welche die feuchte Luft vom Fahrer weg saugen, so dass dieser nicht ins Schwitzen gerät. Wer seinen Astra zum ultimativen Wellness-Mobil machen will, genießt auf Knopfdruck eine angenehme Massage.


Sitzentwicklung: Mit reibenden Robotern zum perfekten Sitz

Die Struktur ist das wichtigste Bauteil des Sitzes, sorgt für die Sicherheit der Insassen und hält sie bei einem Aufprall in der richtigen Position, ist aber zugleich auch meist für das hohe Gewicht verantwortlich. Mit Hilfe einer Computer-Simulation finden die Ingenieure noch vor dem ersten Prototypenbau heraus, wie weit sie risikolos Gewicht sparen können.

Sind die ersten Prototypen gebaut und Stoffe oder Leder für die Bezüge ausgewählt, kann die Arbeit beginnen. Eine besondere Aufgabe führen Bernd, Werner, Oliver und Marius aus die immer wieder über die Seitenwange des Sitzes reiben. Dabei handelt es sich um Prüfroboter, denen das menschliche Team durch die sehr enge Zusammenarbeit bereits Namen gab. Die Roboter simulieren das Ein- sowie Aussteigen und schubbern dabei kräftig über das Leder. Genau genommen bestehen die Roboter aus einem Reibsattel mit einer jeansähnlichen Oberfläche und einer Schaumstoffschicht, die das menschliche Gesäß und die Oberschenkel nachahmt.

Bis zu 50.000 solcher Ein- und Aussteigzyklen stellt das Roboter-Team nach - das entspricht einem ganzen Autoleben in nur einer Woche. Sowohl die Premium- und Ergonomie-Sitze als auch die serienmäßig integrierten Komfortsitze müssen diese Tortur über sich ergehen lassen. Nach dem Test können die Ingenieure an der Leder- und Gewebestruktur erkennen, ob die Sitze künftig sämtlichen Belastungen standhalten werden.


„Die Farbe ist meistens angegriffen und die Oberfläche angekratzt. Das wichtigste aber ist, dass der Schaum darunter hält und die Oberflächenstruktur stabil bleibt“, sagt Sitzexperte Andrew Leuchtmann. Wenn nicht, heißt es nachrüsten Schließlich sollen die Premium- und Ergonomie-Sitze von Opel ein ganzes Autoleben durchhalten.

Parallel dazu sind neun menschliche Sitzprofis am Werk, die unter anderem stundenlang und kilometerweit fahren, um die elektropneumatisch einstellbare Lendenwirbelstütze, die ausziehbare Oberschenkelauflage oder die Massagefunktion testen. Ergeben sich Schwachpunkte, muss das Expertenteam um Andrew Leuchtmann diese Stück für Stück abarbeiten und beseitigen. Erst dann kann die Serienfertigung tatsächlich beginnen.

Noch größere Ziele mit der neuen Sitzgeneration

Gut fünf Jahre dauert die Sitzentwicklung bei Opel. Davon investieren die Entwickler zwei Jahre in die Umsetzung neuer Konzepte. Bereits jetzt wird im Verborgenen an der nächsten Generation der Premium- und Ergonomie-Sitze gearbeitet. Das Ziel ist klar: Der Sitz der Zukunft wird noch ergonomischer, noch leichter, noch stylischer und noch sicherer sein. Auch in puncto Massage soll noch einiges denkbar sein. Dass weitere Opel-Modelle mit Premium- und Ergonomie-Sitzen folgen, scheint schon fast eine Selbstverständlichkeit zu sein. Der große Aufwand lohnt sich: Die Einbaurate der AGR-Ergonomiesitze beträgt bei Opel 55 Prozent.

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