Audi S3 (2013) Test: Wenn der Wolf seinen Schafspelz abstreift

, 01.10.2013


Fahrspaß: Eine Frage des Charakters

Der Fahrer eines Audi S3 möchte seinem Auto die Sporen geben. Per Tastendruck lässt sich der Fahrspaß dank des serienmäßig enthaltenen Fahrdynamiksystems „Audi Drive Select“ zusätzlich steigern. Per Tastendruck können die Systeme im Modus „Comfort“, „Auto“, „Dynamic“, „Individual“ oder „Efficiency“ arbeiten - ganz nach Lust und Laune des Piloten.

Die meisten S3-Fahrer dürften sich vom „Dynamic“-Modus nicht mehr trennen, der spürbar agiler zu Werke geht als der „Comfort“-Modus. Die Schaltcharakteristik ist auf höhere Drehzahlen ausgelegt, die Gasannahme sportlicher und die Lenkansprache spontaner. Wer es lieber in Abhängigkeit vom Fahrzustand automatisiert mag, wählt den „Auto“-Modus. Zur Verbesserung des Handlings im Kurvengrenzbereich verbaute Audi ferner die Stabilisierungskontrolle ESC mit einer elektronischen Quersperre; im Kurvengrenzbereich verbessert sie das Handling und die Fahrsicherheit durch minimale Bremseingriffe.

Das straff, aber nicht knallhart abgestimmte Sportfahrwerk legt die Karosserie im Vergleich mit dem A3 um 25 Millimeter tiefer - das sieht nicht nur gut aus, sondern fördert durch die reduzierte Seitenneigung das Kurvenräubern. Während die serienmäßigen Sportsitze neben Komfort vor allen Dingen besten Halt bieten und das unten abgeflachte Sportlederlenkrad griffig in der Hand liegt, lässt sich der Audi S3 bei schneller Fahrt bestens vor Kurven positionieren. Der Sportler folgt sodann präzise dem Lenkeinschlag.

Dank der Progressivlenkung benötigt der Fahrer kleinere Lenkbewegungen, um die gewünschten Kurvenradien zu erzielen. Das heißt: weniger Umgreifen bei engen Kurven. Sollte es der Fahrer übertreiben, wozu er im S3 wirklich sehr schnell unterwegs sein muss, steht eine elektronische Stabilisierungskontrolle (ESC) parat. Bei Bedarf lässt sich der Audi S3 über exakt dosierbare Bremsen verzögern, die schnell zupacken und mit einer guten Spurtreue in Kurven zum Fahrvergnügen beitragen.

Noch nicht genug Fahrspaß? Um noch früher aus Kurven beschleunigen zu können oder um auch bei Regen ein spürbares Plus an Dynamik und Sicherheit zu erzielen, stattet Audi den S3 serienmäßig mit einem Allradantrieb aus. Im normalen Fahrbetrieb schickt die Kupplung die Motorkräfte zum größten Teil auf die vorderen Räder. Lässt dort die Traktion nach, kann das System die Momente stufenlos nach hinten umleiten, so dass der Audi S3 nicht gnadenlos über die Vorderachse schiebt.

Von Dränglern und verblüfften Gesichtern

In Kurvenrevieren bietet der Audi S3 eine Menge Fahrspaß, ebenso auf der Autobahn, wenn Drängler den Audi S3 falsch einschätzen und der Kompaktsportler plötzlich seine wahre Power zeigt und davon zieht. Übrig bleiben verblüffte Gesichter. Allerdings wird jeder seinen Audi S3 ebenfalls in der Stadt bewegen, wo sich der Kompaktsportler mit dem „Comfort“-Modus komfortabel und mit einer nun praktischerweise leichtgängigeren Lenkung dirigieren lässt. Auf langen, entspannten Autobahnetappen im Ausland mit Tempolimit bietet sich zum Spritsparen der „Efficiency“-Modus an.

Im Idealfall begnügt sich der Audi S3 mit der „S tronic“ auf 100 Kilometern durchschnittlich mit 6,9 Litern Kraftstoff. Zum Vergleich: Der Vorgänger benötigte 1,5 Liter mehr. Ein überzeugender Wert, der allerdings vom individuellen Fahrstil abhängt. Ob sich Fahrer bei diesem bissigen Kompaktsportler derart zurückhalten und auf den immensen Fahrspaß verzichten können, stellt jedoch eine andere Frage dar.

Interieur: Sportlichkeit auf ganzer Linie

Sportlich-elegant und bestens verarbeitet zeigt sich der Innenraum des Audi S3. Dekorleisten in mattem gebürsteten Aluminium, Sportsitze mit Feinnappa-Leder und einer prägnanten Rautensteppung, sauber gesetzte Kontrastnähte und eine Pedalerie aus gebürstetem Edelstahl setzen Akzente. Über die elektrisch einstellbaren, beheizbaren Sportsitze und das in Höhe und Weite einstellbare Lenkrad findet der Fahrer zudem schnell seine ideale Sitzposition. Man fühlt sich einfach wohl.

Überhaupt glänzt der Audi S3 mit einer klaren Gestaltung des Cockpits, bestens ablesbaren Instrumenten und einer intuitiven Bedienung. Typisch S-Modell: Die Macher hielten die Ziffernblätter der Instrumente in Grau, die Nadeln in Weiß. Eine weitere S-spezifische Besonderheit findet sich im Drehzahlmesser, der jetzt eine Ladedruckanzeige des Turboladers integriert, um die maximale Leistung des Motors abrufen zu können.

Bietet der Audi S3 vorne sogar viel Platz für bis zu 2 Meter lange Menschen, geht es im Fond leider eng zu. Hinten finden eher Kinder Platz; denn die Beinfreiheit reicht nur für etwa 1,70 Meter lange Mitfahrer. Für den Alltag und auf Reisen reicht hingegen der gut zugeschnittene Kofferraum mit einem Volumen von 365 Litern - sicherlich kein Bestwert, aber durch Klappen der Fondlehnen wächst dieses auf 1.100 Liter und es entsteht eine nur leicht ansteigende Ladefläche. Wer das Plus an Raum benötigt, greift zum viertürigen Audi S3 Sportback.

Zahlreiche Ablagen, Netze an der Rückseite der Vordersitzlehnen, im Frontbereich an der Mittelkonsole sowie Netz- und Taschenhaken unter der Gepäckraumablage als auch Verzurrösen im Kofferraum steigern die Praktikabilität. Vorne wie hinten stehen Getränkehalter zur Verfügung. Als besonders nützlich erweist sich bei agiler Fahrt das Netz für den Gepäckraumboden, das Koffer und andere Utensilien vor dem Verrutschen sichert. Gegen Aufpreis gibt es ferner eine Durchladeeinrichtung für die Rücksitzbank.

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