Fahrbericht VW Golf Variant: Solide bis ins Mark

, 10.12.2007


Lange musste auf die Kombi-Version des VW Golf gewartet werden, doch seit dem Sommer bereichert der Golf Variant wieder die Lademeister-Riege der Kompaktklasse.

Das Warten hat sich zumindest für alle jene gelohnt, die einen soliden Kombi suchen. Dies gilt besonders, wenn der Wolfsburger vom 2,0-Liter-Dieselmotor mit 103 kW/140 PS angetrieben wird. In dieser Kombination ist der Fronttriebler zum Preis ab 24 900 Euro erhältlich.

Optische Unterschiede zur Limousine sind naturgemäß vor allem an der Heckpartie zu finden. Die schlicht gestalteten, leicht in die Seite gezogenen Rückleuchten fallen angenehm ins Auge. Auch die Seitenansicht mit der dezent keilförmigen, nach hinten ansteigenden Linie überzeugt. Das Cockpit des Variant wurde wie die Außenfront von der Steilheckversion des Golf V übernommen, leichte Bedienbarkeit und gute Verarbeitung sind damit gewährleistet. Sehr angenehm fällt das Plus an Ablagefächern vorn und hinten im Vergleich zum Vorgänger auf. Schon damit zeichnet sich der Kombi als Auto für Familien und als Firmenwagen aus. Auch der Stauraum kann diesen Ansprüchen genügen. 560 Liter Gepäck lassen sich bei Nutzung aller fünf Sitzplätze immer noch im Heck verstauen. Bei umgeklappter Rückbank stehen 1 550 Liter Kofferraum zur Verfügung. Das Volumen beinhaltet auch die Reserveradmulde im Kofferraumboden, in dem sich ein Notrad befindet.

Doch reine Beladewerte machen noch keinen guten Kombi aus. Wichtig ist auch eine leichte Bedienbarkeit. So schwingt etwa die Heckklappe weit genug auf, um einen guten Zugang zur niedrigen Ladekante zu gewähren, aber nicht zu weit, so dass auch kleine Menschen die Griffmulden an der Innenseite der Klappe noch erreichen und sie schließen können. Die Rücksitze sind im Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel umklappbar, auch ein komplettes Umklappen zu einer 1,70 Meter langen, ebenen Fläche ist möglich. Allerdings müssen dafür vorher die Kopfstützen entfernt werden - was aber leicht von der Hand geht.

Ebenso angenehm ist das Fahrgefühl, das der Variant vermittelt. Die Federung ist in allen Lagen gut abgestimmt. Ob voll beladen oder auf Solo-Fahrt weiß der Wolfsburger Fahrbahnunebenheiten gut auszugleichen und macht auf kurvigen Landstraßen eine gute Figur. Die Sitze verleihen den Insassen guten Halt, und auch nach mehreren hundert Kilometern stellen sich keine Rückenschmerzen ein. Die Lenkung ist leichtgängig, ohne Spiel zu haben. So lässt sich der gut überschaubare Kombi einfach einparken.

Mit all dem harmoniert der Diesel-Vierzylinder-Antrieb mit zwei Litern Hubraum und Pumpe-Düse-Einspritzung, der über ein manuelles Sechsganggetriebe geschaltet wird. Gewichtige Ladung lässt sich dank des maximalen Drehmoments von 320 Nm, das zwischen 1 750 und 2 500 U/min anliegt, recht flott bewegen. Mit höchstens zwei Insassen an Bord kann dem VW eine fast sportliche Note abgerungen werden. In 9,8 Sekunden ist der Sprint auf 100 km/h absolviert, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 205 km/h. Der vom Hersteller angegebene Normverbrauch von 5,6 Liter Diesel kann allerdings auch bei sparsamem Fahrstil nicht erreicht werden. Vielmehr pendelt sich der Durst bei knapp sieben Litern ein, was aber akzeptabel ist.
Die Steuern pro Jahr belaufen sich auf 309 Euro und für die Haftpflicht, beispielsweise bei der AXA, werden 503 Euro im Jahr fällig. Für die Sicherheit an Bord sorgen in der Grundausstattung bereits ein serienmäßiges ESP und sechs Airbags.
Mit seinem hohen Nutzwert und den Reisequalitäten bietet sich der Golf Variant sowohl als Familienfahrzeug als auch als Dienstwagen an. Im Vergleich zum Vorgänger ist er tatsächlich in jeder Beziehung besser geworden.

Technische Daten VW Golf Variant:
Fünftüriger und fünfsitziger Kombi der Kompaktklasse, Länger/Breite/Höhe/Radstand: 4,56 Meter/1,78 Meter/Höhe 150 Meter/2,58 Meter, Kofferraumvolumen: 560 bis 1 550 Liter; Motor: 2,0-Liter-Dieselmotor, 103 kW/140 PS, 0-100 km/h: 9,8 s, Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h, Verbrauch auf 100 km laut Hersteller: 5,6 Liter Diesel, Verbrauch im Test: 6,9 Liter Diesel, CO2-Ausstoß: 148 g/km, Steuern pro Jahr 309 Euro, Beiträge bei der AXA-Versicherung: KH 503 Euro (Typklasse 16, SF 1, Zulassung Düsseldorf, 100 Mio. Euro pauschal mit Schutzbrief), VK 555 Euro (Typklasse 19, SF 1, 300/150 Euro SB), TK 132 Euro (Typklasse 23, 150 Euro SB); Preis ab: 24 900 Euro.

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere Volkswagen-Testberichte

VW Golf GT 1.4 TSI vs. Opel Astra 1.6 Turbo: …

Es ist das Duell der Duelle, seitdem es Vergleichstests gibt: Wolfsburg gegen Rüsselsheim, Volkswagen gegen Opel, Golf gegen Astra. Und obwohl es für die Fans beider Lager nur den einen oder den anderen …

VW Touran vs. Opel Zafira: Duell der Kompaktvan-Giganten

Während von 1998 bis 2003 der Zafira Marktführer war, überholte VW mit dem Touran die Rüsselsheimer im Jahr 2004 und führt seitdem die Zulassungsstatistik an. Mit dem 150 PS-Diesel kommt der Zafira auf über …

VW Jetta 2.0 TDI: Konkurrenz im eigenen Hause?

Erst Jetta, dann Vento und Bora, und nun wieder Jetta: Zeit seiner Karriere sucht die kompakte Stufenheck-Limousine nach einer eigenen Identität und steht stets im Schatten des weitaus erfolgreicheren Golf. …

Dreiervergleich Peugeot 407, VW Passat, Toyota Avensis

Der Franzose möchte mit 170PS, einer Spitzengeschwindigkeit von 221 km/h und seinem relativ günstigen Einstiegspreis von 28.050 Euro überzeugen. Toyota hat seinen Avensis mit 177 Dieselpferdchen …

VW Eos: Kein Kältefrust im Diesel-EOS

[strong]Offenfahren bei 5° Celsius[/strong] Vorurteile über Vorurteile: Cabriofahren im Winter - geht das überhaupt? Cabrio und Diesel - passt das zusammen? Und als Steigerung: Cabriofahren im Winter mit …

AUCH INTERESSANT
VW ID.R: Die spektakulärsten Rekorde des Elektro-Racers

AUTO-SPECIAL

VW ID.R: Die spektakulärsten Rekorde des Elektro-Racers

500 kW/680 PS, schneller als ein Formel-1-Rennwagen und dazu ein unglaublicher Rekordjäger: Der VW ID.R ist der erste elektrische Rennwagen von Volkswagen und fährt auf den legendärsten sowie …


TOP ARTIKEL
BMW iX 2022 Test: Der zeigt der Konkurrenz, was möglich ist
BMW iX 2022 Test: Der zeigt der Konkurrenz, was …
Porsche Panamera Turbo S Test: Die stärkste Verbesserung
Porsche Panamera Turbo S Test: Die stärkste …
Mini Cooper SE 2021 Test: Was das E-Auto jetzt besser kann
Mini Cooper SE 2021 Test: Was das E-Auto jetzt …
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
Porsche: Neue Pläne mit E-Autos, Batterien und E-Fuels
Porsche: Neue Pläne mit E-Autos, Batterien und …
Bridgestone Blizzak LM005: Einer der besten Winterreifen
Bridgestone Blizzak LM005: Einer der besten …
Honda HR-V 2022: Der Preis für den selbstladenden Hybrid
Honda HR-V 2022: Der Preis für den …
Audi RS3 2022 Test: Das konnte bislang kein RS3
Audi RS3 2022 Test: Das konnte bislang kein RS3
Porsche: Neue App komponiert automatisch Musik-Songs
Porsche: Neue App komponiert automatisch …


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo