Ford Mondeo 2.0 TDCi: Eine Klasse besser

, 25.10.2007


Deutlich länger und größer als sein Vorgänger orientiert sich der neue Ford Mondeo in Richtung obere Mittelklasse. Im Testbericht: Die Limousinen-Variante mit 2.0 TDCi-Turbodiesel und 140 PS.

Ein dynamisches Karosserie-Design und ein gründlich überarbeiteter Innenraum werten den
lange etwas verstaubt wirkenden Ford Mondeo gründlich auf. So entwickelt die in Deutschland bisher unterrepräsentierte Limousine Reise- und Repräsentationsqualitäten. Für attraktive 28.700 Euro gibt es die 103 kW/140 PS starke Dieselversion des Stufenheckmodells.

"Energie in Bewegung" ist das neue Design-Motto von Ford. Der Mondeo zeigt das vor allem an der Front: Wie ein Haifischmaul liegt die untere Hälfte des zweiteiligen Kühlergrills über der Straße; die obere, trapezförmige Hälfte gleicht den aggressiven Eindruck durch die nach oben zu einem leichten Lächeln gebogenen Seiten wieder aus, dient aber auch als Ausgangspunkt für eine muskulöse Linienführung, die sich über die gesamte Karosserie zieht. Die pfeilförmigen Scheinwerfer sind weit in die kräftig modellierten Kotflügel gezogen. Im Profil zieht sich über der leicht ansteigenden Fensterlinie ein geschwungenes Dach in Richtung Kofferraum. Das etwas pummelig wirkende Heck zieren Leuchten im Stil der Ford-Vans S-Max und Galaxy.

Der Kofferraum: Groß, aber etwas unpraktisch

Der Kofferraum ist mit 550 Litern sehr geräumig, auch wenn er mit dem Ladevolumen der ebenfalls erhältlichen Karosserievarianten Kombi und Fließheck nicht mithalten kann. Etwas störend: Die Klappe lässt sich nur per Knopfdruck auf die Fernbedienung öffnen und beim Öffnen nach einem Regenschauern fließt dann schon mal ein Wasser-Rinnsal in den Laderaum.

Im Innenraum steht den Passagieren auf allen fünf Sitzen mehr als der klassenübliche Raum zur Verfügung. Bequeme Sitze lassen den Fahrer ermüdungsfrei seine Lenkarbeit verrichten; Gestühl und gut zu fassendes Lenkrad sind vielfach einstellbar. Das Cockpit ist im Neuen gründlich überarbeitet und wirkt deutlich aufgeräumter als im Vorgänger, die Verarbeitung ist gut. Die Materialien sind ordentlich, reichen aber auch in der hohen "Ghia"-Ausstattungslinie nicht an die der Premium-Wettbewerber heran.

Allerdings steht es mit der Übersichtlichkeit des Wagens beim Rangieren nicht zum Besten. Die Karosserie-Enden sind kaum zu erahnen, den Schulterblick nach links kann man sich fast sparen, denn hinter der dicken B-Säule klafft ein gigantischer "Toter Winkel". Parksensoren und elektrisch einstellbare Außenspiegel sind also sinnvolle Extras. Ablagen gibt es zahlreiche. Raucher werden sich aber über den unpraktischen Aschenbecher ärgern. Eingeklemmte Finger beim Öffnen sind garantiert. Ein Grund, nicht im Auto zu rauchen. Seine Hauptqualitäten zeigt der Fronttriebler während der Fahrt. Die direkte Lenkung ist gut abgestimmt, das Fahrwerk straff, ohne unnötige Härten. Die optional erhältliche Dämpferregelung mit ihren drei Stufen "Normal", "Sport" und Komfort" ist da im Alltag nur Luxus. Die Komfort-Einstellung macht lange Autobahnetappen etwas flüssiger, die Sport-Einstellung gibt sich dagegen knüppelhart, ohne große Dynamik-Vorteile zu bringen.

Kräftiger Dieselmotor

Der 2,0-Liter-Vierzylinderdiesel ermöglicht mit einem maximalen Drehmoment von 320 Nm, das zwischen 1.750 U/min und 2.240 U/min anliegt, eine durchweg flotte Gangart. Auch für das Ziehen eines Wohnwagens ist genug Kraft vorhanden. Der Standardsprint gelingt in 9,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei für einen Diesel durchaus ordentlichen 210 km/h. Die Sechsgangschaltung ermöglicht saubere und präzise Gangwechsel. Das Geräuschniveau ist akzeptabel, bei eingeschalteten Scheibenwischern nerven ab Tempo 100 jedoch laute Windgeräusche. Der Kraftstoffverbrauch liegt im Test mit 7,4 Litern Diesel rund anderthalb Liter über den vom Hersteller angegebenen 5,9 Litern Sprit. Das Finanzamt verlangt 309 Euro im Jahr, die Haftpflichtversicherung kostet etwa bei der AXA 573 Euro im Jahr.

Zur vollständigen Einlösung des vom Hersteller formulierten Premium-Anspruchs fehlt dem neuen Mondeo jedoch noch ein wenig. Gegenüber dem Vorgänger macht der Neue optisch jedoch einen großen Sprung, ohne seine bekannten Fahrwerksqualitäten einzubüßen. Und: Die Ford-Limousine ist deutlich preiswerter als die Wettbewerber VW Passat, Mercedes-Benz C-Klasse und Audi A4. So bietet sich der Mondeo tatsächlich als preiswerte Alternative an. In der Chefetage bei Ford ist die Limousine als Dienstwagen im Einsatz - anstelle von Fahrzeugen der Schwestermarke Jaguar oder Volvo.

Teststeno Ford Mondeo 2.0 TDCi Limousine:

Viertürige Mittelklasselimousine, Länge/Breite/Höhe: 4,84 Meter/1,89 Meter/1,50 Meter, Gepäckraum 550 Liter

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel mit 103 kW/140 PS Leistung, Max. Drehmoment: 320 Nm bei 1.750 U/min bis 2.240 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h, Beschleunigung 0 - 100 km/h: 9,5 Sekunden, Verbrauch laut Hersteller: 5,9 Liter Diesel, CO2-Ausstoß 156 g/km

Kosten: Versicherung: KH Typklasse 17, VK Typklasse 17, TK Typklasse 19; Grundpreis: ab 26.900 Euro

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