Hyundai i20 Coupé Test: Was drauf steht, ist auch drin

, 20.08.2015


Nur weil zwei Türen wegfallen, lässt das die Herzen von wahren Speed Heads noch nicht zwingend höher schlagen, so auch nicht beim Hyundai i20. Die Koreaner strickten erstmals den Fünf- in einen Dreitürer um und verpassten der speziell auf kinderlose Individualisten zugeschnittenen i20-Version dazu ein spezielles Aussehen: eine nach hinten abfallende Dachlinie, eine aggressiv gezeichnete Front sowie deutlicher geneigte A-, B- und C-Säulen. So steht das neue Hyundai i20 Coupé im ureigenen Outfit bereit, um uns von seinen inneren Werten und seiner Performance davon zu überzeugen, dass es zu Recht „Coupé“ heißt.

Wir wählen nach guter alter Speed Heads-Sitte den 100 PS starken Benziner; denn wir hoffen auf dessen sportliche Drehfreude. Den drehmomentstarken Diesel, der seine 240 Nm bereits zwischen 1.500 und 2.500 U/min auf den Antriebsstrang presst, überlassen wir großzügig den komfortorientierten Sparfüchsen unter den künftigen i20 Coupé-Fahrern.

Wir versuchen, aus den 134 Nm Drehmoment, die der 1,4-Liter-Benziner bei 3.500 U/min entwickelt, möglichst viel Fahrspaß herauszukitzeln. Auf kurvenreichen Straßen dürfte dies gelingen, falls der kleine Koreaner mitspielt. Das sind übrigens die beiden einzigen Motoren, die Hyundai für sein neues Modell anbietet - konsequenterweise jeweils der stärkste Diesel und Benziner des fünftürigen i20.

Echter Hingucker: Sportlich und stylisch in Schale geworfen

Doch zunächst zu dem, was Hyundai außer dem Weglassen von zwei Türen und den größeren optischen Retuschen unternahm, damit Coupé-Fahrer sich beim i20 auch wahrhaftig als solche fühlen können: Standesgemäß hebt sich der schicke Dreitürer von seinen etwas biedereren fünftürigen Modellbrüdern durch Seitenschweller und Heckspoiler ab. Außerdem sind die hinteren Radläufe stärker betont. Ob all dies in Kombinationen mit speziellen Leichtmetallfelgen beim Hyundai i20 Coupé gleich einen „athletischen Charakter“ unterstreicht, wie es der Pressetext suggerieren will, überlassen wir dem Auge des Betrachters. Jugendlich und sportlich wirkt das Ganze jedenfalls.

Das kann das Hyundai i20 Coupé: Dynamischer als man vermutet

Wer den 1,4-Liter-Vierzylinder vor dem Griff zur knackigen 6-Gang-Handschaltung immer schön auf Touren kommen lässt, dem gibt der City-Floh eine weitaus dynamischere Vorstellung ab, als man es vom Sprint von 0 auf 100 km/h her vermuten könnte, der 11,6 Sekunden beträgt. Bei hohem Autobahntempo, das bis 184 km/h reicht, aber auch bei schneller Landstraßenfahrt, fühlt sich das knapp 4,50 Meter lange Kleinwagen-Coupé immer schneller an, als es tatsächlich ist. Dabei spielen Motorsound und Fahrwerk in einer Art zusammen, dass man angenehm viel Agilität spürt und akustisch vernimmt, ohne Komfort zu vermissen.

Somit stellt das Hyundai i20 Coupé bereits in der jetzigen Motorisierung eine sehr vielversprechende Grundlage für das dar, was noch kommt: In bester Downsizing-Manier soll bis Ende 2015 eine Turbovariante mit nur drei Zylindern und 1,0 Liter Hubraum, aber satten 120 PS folgen. Spätestens dann geht die Post richtig ab in Hyundais dreitürigem Kleinwagen.

Die Ausstattung: Feine Features in Serie

Zur serienmäßigen Ausstattung packten die Koreaner LED-Tagfahrlicht, eine Sitzheizung vorne, ein beheizbares Lenkrad sowie elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel dazu. Ebenfalls an Bord befinden sich eine Reihe von Assistenten, die nicht ganz so ausgefeilt und umfangreich sein mögen wie manche Assistenzsysteme in höheren Klassen, sich aber dennoch als hilfreich im Alltag erweisen: Berganfahrassistent, Tempomat, Rückfahrwarnsystem und das Spurhaltewarnsystem LDWS.

Wer auf den angemessenen Basispreis von 16.350 Euro noch einiges drauflegen kann und möchte, erhält optional Extras wie Keyless Go, ein Navi-System samt „DAB+“-Radio, eine Rückfahrkamera, Ledersitze und auf Wunsch ein Panorama-Glas-Hub-Schiebedach. Mit dem komplizierten Vier-Worte-Konstrukt betonen die Koreaner zurecht die Vielseitigkeit dieser durchsichtigen, großen und flexiblen Dachöffnung. Auch mit der höheren Ausstattung gegenüber der Limousine rechtfertigt Hyundai die 500 Euro Aufpreis für das i20 Coupé.

Erstaunliche Werte im Innenraum

Das i20 Coupé entsteht in deutsch-türkischer Kooperation: Konzipiert zunächst im hessischen Forschungs- und Entwicklungszentrum Rüsselsheim, produziert im türkischen Hyundai-Werk Izmit. Das Ergebnis kann sich nicht nur sehen lassen, sondern glänzt durchaus mit inneren Werten: 336 Liter Kofferraumvolumen stellen einen Spitzenwert in der Fahrzeugklasse dar - das sind erstaunlicherweise sogar 10 Liter mehr als der nutzwertorientiertere fünftürige Kollege.

Die Anmutung des Innenraums fällt mit Softtouch-Materialien teilweise sehr hochwertig aus. Leider nur teilweise; denn an vielen sichtbaren Stellen, bei denen man häufig hingreift, siegte dann doch der Rotstift und sorgte für die Verwendung von Hartplastik, wie zum Beispiel über dem Handschuhfach.

Auf der Rücksitzbank des Coupés haben Erwachsene sogar ausreichend Platz, sofern es sich um Kurzstrecken handelt. Die Rundumsicht ist nach schräg hinten etwas eingeschränkt, aber Coupé-Fans werden das akzeptieren.


Technische Daten Hyundia i20 Coupé 1.4:

Antriebsart: Frontantrieb
Hubraum: 1368 cm³
Leistung: 74 kW/100 PS bei 6.000 U/min
Drehmoment: 134 Nm bei 3.500 U/min
Getriebeart: 6-Gang-Handschaltgetriebe
Vmax: 184 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 11,6 Sekunden
Leergewicht: 1.085 Kilogramm
Durchschnittsverbrauch: 5,5 l/100 km
CO2-Ausstoß: 127 g/km
Preis: ab 16.350 Euro

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