Hyundai Genesis Sportlimousine Test: Erwarte das Unerwartete

, 20.11.2014


Vergiss Mercedes-Benz, Audi und BMW! Jetzt gibt es einen neuen Rivalen im Revier, den in Europa niemand auf dem Plan hatte: die neue Hyundai Genesis Sportlimousine. Der neue Luxusliner soll ein echtes Statement setzen und mit einem Höchstmaß an Dynamik, Komfort und Sicherheit überzeugen. Sogar eine Weltneuheit befindet sich an Bord. Nun schlägt die Stunde der Wahrheit: Wir unterzogen der 315 PS starken Hyundai Genesis Sportlimousine einen Test, um zu sehen, was der neue Mitspieler drauf hat - zumal der Verkaufspreis besonders attraktiv ist und selbst die feinsten Zutaten und Technologie serienmäßig enthalten sind.

Souverän steht die 4,99 Meter lange Hyundai Genesis Sportlimousine da, die im Revier der Mercedes-Benz E-Klasse, dem Audi A6 und dem BMW 5er wildern möchte. Der markentypische, mit mattem Chrom veredelte Hexagonal-Kühlergrill, die lange Motorhaube, das Coupé-artig gebogene und bis weit ins Heck verlängerte Dach fallen ebenso ins Auge wie die Bi-Xenon-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht und die langgezogenen LED-Rückleuchten. Zwei eckige Endrohre am breiten Heck geben bereits einen Hinweis darauf, wozu die Genesis Sportlimousine im Stande ist.

Dieser Auftritt und das seit 2008 in Asien genutzte, an Aston Martin und Bentley erinnernde Genesis-Emblem auf der Motorhaube ruft sicherlich die Neugierde des Nachbarn hervor, der nach dem Fabrikat der neuen Limousine fragt: Hyundai. Alles gut, hier gibt es keine heimlichen Eifersuchtsdramen oder Neidsticheleien, während der Besitzer den Luxus an Bord genießen kann. Einen prestigeträchtigen Mercedes-Stern, die vier Ringe von Audi oder die Niere von BMW - das braucht der Käufer einer Hyundai Genesis Sportlimousine nicht. Er steht über den Dingen.

Interieur: Ist das wirklich ein Hyundai?

Das ist in der Tat eine dicke Überraschung: Einmal Platz genommen, während die Türen durch eine elektrische Zuziehhilfe sanft ins Schloss gleiten, blicken die Augen auf ein Premium-Interieur, das ein Europäer bei einem Hyundai in diesem Maße nie erwartet hätte. Der umfangreiche Einsatz von fein duftendem, weichem Nappaleder und Softtouch-Oberflächen schmeichelt. Die offenporigen Echtholz-Einsätze wirken nicht altbacken, sondern strahlen durch die Kombination mit Aluminium-Komponenten eine edle Anmutung aus.

Glänzendes Chrom und gebürstetes Aluminium schmücken derweil die Bedienelemente. Leder überzieht zudem den Dachhimmel, die Dachsäulen, die Türinnenverkleidungen sowie die Mittelarmlehnen und die Mittelkonsole. Hyundai schaffte es, modernen Luxus zu realisieren, der jeden überraschen dürfte, der erstmals in der neuen Genesis Sportlimousine sitzt. Dazu kommt eine akkurate Verarbeitung - das passt bis ins Detail.

Großzügige 3,01 Meter Radstand bieten selbst für großgewachsene Fahrer und Mitreisende ein üppiges und vor allen Dingen komfortables Platzangebot vorne wie auch hinten. Elektrisch verstell-, sowie beheiz- und kühlbare Ledersitze gibt es nicht nur vorne, sondern auch im Fond - und alles serienmäßig, da Hyundai die Genesis Sportlimousine nur mit einer Vollausstattung offeriert. An dieser Kombination aus Raum und Komfort in der oberen Mittelklasse können sich selbst einige deutsche Hersteller ein Beispiel nehmen.

Damit gab sich Hyundai allerdings noch nicht zufrieden: Wer hinten rechts Platz nimmt, kann sogar per Knopfdruck den Beifahrersitz bequem nach vorne schieben, die Lehne automatisch aufrichten und bei Bedarf den eigenen Rücksitz in eine leichte Liegeposition bringen - ein deutliches Platzangebot, das es in dieser Form bei der Konkurrenz erst in der Oberklasse gibt.

Für ein noch großzügigeres Raumgefühl sorgt ein Panorama-Hub-/Schiebedach aus getöntem Sicherheitsglas, das sich über die gesamte Dachpartie streckt. Für mehr Privatsphäre und zum Schutz vor UV-Strahlen stattete Hyundai die hinteren Seitenfenster und die Heckscheibe mit Rollos aus. Den Komfort steigert außerdem eine Drei-Zonen-Klimaautomatik, die eine unabhängige Temperaturregelung für Fahrer, Beifahrer und Fond erlaubt.

Antrieb: Ganz schön direkt - der Taktgeber des Kräftespiels

Genug geguckt: Die allradangetriebene Hyundai Genesis Sportlimousine soll zeigen, ob sie ihrem Namen gerecht wird. Die nackten Zahlen: Für den Vortrieb sorgt ein 3,8 Liter großes V6-Triebwerk, das 315 PS bei 6.000 Touren und ein maximales Drehmoment von 397 Nm bei 5.000 U/min generiert. Erst bei 5.000 Touren? Das klingt erst einmal danach, dass die Limousine nicht genügend Punch besitzt, um von unten heraus zu beschleunigen. Doch etwa 90 Prozent des Maximaldrehmomentes, ergo rund 360 Nm, liegen bereits ab 2.000 Umdrehungen an. Im Idealfall beträgt, so Hyundai, der durchschnittliche Spritverbrauch 11,6 Liter Benzin auf 100 Kilometern.

Der Saugmotor treibt die 2.150 Kilogramm schwere Limousine durchaus souverän an. Das Triebwerk überzeugt mit einem direkten Ansprechverhalten, sobald der Fahrer auf das Gaspedal drückt und damit den Takt des Kräftespiels angibt. Derweil verrichtet die 8-Gang-Automatik die Gangwechsel schnell und butterweich. Alternativ ist das Schalten manuell über Wippen am beheizbaren Multifunktions-Lenkrad möglich. Von 0 auf Tempo 100 vergehen 6,8 Sekunden, was auch dem hohen Fahrzeuggewicht geschuldet ist. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 240 km/h elektronisch abgeregelt.

Beeindruckend: Einmal die Tür geschlossen, gleicht dies einem Abschotten von der Umwelt. Genießer werden sich wie im siebten Himmel fühlen; denn beim entspannten Gleiten über die Landstraßen und Autobahnen ist es im Innenraum wunderbar leise. Das Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern federt dabei beeindruckend exzellent. Erst unter starker Last macht der Motor auf sich aufmerksam.

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