Jeep Grand Cherokee SRT Test: Auf der Jagd nach Porsche und AMG

, 30.08.2012


Im Modus „Auto“ erfolgt eine automatische Anpassung an die Fahrsituation, die mit Komfort für den Alltag einhergeht. Wer den dynamischen Fahrspaß sucht und auf einen Angriff aus ist, wählt die Modi „Sport“ oder „Track“ für eine maximale Sport-Performance mit einer besonders straffen Fahrwerksabstimmung und auffallend geringen Karosseriebewegungen. Wer noch an das Vorurteil glaubt, dass alle US-Cars weiche Fahrwerke besitzen, der sollte diesen Jeep kennenlernen.

Der Grand Cherokee SRT ist ein echter Jeep. Fehlen dürfen daher nicht die Modi „Snow“ für eine hohe Fahrsicherheit unter winterlichen Bedingungen und „Tow“ für die Fahrstabilität im Anhänger-Zugbetrieb - immerhin kann der Performance-SUV Anhängelasten von bis zu 2.270 Kilogramm ziehen, was sein Vorgänger durch die mittig angeordeneten Auspuffendrohre und eine dadurch fehlende Anhängerkupplung nicht konnte. Praktisch: Mit dem Power-Boot im Schlepptau geht es ab in den Urlaub, um vor Ort den Spaß auf dem Wasser und an Land zu genießen. Das Gepäck lässt sich locker unterbringen, beträgt das Kofferraumvolumen schließlich 782 Liter.

Das aktive, automatische Allradantriebssystem „Quadra-Trac“ erkennt darüber hinaus über eine Vielzahl von Sensoren eintretenden Radschlupf und korrigiert diesen dann. Sollte doch einmal ein Rad durchdrehen, kann das Allradsystem bis zu 100 Prozent des Motordrehmomentes an ein einziges Hinterrad leiten - sofern dieses genügend Traktion aufbaut. Das Verteilergetriebe stabilisiert zusätzlich das Handling, indem es das Drehmoment situationsabhängig zwischen Vorder- und Hinterachse proportioniert. Der neue Jeep Grand Cherokee SRT besitzt ferner ein elektronisches Hinterachs-Sperrdifferenzial mit Schlupfregulierung.

Interieur: Raffinesse für den Alltag

Beim Cockpit ließen sich die Macher nicht nur vom Motorsport inspirieren. Als Zugeständnis an den Alltagsbetrieb enthält das Lenkrad die Bedienelemente für Audio-Funktionen, Telefon und das Menü des Fahrzeug-Informationssystems. Dabei gibt es ein nettes Feature, das der SRT-Version des Jeep Grand Cherokee vorbehalten ist: eine Anzeige für Performance-Daten wie Quer- und Längsbeschleunigung, Motorleistung, Drehmoment, Beschleunigungswert für „0-100" und Bremswert für „100-0".

Im heißen Sommer angenehm sind serienmäßig die 2-Zonen-Klimaautomatik und belüftete Vordersitze, die richtig kühlen, während sich für die kalte Jahreszeit vorne und hinten eine Sitzheizung befindet. Auch das Sport-Lederlenkrad lässt sich beheizen. Für viel Licht im Innenraum sorgt derweil ein riesiges, zweiteiliges Glasschiebedach.

Wem die voluminöse Soundsymphonie des V8-Motors nicht ausreichen sollte, schaltet das im Jeep Grand Cherokee SRT verbaute Surround-Soundsystem von Harman Kardon ein: 825 Watt, 19 Lautsprecher und ein Klasse-D-Zwölfkanal-Verstärker verwandeln den Innenraum in einen lautstarken Konzertsaal mit bestem Klang.

Ebenso an Bord befindet sich das Multimedia-Infotainment-Navigationssystem „UConnect GPS" mit einem 6,5 Zoll großen Touchscreen, einer 30-Gigabyte-Festplatte, USB- und AUX-Schnittstellen, DVD-Videolaufwerk, einer Sprachsteuerung und Bluetooth-Technologie für mobile Telefonie. Die Navigation führt ans Ziel, könnte aber im Vergleich zur europäischen Konkurrenz ein Update vertragen.

Sicherheit auf allen Wegen: Technische Armada ohne Aufpreis

Serienmäßig besitzt der neue Jeep Grand Cherokee SRT eine breite Palette von Sicherheitselementen, wie zum Beispiel eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, die automatisch den eingestellten Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einhält - auch dann, wenn ein anderes Fahrzeug in den Sicherheitsabstand einfahren sollte. Dazu kommt eine Totwinkelüberwachung, die sich akustisch und durch einen optischen Hinweis in den Außenspiegeln bemerkbar macht, wenn ein anderes Fahrzeug in den toten Winkel hineinfährt.

Die Armada an elektronischen Assistenz-Systemen bereichern eine Stabilitätskontrolle, ein Frontkollisionswarner, der über Infrarot-Sensoren zu schnelle Annäherungen an vorausfahrende Fahrzeuge erkennt und ein akustisches Warnsignal auslöst, sowie eine Berg-Anfahrhilfe, ein schlüsselloses Startsystem und eine bei diesem großen SUV praktische Einparkhilfe mit einer Rückfahrkamera, die wir sehr zu schätzen lernten.

Der Jeep Grand Cherokee SRT ist sportlich ausgelegt, bleibt aber als SUV im Vergleich zu einem Sportwagen ein hochbauendes Fahrzeug. Sollte es ein Fahrer zu dynamisch angehen, greift ein Überschlagschutz, der über eine Sensorik potenzielle Überschlagsituationen erkennt und diese durch Regeleingriffe in der Drosselklappensteuerung und durch einzelne Radbremsen entschärft.

Fazit:

Zu einem attraktiven Preis von 74.200 Euro erhalten Autoenthusiasten einen aggressiven Performance-SUV mit Persönlichkeit und Überhol-Prestige, der nicht nur Spaß in Kurvenrevieren bietet, sondern ebenso Rennsport-Atmosphäre im Innenraum. Der Fahrer entscheidet, ob er es bissig angehen soll oder eher komfortabel beim Cruisen und im Alltag. Der Preis ist heiß für einen Performance-SUV dieses Kalibers und eine Gefahr für die deutschen Platzhirsche - zumal der Ami komplett ausgestattet ist und alles an Bord besitzt, was Jeep bzw. die Chrysler-Group zu bieten hat.

Zur Erinnerung: Der 468 PS kräftige Jeep Grand Cherokee SRT benötigt nur 5,0 Sekunden beim klassischen Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 und beendet seinen Vortrieb bei 257 km/h. Der Porsche Cayenne Turbo spurtet mit 500 PS zwar in 4,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und erzielt eine Spitze von 278 km/h, ist allerdings auch erst ab 121.982 Euro erhältlich.

Beim Mercedes ML 63 AMG sind es sogar 525 PS, die einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 4,8 Sekunden ermöglichen, während der Vortrieb bei 250 km/h elektronisch gestoppt wird; dies zu einem Preis ab 108.885 Euro. Der BMW X5 M wartet mit 555 PS auf, die den Bayern in 4,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen und den Vortrieb mit einer Hochgeschwindigkeitsabstimmung bei 275 km/h beenden. Kostenpunkt für den BMW X5 M: die Preise beginnen bei 109.300 Euro. Sowohl bei Porsche, Mercedes und BMW kommen in der Regel darüber hinaus noch einige Optionen aus der Aufpreisliste hinzu.

Letzten Endes entscheidet der persönliche Geschmack. Der Jeep Grand Cherokee SRT stellt als Preisbrecher eine interessante Alternative zu den deutschen Power-SUVs dar und weiß mit brachialer Performance und einer umfangreichen Ausstattung zu überzeugen. Der Ami ist nicht ganz so perfekt wie die Deutschen, aber ein wirklich überzeugendes Fahrzeug - und genau hierin liegt sein Reiz.


Technische Daten Jeep Grand Cherokee SRT:

Antriebsart: Allradantrieb | Hubraum: 6.417 cm³ | Leistung: 344 kW/468 PS | Drehmoment: 624 Nm bei 4.100 U/min | Vmax: 257 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 5,0 Sekunden | Durchschnittsverbrauch: 14,1 l/100 km | CO2-Emission: 328 g/km | Preis: 74.200 EUR

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