Opel Insignia Country Tourer Test: Mit wilder Eleganz ins Abenteuer

, 28.11.2013


Überhaupt zeugt das sauber verarbeitete Cockpit nach der umfangreichen Modellpflege des Insignias von einer hohen Übersichtlichkeit. Statt der früheren Armada an Direktwahltasten, lassen sich jetzt die vielen Funktionen über wenige Schalter und den gut im Blickfeld positionierten 8 Zoll großen Touchscreen des bereits für 1.200 Euro erhältlichen „Navi 900 IntelliLink“-Systems steuern. Jetzt trumpft der Insignia richtig auf: Vom Startbild aus kann der Fahrer per Fingertipp, Tastendruck am Lenkrad, Sprachsteuerung oder via Touchpad mit Wischbewegungen wie bei einem Smartphone zu allen Funktionen und Untermenüs wie Radiosender, Musiktitel, Smartphone-Verbindung und 3D-Navigationskarte gelangen.

Genauso unproblematisch funktioniert die Synchronisation zwischen Infotainment-System und Smartphone: Nach der einfachen Verbindung des Mobiltelefons mit dem Infotainment-System, lassen sich viele Smartphone-Inhalte über den Farb-Touchscreen in der Mittelkonsole anzeigen. Dazu zählen nicht nur Telefon- und Musiklisten. Selbst auf dem Smartphone gespeicherte Filme kann das System wiedergeben - ab Werk jedoch nur bei geparktem Fahrzeug.

Praktisch: War es bei früheren Infotainment-Systemen nur möglich, Radiosender anzuordnen, lassen sich beim Insignia Country Tourer die persönlichen Favoriten bei Navigation, Telefon und Unterhaltungsmedien ganz individuell zusammenstellen. So ist beispielsweise der meistgehörte Radiosender im Display direkt neben der wichtigsten Telefonnummer platziert, die wiederum nur einen Fingertipp von der im Navi-Verzeichnis gespeicherten Geschäftsadresse entfernt ist.

Größe zeigt der Insignia Country Tourer ebenfalls beim hochauflösenden Farb-Display zwischen den Instrumenten, das mit bis zu 8 Zoll sehr übersichtlich ausfällt und richtig schick aussieht. Neben den klassischen Anzeigen wie beispielsweise Geschwindigkeit, Drehzahl und Tankinhalt finden sich im direkten Blickfeld zusätzlich vom Fahrer selbst ausgewählte Details zu Navigation, Smartphone-Nutzung und Audio-Angebot. Dazu zählen auch Details wie die Verkehrszeichenanzeige für die der Fahrer nicht erst seinen Blick zum Navigationssystem abzuwenden braucht. Aufpreis: 235 Euro.

Smartphone liefert Bedienungsanleitung zu gescannten Details

Wer kennt nicht die Situation, dass irgendwann einmal der Griff zu einer mehrere Hundert Seiten langen Bedienungsanleitung erfolgen muss und die zeitaufwändige Suche nach der richtigen Erläuterung für ein kleines Symbol oder einen Schalter beginnt. Diese Zeiten gehören beim Opel Insignia Country Tourer der Vergangenheit an: Über die kostenlose App „myOpel Manual“ scannt der Nutzer mit seiner Smartphone-Kamera den entsprechenden Bereich und erhält die gesuchte Erläuterung auf dem Bildschirm des Handys - schneller geht es nicht.

Kofferraum: Da können viele SUVs nicht mithalten

Eines der wichtigsten Kriterien, die für den Opel Insignia Country Tourer als Semi-Offroader sprechen und nicht für einen SUV, sind die Vorzüge eines Kombis mit den großen Laderaumabmessungen. Die riesige, elektrische Heckklappe schwingt weit nach oben. Sofort fällt neben dem mit robustem Teppich ausgeschlagenen Ladeboden die niedrige und zugleich flache Ladekante auf, die ein einfaches Be- und Entladen ermöglicht. Ebenso positiv: der Ladekantenschutz aus Edelstahl, der Stauraum unter dem Gepäckraumboden und Ösen zum Befestigen der Ladung. Auch Ladeschienen, Netze etc. sind erhältlich.

Beim reinen Volumen können die hochgebauten SUVs oftmals mithalten, aber bei der Länge des Kofferraumes nicht. Das Ladevolumen beträgt im Opel Insignia Country Tourer 540 Liter. Die Rücksitze lassen sich leicht umklappen und ergeben eine fast ebene Fläche mit einem Gepäckraumvolumen von 1.530 Litern. Die Länge des Kofferraumes bis zu den Rücksitzen beträgt 1,086 Meter, bei umgeklappten Rücksitzen sogar 1,908 Meter - und genau hier müssen SUVs passen, sofern es sich nicht um teure Dickschiffe handelt. Die Breite des Ladeabteiles im Insignia Country Tourer beträgt maximal 1,060 Meter.

Ein Vergleich der Ladevolumina mit der direkten Konkurrenz: Beim VW Passat Alltrack sind es 588 - 1.716 Liter, beim Audi A4 Allroad 490 - 1.430 Liter und beim Audi A6 Allroad 565 - 1.680 Liter. Für die kleinen Mitbringsel bietet der Insignia Country Tourer im Innenraum zahlreiche Ablagen. Ist das Design des Opels schnittig, erweist sich die Sicht nach hinten ein wenig eingeschränkt, so dass sich der Kauf der optionalen Rückfahrkamera empfiehlt.

Sicherheit: Kräftig nachgelegt - jetzt rundum vorausschauend

Bei den radar- und kamerabasierten Fahrerassistenz- und Sicherheitssystemen legte Opel kräftig nach. So ist für den Insignia Country Tourer unter anderem ein adaptiver Tempomat erhältlich, der automatisch beschleunigt und bremst, um den gewählten Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einzuhalten und sogar eine automatische Gefahrenbremsung einleiten kann. Ein Spurwechsel-Assistent warnt derweil vor schnell heranfahrenden Fahrzeugen auf der Parallelspur einer Autobahn und der Tote-Winkel-Assistent überwacht über Radar den schwer einsehbaren Bereich neben dem Fahrzeug, um das Überholen sicher zu gestalten.

Das adaptive Fahrlicht (AFL+) schaltet beim Fahren automatisch auf das passende Lichtprofil um und passt sich beispielsweise Kurven, Stadt- und Autobahnfahrten, aber auch schlechtem Wetter und vielen weiteren Situationen an. Der Rückfahrassistent unterstützt den Fahrer wiederum beim Zurücksetzen aus unübersichtlichen Parklücken und achtet gleichzeitig auf von links oder rechts herankommende Autos. Systeme wie das elektronische Stabilitätsprogramm ESP, eine elektronische Bremskraftverteilung, ein Antiblockiersystem mit Kurvenbremskontrolle und Bremsassistent gibt es selbstverständlich serienmäßig.

Fazit:

Es braucht nicht immer ein SUV zu sein: Der Opel Insignia Country Tourer lässt sich dynamisch wie ein normales Auto fahren, besitzt aber dennoch die Offroad-Fähigkeiten eines Softroaders und punktet zugleich mit dem langen Laderaum eines Kombis. Die Höherpositionierung gelang Opel nicht nur beim Fahrzeug selbst, der gehobene Innenraum des Insignia Country Tourers befindet sich jetzt ebenso auf einer Stufe mit den deutschen Premium-Herstellern, jedoch zu einem relativ attraktiven Preis.

Der Insignia Country Tourer ist ab 36.990 Euro (2.0 CDTI mit 163 PS) erhältlich. Bei dem von uns getesteten Insignia Country Tourer 2.0 SIDI Turbo mit 250 PS beginnen die Preise bei 38.415 Euro. Ein Kauf lohnt sich; denn neben einer umfangreichen Ausstattung ist sogar serienmäßig bei allen Motorisierungen unter anderem das FlexRide-Fahrwerk enthalten. Ein adaptives Fahrwerk gibt es beispielsweise beim Audi A4 Allroad noch nicht einmal gegen Aufpreis.


Technische Daten Opel Insignia Country Tourer 2.0 SIDI Turbo:

Antriebsart: Allradantrieb | Hubraum: 1.998 cm³ | Leistung: 184 kW/250 PS | Drehmoment: 400 Nm bei 2.500-4.500 U/min | Vmax: 235 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 7,9 Sekunden | Durchschnittsverbrauch: 8,1 l/100 km | CO2-Emission g/km: 189 | Preis: ab 38.415 EUR

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