Pirelli Cinturato All Season Test: Schluss mit Reifenwechseln

, 18.10.2015


Es nervt, zweimal im Jahr beim Auto die Reifen wechseln zu müssen - vor allen Dingen dann, wenn kaum Schnee liegt und es relativ warm bleibt. Doch die Sicherheit geht vor und der Winter kann überall schnell und plötzlich zuschlagen. Dennoch ist der Reifenwechsel mit dem richtigen Gummi nicht erforderlich: Der neue Pirelli Cinturato All Season ist der erste Ganzjahresreifen von Pirelli. Damit nicht genug: Bei einer Reifenpanne lässt sich einfach weiterfahren. Wir testeten die neue Allzweckwaffe von Pirelli sowohl bei warmen Temperaturen, bei Nässe und in den Bergen bei Schnee, um zu sehen, was der Reifen drauf hat.

Unser Auto für den Reifentest: Ein frontangetriebener Audi A3 2.0 TDI mit 150 PS. Viel wichtiger ist allerdings die Tatsache, dass es den Pirelli Cinturato All Season in 15, 16, 17 sowie 19 Zoll und in aktuell 30 Größen gibt. Damit deckt dieser Reifen einen Großteil des Marktes und viele gängige Reifendimensionen ab, die insbesondere vom Kleinstwagen bis zur Kompaktklasse reichen. Selbstverständlich erfüllt der Pirelli Cinturato All Season sämtliche gesetzlichen Vorgaben zu jeder Jahreszeit.

Pirelli entwickelte den „Cinturato All Season“ vor allen Dingen für Autofahrer in Städten, in denen die Winter selten übermäßig streng sind - ergo ideal für Städter, das urbane Umfeld und den Zweitwagen. Das soll uns jedoch nicht davon abhalten, den Reifen auch in tieferem Schnee zu testen. Die idealen Testbedingungen bot Sizilien mit der Region rund um den Vulkan Ätna. An der Küste warme Temperaturen und blauer Himmel, auf einem Handlingkurs nasse Konditionen und - viele werden überrascht sein - auf dem Ätna befindet sich ein Skigebiet. Im Gipfelbereich liegt einen Großteil des Jahres hindurch reichlich Schnee.

Das ganze Jahr: So fährt sich der Pirelli Cinturato All Season

Der Pirelli Cinturato All Season überzeugt bei warmen Temperaturen durch eine ausgezeichnete Performance, ein stabiles Handling und zeigt keinerlei Leistungseinbußen, die ansonsten häufig bei Fahrten mit Winterreifen unter heißen Bedingungen auftreten. Bei Trockenheit als auch bei Nässe beeindruckt der Ganzjahresreifen mit viel Grip, einer hohen Lenkpräzision und einer guten Verzögerung. Überhaupt vermittelt der Reifen ein sicheres Fahrgefühl und zeigt sich leise beim Abrollen. Das erinnert alles an einen Sommerreifen.

Ab in die Berge, ab in den Schnee: Klar ist, dass der Pirelli Cinturato All Season nicht an die Leistungsfähigkeit eines reinen Winterreifens heranreicht - und dazu wurde der Universalreifen auch nicht entwickelt. Aber der Pirelli Cinturato All Season überrascht und zeigt plötzlich seine wahren Stärken - nämlich die Performance bei Eis und Schnee.

Bereits die Passstraße hoch auf den Ätna säumt Schnee, während der Asphalt von Schneematsch bedeckt ist, den der Audi A3 mit den Ganzjahresreifen von Pirelli selbst in Kurven sicher und locker durchpflügt. Oben auf der Passhöhe bietet sich eine reine Winterlandschaft mit komplett von Schnee bedeckten Straßen, bei denen ein Sommerreifen schon längst hätte quittieren müssen.

Wir gehen einen Schritt weiter und fahren eine Passage durch etwas tieferen Schnee: Der Pirelli Cinturato All Season bleibt nicht stecken und fährt erstaunlich gut durch das Schneefeld. Sogar ein Lenken in dieser Schneepassage ist möglich und der Audi folgt konsequent der vorgegebenen Richtung durch die weiße Pracht.

So funktioniert es: Auf verschneiten Straßen öffnen sich die Profilblöcke des Reifens und füllen sich mit eindringendem Schnee, um eine bessere Verzahnung mit der Fahrbahn und somit eine optimierte Bodenhaftung und Straßenlage zu erreichen. Aufgrund dieser Eigenschaften trägt der Pirelli-Ganzjahresreifen auf der Flanke das Schneeflocken-Symbol (dreizackiger Berg mit Schneeflocke in der Mitte) und das Kürzel „M+S“ (Matsch und Schnee), die ihn als uneingeschränkt wintertauglich auszeichnen.

Seal Inside: Der fährt bei einer Reifenpanne weiter

Der Pirelli Cinturato All Season besitzt mit „Seal Inside“ ein weiteres Ass im Ärmel. Die „Seal Inside“-Technologie verschließt Einstiche oder Schnitte bis zu einem Durchmesser von 4,0 Millimetern in den Reifen sofort, wie zum Beispiel bei Nageleinstichen. Das Fahrzeug bleibt mobil und sicher. Dazu verläuft unterhalb von Lauffläche und Karkasse eine Schicht selbsthaftender Dichtungsmasse. Eine feine Abdeckung aus Nylon verhindert das Verlaufen dieser Masse und schützt sie vor Schmutz.

Dringt ein Fremdkörper in den Reifen ein und durchsticht die Karkasse, umschließt ihn die selbsthaftende Masse sofort und dichtet den Einstichkanal hermetisch ab. Die Luft kann nicht aus dem Reifen entweichen. Zugleich verhindert die Dichtungsmasse das Eindringen von Wasser und somit das Rosten des Stahlgürtels. Sollten sich der Nagel beziehungsweise die Schraube während der Weiterfahrt aus dem Reifen lösen, ist das kein Problem: In diesem Fall presst der Reifeninnendruck die Dichtungsmasse in den Stichkanal und verschließt ihn.

Das italienische Auto-Fachmagazin „Quattroroute“ unterzog den Pirelli Cinturato All Season mit „Seal Inside“ an einer Alfa Giulietta 1.4 Turbo bereits einem Härtetest. Die Tester durchstachen den Reifen mit einem vier Millimeter dicken Nagel und dazu mit einer selbstschneidenden Schraube. Nach 452 Kilometern Fahrt und einer Zeit von 5 Stunden 25 Minuten bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 84 km/h, wies der beschädigte Reifen einen Fülldruckverlust von nur 0,1 bar auf. Sogar nach einer Woche veränderte sich der Fülldruck nur minimal von anfangs 2,24 bar auf 2,14 bar.

Fazit:

Für leistungsstarke Autos und bei extremen Straßenverhältnissen ist weiterhin der Einsatz von reinen Winterreifen zu empfehlen. Doch alle Anderen, die sich das Leben einfacher machen wollen und keinem übermäßig strengen Winter ausgesetzt sind, können zweifellos den Pirelli Cinturato All Season das ganze Jahr über nutzen, ohne im Winter Angst davor haben zu müssen, im Schnee stecken zu bleiben.

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