Porsche 911 Carrera S Cabrio (2013) Test - Die ungezügelte neue Generation

, 01.04.2012


Damit nicht genug: An Bord unseres Testwagens befindet sich die optional erhältliche Sportabgasanlage mit einer Klappensteuerung, die sich über einen Schalter in der Mittelkonsole bedienen lässt. Einmal aktiviert, ertönt insbesondere in den Bergen ein besonders kerniger, fast dreckig rotzender Sound, der süchtig macht und dazu verleitet, das Gaspedal, wann immer es geht, mit purer Lust zu treten, um die nächsten Kurvenpassagen zu erobern.

Das neue Porsche 911 Carrera S Cabrio entpuppt sich als echter Kurvenräuber, mit dem die Fahrt unter freiem Himmel noch emotionaler wird. Die Basis für noch mehr Agilität, Präzision und Fahrstabilität sind neben dem verlängerten Radstand unter anderem die breitere Spur an der Vorderachse, die neue Hinterachse und die neue elektromechanische Servolenkung.

Darüber hinaus stehen optionale, aktive Regelsysteme zur Verfügung, welche die Fahrdynamik weiter steigern. Das trifft insbesondere auf die erstmals für das 911 Carrera S Cabrio verfügbare aktive Wankstabilisierung „Porsche Dynamic Chassis Control“ (PDCC) zu. Das System reduziert die Seitenneigung beispielsweise bei Kurvenfahrt, wodurch die Reifen immer optimal zur Fahrbahn stehen und höhere Seitenkräfte übertragen können. Die möglichen Kurvengeschwindigkeiten steigen und damit auch der Fahrspaß, wie wir selbst erleben können.

Dank dem im Carrera S Cabrio serienmäßigen „Porsche Active Suspension Management“ (PASM), das die Stoßdämpfer stetig elektronisch anpasst, wird das neue Elfer-Cabrio zum Spaßgarant in Kurvenpassagen, die aus Sicht des Fahrers am besten nie enden. Dazu trägt ebenso das optionale „Sport Chrono Paket“ für eine noch sportlichere Abstimmung von Motor und Getriebe bei. So spricht beispielsweise das Gaspedal noch direkter an und die Schaltpunkte sind auf maximale Beschleunigung und Performance ausgelegt.

Dynamische Motorlager als Bestandteil des „Sport Chrono Paketes“ sorgen außerdem für ein stabileres Fahrverhalten bei Lastwechseln und in schnellen Kurven. Die Technik basiert auf den Motorlagern der Porsche 911 GT3 und des Porsche 911 Turbo und kommt erstmals im Carrera zum Einsatz. Das elektronisch geregelte System passt die Charakteristik der Motorlager an die Fahrweise und die Fahrbahnbeschaffenheit an. Bei Lastwechseln und in schnellen Kurven wird das Fahrverhalten merklich stabiler, während bei gemäßigter Fahrweise der Fahrkomfort dank einer weicheren Einstellung der dynamischen Motorlager erfolgt.

Für mehr Traktion sorgt beim Carrera S Cabrio darüber hinaus serienmäßig das Porsche Torque Vectoring Plus (PTV Plus mit Doppelkupplungsgetriebe). Das System zur Steigerung der Fahrdynamik und Stabilität arbeitet mit einem gesteuerten Bremseingriff an den Hinterrädern sowie einer Hinterachs-Quersperre. Unser Testwagen ist zudem mit der Keramik-Bremsanlage ausgestattet, die rundum kohlefaserverstärke Bremsscheiben mit einem Durchmesser von 350 Millimetern besitzt. Dazu kommen Sechskolben-Bremssättel an der Vorderachse und Vierkolben-Pendants hinten. Im Ergebnis: extreme Standfestigkeit.

Dach und Windschott zeigen sich von schneller Seite

Genießen wir in den unteren Bergregionen Gran Canarias bei klarem Sonnenschein angenehme Temperaturen von etwa 18 Grad Celsius, die für das Offenfahren wie geschaffen sind, taucht plötzlich im Gebirge des Inlands der kanarischen Insel eine dichte Wolke auf: die Temperaturen stürzen auf 4 Grad Celsius und Nieselregen tritt ein. Dank des in nur 13 Sekunden sich schließenden Verdecks meistert das Porsche 911 Carrera S Cabrio auch diese Disziplin flink während der Fahrt.

Nach der dichten Wolke und wieder aufgenommener dynamischer Fahrt zeigt das Verdeck seine Stärken und kommt dem Geräuschniveau eines geschlossenen Coupés näher als je zuvor. Dafür sorgt neben dem cW-Wert von nur 0,30 eine vollflächige Dämmmatte, die den Außenstoff unterfüttert. Auch optisch ist das geschlossene Verdeck im Interieur eine Augenweise: Himmelverkleidungen und vollständig mit Stoff bedeckte Seitenteile lassen keine technischen Bauteile erblicken.

Noch etwas kühl in den Bergen, wollen wir dennoch den Genuss des Fahrens unter freiem Himmel genießen und dem kalten Wind ein Schnäppchen schlagen. Eine Nackenheizung oder ähnliche Features zur Zuführung warmer Luft gibt es in diesem Cabrio nicht. Hier muss ein vollständig in den Fondbereich integriertes Windschott ausreichen, das per Knopfdruck in nur zwei Sekunden bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h hochschnellt und wirksam die Windeinflüsse im Cockpit reduziert.

Rennstreckenvergleich mit Biss

Auf dem 4,4 Kilometer langen Circuito de Maspalomas sollen wir die Möglichkeit erhalten, das Porsche 911 Carrera S Cabrio PDK mit der Keramik-Bremsanlage auf identischer Strecke im Vergleich mit den herkömmlichen Stahlbremsen und mit unterschiedlichen Fahr-Modi kennenzulernen. Das „Sport Chrono Paket“ sorgt in der Tat auch auf der Rennstrecke für eine spürbar bessere Kurvendynamik, die wir bereits auf den scharfen Serpentinen in den Bergen kennenlernen konnten.

Als netten Gimmick für die Rennstrecke gibt es im Umfang des „Sport Chrono Paketes“ noch eine analoge und digitale Stoppuhr zum Festhalten der Rundenzeiten sowie eine G-Force-Anzeige zur Veranschaulichung von Längs- und Querdynamik.

Nutzten wir bislang nur die bissige Keramikbremse unseres Testwagens, die bei trockener Fahrbahn durch ein besonders schnelles Ansprechverhalten glänzte und auch auf der Rennstrecke ihre Vorteile ausspielt, kommt nun bei einem anderen Porsche 911 Carrera S Cabrio PDK die serienmäßige Grauguss-Bremsscheibe ins Spiel.

Die herkömmlichen Stahlbremsen des neuen Porsche 911 Carrera S Cabrios verfügen erstmals vorne über Monobloc-Festsättel mit sechs statt vier Kolben, um den Bremsweg weiter zu verkürzen; die Bremsscheiben messen 340 x 34 Millimeter. An der Hinterachse verrichten Vierkolben-Pendants mit 330 x 28 Millimetern großen Bremsscheiben souverän ihren Dienst. Eine kräftige, gute Dosierbarkeit zeichnet die Bremsanlage aus. Doch wer die wirkliche Performance sucht, der sollte die aufpreispflichtigen Keramik-Bremsanlage wählen, die spürbar bissiger zu Werke gehen.

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