Toyota C-HR 2020 Test: So sparsam ist der neue Power-Hybrid

, 01.12.2019


Was für ein Hingucker und dazu ein echter Spritsparer: Das ist der Toyota C-HR, der jetzt eine wichtige Aufwertung erhält. Neben dem aufgefrischten Design, einem feineren Innenraum und einem wichtigen Feature beim Infotainment-System gibt es einen neuen Hybrid-Motor mit deutlichen 50 Prozent mehr Leistung. Hilft das Facelift, dass der C-HR im stark umkämpften Crossover-Segment weiter glänzen kann? Um welche Neuheiten es sich genau handelt, welche Vorteile der stärkere Hybrid-Motor bietet und wie niedrig der tatsächliche Spritverbrauch in der Praxis ist, zeigt der Toyota C-HR 2020 Test.

Der Toyota C-HR 2020 weiß mit seinem coolen Design die Blicke auf sich zu ziehen: scharfe, kantige Linien, ein breiter Lufteinlass an der Front und eine dynamisch nach hinten abfallende Dachlinie wie bei einem Coupé. Dazu kommen prägnant ausgestellte Radhäuser, eine schwarze Verkleidung von Schwellern und Radhäusern.

Eigentlich hätten die Macher nichts an dem unverwechselbaren Look des Toyota C-HR zu ändern brauchen. Die markanten Linien des C-HR sind jetzt allerdings etwas weicher gezeichnet und die Spoilerlippe ist in Wagenfarbe ausgeführt. Das Tagfahrlicht bildet fortan ein eigenständiges Lichtelement oberhalb der Hauptscheinwerfer und nimmt außerdem die Blinker auf.

An der Front gelangen neue LED-Scheinwerfer mit adaptivem Lichtsystem, inklusive Kurvenlicht, zum Einsatz. Eine neue Form erhielten ferner die LED-Rückleuchten, die markant aus der Karosserie hervorragen und nun durch einen schlanken Spoiler in Hochglanz-Optik miteinander verbunden sind.

Antrieb Toyota C-HR 2.0 Hybrid: 50 Prozent mehr Leistung und kaum mehr Verbrauch

Die größte Neuigkeit befindet sich unter der Motorhaube: Als neue Topversion gelangt im Toyota C-HR 2020 ein 2,0 Liter großes „Hybrid Dynamic Force“-System zum Einsatz. Der Antrieb besteht aus einem Vierzylinder-Benziner mit 112 kW/152 PS und 190 Nm sowie einem Elektromotor mit 80 kW/109 PS und 202 Nm. Daraus ergibt sich eine Systemleistung von 135 kW/184 PS.

In Kombination mit dem Frontantrieb und einem stufenlosen CVT-Getriebe spurtet der C-HR in 8,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 km/h. Zum Vergleich: Der kleinere 1,8-Liter-Hybridantrieb mit 90 kW/122 PS benötigt 11,0 Sekunden für den klassischen Sprint und beendet seinen Vortrieb bei 170 km/h.

Trotz des Leistungszuwachses von deutlichen 50 Prozent benötigt der 2,0-Liter-Hybridantrieb nur 10 Prozent mehr Kraftstoff als der kleine Hybrid: Nach dem neuen, praxisnahen WLTP-Zyklus liegt der Durchschnittsverbrauch bei nur 5,3 Litern Benzin auf 100 Kilometern, was CO2-Emissionen von 119 g/km entspricht. Nach dem klassischen NEFZ-Zyklus sind es 4,0 Liter Sprit pro 100 Kilometer und 92 Gramm CO2 pro Kilometer.

Genau aus diesem Grund ist der Power-Hybrid die beste Wahl

Viel interessanter ist es, wie sich der neue 2,0-Liter-Hybrid des Toyota C-HR auf der Straße macht - und da weiß die Topversion richtig zu beeindrucken. Das Anfahren erfolgt flott und der C-HR schiebt ordentlich nach vorne.

Wer jetzt daran denkt, dass stufenlose CVT-Getriebe oft hohe Drehzahlen wählen, um die geforderte Leistung liefern zu können und Motoren infolgedessen laut aufheulen: diesen Effekt legt der neue Power-Hybrid weitgehend ab. Die Leistung des Toyota C-HR ist sogar stark genug, dass dieser Motor in den meisten Alltagssituationen ruhig bleibt. Dazu spielt der größere Hybrid-Antrieb die Vorteile eines stufenlosen CVT-Getriebes aus: Eine CVT-Automatik wählt stets die optimale Übersetzung und bietet ein sehr komfortables, ruckfreies Fahren.

Der Toyota C-HR zählt sogar zu den schärferen SUV auf dem Markt. Eher sportlich, aber keineswegs unkomfortabel führten die Macher das Fahrwerk aus, so dass der C-HR trotz des hohen Karosserieaufbaus nur eine moderate Seitenneigung aufweist und sicher auf der Straße liegt. Mehr noch: Die Lenkung ist präzise, lässt aber leider noch immer ein wenig Gefühl vermissen. Für sportliche Fahrer könnte die Lenkung zudem etwas direkter sein.

Beachtlicher Wert: Das ist der tatsächliche Verbrauch des Toyota C-HR 2.0 Hybrid

Während andere Autohersteller bei ihren Hybrid-Systemen auf rein elektrische Reichweiten setzen, sucht das System von Toyota stets abhängig von der Fahrsituation nach dem idealen Zeitpunkt für rein elektrisches Fahren. Bei unseren Fahrten über Landstraßen und durch Innenstädte, kamen wir auf einen rein elektrisch gefahrenen Anteil von über 50 Prozent und erreichten den von Toyota angegebenen WLTP-Verbrauch in Höhe von 5,3 Litern Benzin auf 100 Kilometern problemlos.

Wer viel in der Stadt unterwegs ist, kann den WLTP-Verbrauch sogar locker unterbieten: Erfolgt neben Überlandfahrten ein Großteil der Strecken im Stadtgebiet, erzielten wir einen rein elektrisch gefahrenen Anteil von starken 81 Prozent und einen Durchschnittsverbrauch von rund 4,5 Litern Sprit pro 100 Kilometer. Rein elektrisch fahren kann der C-HR bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h. Erst  auf der Autobahn steigt der Spritverbrauch signifikant an.

Wichtig ist es, sich bei der Fahrweise einem Hybrid-Auto anzupassen, das heißt vorausschauend fahren sowie bei Ampeln früh und gleichmäßig beim Heranrollen zu bremsen, damit möglichst viel Energie in die Batterie zurückfließen kann, statt eine späte Vollbremsung hinzulegen. Zu den Besonderheiten des neuen Toyota C-HR zählt ferner ein „Hybrid-Trainer“, der die Fahrweise analysiert und personalisierte Hinweise gibt, wie sich der Anteil der rein elektrisch zurückgelegten Strecken erhöhen und entsprechend Kraftstoff sparen lässt.

Innenraum Toyota C-HR 2020: Viel Platz und die Qualität passt

Den Innenraum des Toyota C-HR 2020 dominieren angenehm weiche Materialien, die Toyota mit der Modellpflege auf die Türverkleidungen erweiterte. Harter Kunststoff gelangt nur im unteren Bereich der Türen und bei der Mittelkonsole zum Einsatz. Applikationen in hochglänzendem Schwarz setzen auf der Mittelkonsole weitere Akzente. Platz ist ebenfalls vorhanden: Vorne sitzen bis zu knapp zwei Meter große Personen bequem und hinten - trotz der abfallenden Dachlinie - sogar rund 1,85 Meter große Mitreisende.

Infotainment Toyota C-HR 2020: Diese Erweiterung umgeht vorherige Probleme

Leider besitzen Toyota-Inhaber - das ist auch die Schwäche des Toyota C-HR - ein Infotainment-System mit unzeitgemäßen Grafiken und einer verbesserungswürdigen Bedienstruktur, die das Auffinden von gewünschten Funktionen erleichtern könnte. Eine Ausnahme bildet nur der neue Toyota Supra mit dem Infotainment-System von BMW.

Doch eine wichtige Neuerung umgeht viele vorherige Probleme: Das Infotainment-System des Toyota C-HR ermöglicht nun die Konnektivität via „Android Auto“ und „Apple CarPlay“, so dass sich zahlreiche Smartphone-Apps über den 8 Zoll beziehungsweise 20,3 Zentimeter großen Touchscreen des Fahrzeugs einfach bedienen lassen. Leider befindet sich nur ein USB-A-Anschluss an Bord. Dafür gibt es über die Internet-Verbindung des eingebundenen Smartphones für die Dauer von drei Jahren kostenlos das neueste Kartenmaterial für das Navigationssystem, ohne einen Händler aufsuchen zu müssen. Über Toyotas Smartphone-App „MyT“ lassen sich außerdem von daheim aus Routen planen und direkt ins Navigationssystem des Fahrzeugs übertragen.

Fahrerassistenzsysteme: Umfangreiche Sicherheit serienmäßig

Bereits die Einstiegsversion des Toyota C-HR besitzt serienmäßig das umfangreiche „Toyota Safety Sense“-System. Das Pre-Collision-Notbremssystem erkennt nicht nur andere Verkehrsteilnehmer, sondern auch Fußgänger zuverlässig bei Tag und Nacht. Zum Serienumfang gehören außerdem eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, ein Fernlichtassistent und ein Spurhalteassistent, der das Fahrzeug mittig in der Fahrspur hält. Ebenfalls erhältlich sind zum Beispiel ein adaptives Frontlichtsystem und ein Querverkehrs-Assistent, der beim Zurücksetzen aus einer Parklücke quer zur Fahrbahn vor Autos und Motorrädern warnt und den C-HR im Notfall automatisch abbremst.

Kofferraum Toyota C-HR: Das passt in den Power-Hybrid rein

Der Kofferraum des Toyota C-HR Power-Hybrid kommt mit 358 Litern Ladevolumen auf eine im Segment durchschnittliche Größe. Die Ladekante fällt, typisch für einen SUV, hoch aus. Doch die Ladestufe nach innen ist flach und erleichtert damit das Be- und Entladen. Werden die Rücksitzlehen umgeklappt, entsteht eine ebene Fläche. Für kleine Mitbringsel stehen im Innenraum vorne und hinten leider nur wenige Fächer zur Verfügung, ganz im Gegensatz zum neuen Toyota RAV4.

Toyota C-HR 2.0 Hybrid Test - Fazit und Preis:

Fahrspaß, ein niedriger Spritverbrauch und dazu ein neuer Power-Hybridantrieb, der auf ganzer Linie zu überzeugen weiß: Der Toyota C-HR 2.0 Hybrid stellt eine attraktive Erweiterung der Crossover-Baureihe dar. Erhältlich ist der Toyota C-HR 2020 mit dem 2,0 Liter großen Hybrid-System ab 32.790 Euro. Das ist kein Schnäppchen, aber dafür ist der C-HR sehr gut ausgestattet und weist bereits in der Basis serienmäßig eine Vielzahl an Fahrerassistenzsystemen für ein Plus an Sicherheit auf.

Technische Daten Toyota C-HR 2.0 Hybrid:

Länge x Breite x Höhe: 4,390 x 1,795 x 1,565 Meter (Breite ohne Außenspiegel)
Radstand: 2,640 Meter
Antriebsart: Frontantrieb
Hubraum Vierzylinder-Benzinmotor: 1.987 cm³ 
Leistung Benzinmotor: 112 kW/152 PS bei 6.000 U/min
Drehmoment Benzinmotor: 190 Nm bei 4.400-5.200 U/min
Leistung Elektromotor: 800 kW/109 PS
Drehmoment Elektromotor: 202 Nm
Gesamtsystemleistung: 135 kW/184 PS bei 6.000 U/min
Getriebeart: stufenlose Automatik (Planetengetriebe)
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 8,2 Sekunden
Leergewicht: 1.485-1.525 Kilogramm
Durchschnittlicher Kraftstoffverbrauch (WLTP): 5,3 l/100 km
Durchschnittlicher Kraftstoffverbrauch (NEFZ): 4,0 l/100 km
Durchschnittliche CO2-Emission (WLTP): 119 g/km
Durchschnittliche CO2-Emission (NEFZ): 92 g/km
Abgasnorm: Euro 6d
Kofferraumvolumen: 358 Liter (Rücksitzlehnen aufrecht)
Preis: ab 32.790 EUR

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