Opel Ampera-e: Ladeprobleme? Darum nur einphasiges Laden!

Christian Brinkmann, 16.03.2017

Wenn die Sache mit dem Laden nicht wäre: Der neue Opel Ampera-e beschleunigt wie ein Sportler, sieht gut aus und besitzt nach NEFZ (neuer Europäischer Fahrzyklus) eine enorme, rein elektrische Reichweite von 500 Kilometern. Sogar praxisnah sollen 380 Kilometer drin sein. Das attraktive Elektroauto zieht zu Recht Viele in den Bann. Dennoch brennt zahlreichen Interessenten eine Frage auf dem Herzen: Warum lässt sich der Opel Ampera-e nur einphasig laden? Wir hakten nach, was Opel dazu sagt und was genau das bedeutet.

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Einphasiges Laden: Wirklich ein Nachteil? Das sagt Opel!

An Bord des Opel Ampera-e befindet sich eine Batterie mit einer immensen Kapazität von 60 Kilowattstunden (kWh), welche die große Reichweite ermöglicht. Selbstverständlich lässt sich der Ampera-e über eine Schnellladestation innerhalb kürzester Zeit per Gleichstrom „auftanken“. Zu Hause erfolgt das Aufladen allerdings nur einphasig, das heißt, mit einer Wallbox bekommt der Nutzer in Deutschland 4,6 kW Ladeleistung, in Frankreich bis zu 7,4 kW. Die normale Schuko-Steckdose, auch Haushaltssteckdose genannt, schafft bei entsprechender Absicherung bis zu 3,7 kW. Ohne vorherige Überprüfung sind an der Schuko-Steckdose lediglich 2,3 kW möglich.

Die Folge: Der große 60 kWh-Akku des Opel Ampera-e lässt sich zu Hause ergo nicht über Nacht vollladen. Der Besitzer eines Ampera-e müsste gegebenenfalls für mehr Geld am CCS (Combined Charging System - kann mit seinem standardisierten Steckersystem Gleichstrom- als auch Wechselstromladeverfahren realisieren) nachfassen, statt den günstigen Nachtstrom nutzen zu können. Wer auf dem Land wohnt und sich grundsätzlich für ein Elektroauto interessiert, dürfte viel fahren. Deutlich schnellere Ladezeiten an der heimischen Steckdose bietet das dreiphasige Laden, wie es zum Beispiel der elektrische Kleinwagen Renault Zoe ermöglicht.

Opel sieht wie Tesla allerdings die Zukunft im Gleichstromladen unter der Annahme immer weiter wachsender Batteriegrößen. Daher unterstützt der Ampera-e serienmäßig das Tanken von Energie an einer öffentlichen Ladestation mit Gleichstrom. Das bedeutet bei einer Ladeleistung von 50 kW ca. 150 Kilometer Reichweite in nur 30 Minuten. Beim Opel Ampera-e serienmäßig, ist nicht bei allen auf dem Markt erhältlichen Elektroautos die Schnellladung - und damit auch eine große Zeitersparnis - in der Basis enthalten und nur mit einer Aufrüstung sowie einem saftigen Aufpreis verbunden.

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Eine 22 kW-Wechselstrom-Lösung oder dreiphasige stellt aus der Sicht von Opel für den Ladevorgang nicht die ideale Lösung dar, da das Vollladen mit CCS innerhalb der kurzen Zeit nicht möglich ist und der Vorteil zu Hause mit einer in diesem Fall entsprechend teureren Wallbox kaum Nutzen bringt. Auch ein Tesla Model S vertrödelt mehrere Stunden an einer 22 kW-Wechselstrom-Säule, um seine Energiespeicher aufzufüllen.

Die nächste Schnellladestation lässt sich unterwegs flott über eine Smartphone-App finden. Noch ist das Netz an Schnellladestationen recht weitmaschig. Das wird sich aber bald ändern: Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur kündigte bereits an, bis Ende 2017 in Zusammenarbeit mit dem Autobahn-Raststättenbetreiber „Tank & Rast“ 400 solcher Stationen entlang der deutschen Hauptstraßen einzurichten. Darüber hinaus will die Bundesregierung in den kommenden Jahren rund 300 Millionen Euro in die Entwicklung der nötigen Elektro-Infrastruktur investieren. Bis 2020 sollen insgesamt 5.000 Schnelllade- und 10.000 weitere Lademöglichkeiten an prominent gelegenen Tankstellen, an Einkaufs- und Sportzentren, Car-Sharing-Stationen, Bahn- und Flughäfen sowie Messezentren entstehen.

Laden zu Hause: Der Ampera-e bietet einen großen Vorteil

Für zu Hause rät Opel seinen Kunden aufgrund der großen Batterie zur Anschaffung einer Wandladestation. Bei einer Ladeleistung von 4,6 kW einphasig bekommt der Besitzer eines Ampera-e über Nacht, exemplarisch bei 8 Stunden Ladezeit, ca. 200 Kilometer Reichweite nachgeladen, also rund 12 Kilometer alle 30 Minuten. Dies deckt den täglichen Reichweitenbedarf eines Fahrzeugs von 80 Kilometern im europäischen Mittel ab.

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Der große Vorteil: Der Ampera-e braucht aufgrund der großen Reichweite nicht ständig vollgeladen zu werden, um im Alltag bestehen zu können. Bei den meisten Fahrern reicht vermutlich eine komplette Ladung für mehrere Tage. Ein Auto mit Benzin- oder Dieselmotor tanken wir auch nicht täglich, wenn sich noch genug Sprit im Tank befindet. Nicht anders verhält es sich beim Ampera-e durch die hohe Gesamtreichweite.

Enorme Beschleunigung: So schnell ist der Opel Ampera-e

Für das elektrisierende Temperament des Opel Ampera-e sorgt das bereits aus dem Stand verfügbare maximale Drehmoment von 360 Nm. Die Leistung des Elektromotors entspricht 150 kW/204 PS. So gehören souveräne Ampelstarts oder Autobahnauffahrten zu den Paradedisziplinen des Opel Ampera-e. Von 0 auf 50 km/h beschleunigt der Elektro-Kompaktwagen in nur 3,2 Sekunden. Den klassischen Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt der Ampera-e in 7,3 Sekunden. Dank der souveränen Durchzugskraft gelingt der Zwischensprint beim Überholen von 80 auf 120 km/h in gerade einmal 4,5 Sekunden. Fahrspaß mit dem Opel Ampera-e bedeutet aber auch zügiges, nahezu geräuschloses Cruisen bis zu einer elektronisch abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h.

Preise: Diesen Kostenvorteil gibt Opel an seine Kunden weiter

Die Preise für den neuen Ampera-e gab Opel noch nicht bekannt. Jedoch soll es sich - im Gegensatz zu anderen, teureren E-Autos - um ein bezahlbares Elektroauto handeln. Der Ampera-e kann zwar nicht dreiphasig laden, aber Opel will unter anderem den Kostenvorteil eines einphasigen Laders gegenüber eines dreiphasigen Laders an Bord an seine Kunden weitergeben. Der Preis für den Ampera-e wird irgendwo zwischen 29.900 Euro und 39.900 Euro liegen. Hier ist ebenfalls die riesige, rein elektrische Reichweite zu beachten. Zusätzlich reduziert den Preis in Deutschland aktuell die Umweltprämie in Höhe von 4.000 Euro für reine Elektroautos.

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