Green überrascht von Mercedes: "Dachte, BMW steigt erst aus"

, 10.11.2017

Jamie Green fuhr acht Jahre für Mercedes in der DTM und wurde von der Ausstiegsnachricht seines Ex-Arbeitgebers überrascht: "Habe ich nicht erwartet!"

Mercedes zieht nach der DTM-Saison 2018 den Stecker. Nach fast 30 Jahren im Deutschen Tourenwagen Masters ist nächstes Jahr Schluss für die Stuttgarter, die sich in Richtung Formel E orientieren. Diese Nachricht kam für viele in der Motorsportszene überraschend - auch für Jamie Green. Der Brite gehörte acht Jahre lang zum Mercedes-Kader und gewann zwischen 2005 und 2012 insgesamt acht DTM-Rennen mit den Sternen. 2013 folgte der Wechsel des 35-Jährigen zu Audi, wo er in fünf Jahren bereits acht Siege einfuhr und in den vergangenen drei Jahren die Saison immer in den Top 3 der Fahrerwertung abschloss.

Die Bekanntgabe des Mercedes-Ausstiegs einen Tag nach dem Rennwochenende in Moskau kam für den Ex-Mercedes-Mann völlig unerwartet. "Ich war total überrascht, als ich gehört habe, dass sie aufhören. Ich dachte, dass BMW zuerst aussteigen würde", offenbart er im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Als ich gehört habe, dass es Mercedes ist, dachte ich: 'Wow! Okay, das habe ich nicht erwartet!'. Es zeigt, dass man nichts ausschließen darf und immer mit dem Unerwarteten rechnen muss."

Der Audi-Pilot bedauert, dass sich sein ehemaliger Arbeitgeber mit Ende der Saison 2018 aus der DTM zurückzieht. "Es ist sehr schade, dass sie aufhören. Mercedes war von Anfang an eine tragende Säule dieser Meisterschaft und sie haben die Serie sehr unterstützt. Als sie nur mit Audi angetreten sind, haben sie die Rennserie am Leben gehalten und ich denke, dass beide Hersteller dafür eine große Anerkennung verdienen", so Green, der nach eigenen Aussagen "davon profitiert hat, weil ich weiterhin einen Job hatte, obwohl nur zwei Hersteller am Start waren". "Das weiß ich sehr zu schätzen", ergänzt er.

Greens Wunsch nach Internationalisierung

Der Wahl-Monegasse hofft, dass der Mercedes-Ausstieg als Chance für die Weiterentwicklung der Serie genutzt wird. "Ich hoffe, dass es ein Weckruf für die Serie ist, denn sie können sich nicht darauf verlassen, dass die Leute immer hier sein und helfen werden. Man muss die Serie stärken, sodass sie weiterbestehen kann. Ich hoffe, dass wir das erreichen", sagt Green und hat einen Vorschlag.

"Wir müssen internationaler werden. Meiner Meinung nach müssen wir mehr Rennen im europäischen Ausland austragen, in mehreren Ländern. Es müssen auch mehr Hersteller kommen. Auch wenn Mercedes dabeibleiben würde, bräuchten wir mehr Hersteller, die nicht Deutsch sind, um internationaler zu werden", glaubt der Brite ein Rezept für eine bessere und stärkere DTM-Zukunft zu kennen. Mehr Hersteller, die in der DTM involviert sind, könnten ein Problem der Serie, das besonders 2017 zu sehr im Mittelpunkt stand und den Sport in den Hintergund stellte, lösen: die politischen Rangeleien.

Je mehr Hersteller, desto besser

"Je mehr Hersteller involviert sind, umso weniger Kontrolle haben sie in Sachen Strategie und politischer Themen. Das wäre gesünder für alle", meint der Gesamtdritte 2017. Die Zusammenarbeit mit der japanischen Super-GT-Serie sieht er als Schritt in die richtige Richtung. "Die Verbindung zu Japan ist sehr positiv. Es muss aber weiter daran gearbeitet werden. Wenn wir die gleichen technischen Regeln haben, dann könnte eine weltweite Meisterschaft daraus werden", ist Green sicher.

Eine Weltmeisterschaft bedeutet für ihn: "Das sollte die Königsklasse sein, was die Geschwindigkeit der Autos, die Technologie und die Professionalität betrifft. Das Niveau ist dort am höchsten. Alle Hersteller, nicht nur die deutschen, sollten dort teilnehmen und wir sollten auf den besten Rennstrecken der Welt fahren."

An diesem Wochenende gastiert die DTM beim Saisonfinale der Super GT im japanischen Motegi. Audi, BMW und Mercedes haben Loic Duval, Augusto Farfus und Maro Engel sowie jeweils eines ihrer DTM-Fahrzeuge ins Land der aufgehenden Sonne geschickt, um Demorunden und Showruns durchzuführen und ein Signal in Richtung asiatischer Automobilhersteller zu senden, um ihnen einen Einstieg in die DTM schmackhaft zu machen. Beim DTM-Finale in Hockenheim im Oktober waren mit Lexus und Nissan bereits Autos der Japaner zu Gast und präsentierten sich dem deutschen Publikum.

Der Besuch der Super GT in Deutschland und der nun stattfindende Gegenbesuch der DTM in Japan ist ein starkes Signal in Richtung gemeinsamer Zukunft und Einführung des Class-One-Reglements. Durch die Vereinheitlichung des technischen Reglements sollen die Autos der DTM und Super GT so angepasst werden, dass ein Einsatz der Fahrzeuge in beiden Meisterschaften möglich ist.

Durch eine Kooperation beider Rennserien hofft Green, dass die DTM in Zukunft auch außerhalb Europas Rennveranstaltungen austragen wird. "Es gibt großartige Strecken in Deutschland, aber es gibt noch mehr auf der ganzen Welt. Dann könnten wir allen zeigen, dass unsere Autos mega sind, das wäre mein Wunsch", erklärt er.

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere DTM-News

Mattias Ekström kritisiert seine stromlinienförmigen Kollegen

Mattias Ekström: "Gibt heute weniger Typen als früher"

Die DTM will weg vom porentief rein wirkenden Wettkampf der drei Hersteller Audi, BMW und Mercedes und wieder zurück zu hemdsärmliger Action auf den Strecken. Die Fahrer müssen in Zukunft wieder mehr in den …

Motorsport-Direktor Jens Marquardt fasst die Saison aus BMW-Sicht zusammen

BMW-Bilanz 2017: Höhen, Tiefen und Glanzleistung beim Finale

Rang fünf für Marco Wittmann in der Fahrerwertung, sieben für Timo Glock und acht für Maxime Martin in der Fahrerwertung, die Plätze drei und vier in der Hersteller- respektive Teamwertung: Für BMW verlief …

Noch ein Pokal für DTM-Champion Rene Rast: ADAC Motorsportler des Jahres

DTM-Champion Rast ist ADAC Motorsportler des Jahres 2017

Rene Rast ist ADAC Motorsportler des Jahres 2017. Eine Jury aus Journalisten und ADAC-Vertretern wählte den 31 Jahre alten DTM-Champion aus Minden am Donnerstagabend in München. Der Audi-Pilot setzte sich im …

BMW-Pilot Timo Glock will auch 2018 in der DTM an den Start gehen

Glock hofft auf Verbleib in der DTM: "Ich habe sehr …

Seit fünf Jahren fährt Timo Glock in der DTM. In dieser Saison war der BMW-Mann ein heißer Anwärter auf den Gewinn der Meisterschaft. Bis zum vorletzten Rennwochenende der Saison hatte der 35-Jährige noch …

Für Gary Paffett ging es in der DTM-Saison 2017 auf und ab

Gary Paffett: Schwieriges, aber gutes DTM-Jahr 2017

In 14 von 18 Rennen in der DTM-Saison 2017 landete Gary Paffett in den Punkterängen. 102 Zähler und Gesamtrang zehn standen nach dem DTM-Finale in Hockenheim für den Mercedes-Fahrer zu Buche. Auch, wenn der …

AUCH INTERESSANT
20 unglaubliche Fakten: Pikes Peak und der Fabel-Rekord

AUTO-SPECIAL

20 unglaubliche Fakten: Pikes Peak und der Fabel-Rekord

Härter, schneller und noch krasser: „Pikes Peak“ ist der „Heilige Gral“ unter den Bergrennen und geht in die Extreme. Volkswagen war dort so schnell wie niemand zuvor und schaffte es, einen …


Motorsport-Total.com

TOP ARTIKEL
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die großen Trümpfe
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die …
Ford Kuga RS: Ein richtig starker Performance-SUV
Ford Kuga RS: Ein richtig starker Performance-SUV
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im Sport-Test?
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im …
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
McLaren 600LT Test: Liebe auf den ersten Kick
McLaren 600LT Test: Liebe auf den ersten Kick
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die großen Trümpfe
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die …
German Car of the Year 2019: Das beste Auto des Jahres
German Car of the Year 2019: Das beste Auto des …
Skoda Fabia Monte Carlo Test 2019: Der sportliche Einstieg
Skoda Fabia Monte Carlo Test 2019: Der …
Jaguar I-Pace Test: Bringt dieser Elektro-SUV die Wende?
Jaguar I-Pace Test: Bringt dieser Elektro-SUV …


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo
  • autoaid Logo