Überraschung in Oschersleben: Plötzlich ist die DTM weg...

, 02.12.2015

Die Hintergründe zum DTM-Kalender 2016 bleiben nebulös: Warum der Abschied aus Oschersleben und die Rückkehr nach Budapest?

Die ITR hat mit der Vorstellung des DTM-Rennkalenders 2016 für eine Überraschung gesorgt. Erstmals seit 2003 wird die Szene nicht mehr Oschersleben gastieren, sondern man kehrt stattdessen plötzlich wieder nach Ungarn zurück. Kurios: Aus Budapest hatte man sich nach dem Rennen 2014 trotz eines ursprünglich über drei Jahre laufenden Vertrages ganz schnell verabschiedet. Es gab unter anderem Unstimmigkeiten mit dem örtlichen Veranstalter.

Auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com' heißt es von einem ITR-Sprecher: "Die Rennstrecke ist die gleiche, das Veranstalter-Team im Grunde auch, aber die Vereinbarung ist eine andere." Warum man sich also plötzlich doch wieder auf eine Zusammenarbeit einigen konnte, liegt wohl an den neuen Vorgaben für Zuschauerzahlen, Promotion und an den gesamten Kosten für die Durchführung des Events.

Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' stecken in allen Verträgen der ITR mit den Rennstrecken einige Klauseln, die ein vorzeitiges Beenden einer Partnerschaft ermöglichen. Unter anderem sind in den Kontrakten konkrete Mindestvorgaben für den Ticketverkauf verankert. Kaum eine Rennstrecke im DTM-Kalender hat diese Grenzen jemals tatsächlich erreichen können. Auch Oschersleben nicht, wo man nun aber diese Klausel nutzt, um die bis 2016 laufende Vereinbarung vorzeitig zu beenden.

Oschersleben erfährt kurzfristig von den Plänen

"Nichts hat darauf hingedeutet, dass es in den letzten Jahren eine Verschlechterung gegeben hat - weder, was die Qualität der Rennstrecke angeht, noch die Zuschauerzahlen. Die Rennen waren immer spannend", sagt Oschersleben-Streckenchef Thomas Voss dem 'MDR'. In diesem Jahr wurde die offizielle Zuschauerzahl mit 66.000 angegeben, im Jahr zuvor waren es nur marginal weniger. An den Kennziffern hat sich also nichts verändert.

Man wolle "den Herstellern, Fahrern und Fans mehr Abwechslung bieten", heißt es von der ITR. Daher habe man sich dazu entschieden, an Stelle von Oschersleben eine andere Strecke in den Kalender mit aufzunehmen. Neben Ungarn war auch Spa-Francorchamps eine Option. Aus Sicht vieler Fans und Fahrer wäre der Klassiker in Belgien die bessere Wahl gewesen. Auch aus Reihen der Hersteller bekommt man derzeit kaum schlüssige Erklärungen für die Rückkehr nach Budapest. Wird es erneut nur ein kurzes Gastspiel für ein Jahr?

"Wir sind auch weiterhin bereit, den 2013 geschlossenen Dreijahresvertrag bis einschließlich 2016 zu erfüllen", öffnet Voss die Türen für eine weitere Zusammenarbeit der ITR mit Oschersleben. Die Strecke in der Magdeburger Börde - übrigens immer das nördlichste Rennen im Kalender - will die DTM zurückbekommen. "Das geht nur, indem man ständig mit der ITR im Gespräch bleibt. Wir haben nicht alle Brücken abgebrochen und werden das ganz sicherlich nicht tun", sagt Voss.

Die Hersteller Audi, BMW und Mercedes unterhalten allesamt eigene Produktionsstätten in Ungarn, somit kann man dem Schritt nach Budapest wenigstens etwas Positives abgewinnen. Die Fahrer begegnen der Szenerie mit Humor. "Kaum habe ich in Oschersleben gewonnen, fliegt das Rennen aus dem Kalender. Was passiert, wenn ich anderswo gewinne? Keine Strecken mehr übrig", scherzt Timo Glock. Antonio Felix da Costa - kein Fan der Lausitz - antwortet via Twitter: "Dann gewinne doch bitte am Lausitzring, mein Freund!"

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