18-Zoll-Reifen: Vier Kilogramm schwerer, aber genau so schnell

, 25.05.2015

Pirelli treibt die Entwicklung der 18-Zoll-Reifen für die Formel 1 voran und testet die Pneus mit einem GP2-Auto: Demonstration in den Straßen von Monaco

Im vergangenen Jahr präsentierte Pirelli erstmals einen Formel-1-Reifen für eine 18-Zoll-Felge. Bei Testfahrten in Silverstone fuhr der damalige Lotus-Pilot Charles Pic erstmals mit den Niederquerschnittserifen. Seitdem wurde es um das Thema 18-Zoll-Reifen etwas ruhiger, doch hinter den Kulissen trieb Pirelli die Entwicklung weiter voran.

In diesem Jahr rückten die Italiener bereits drei Mal zu Testfahrten aus, um das neue Reifenformat zu testen, dessen Einführung zur Saison 2017 weiterhin zur Diskussion steht. Mangels eines geeigneten Formel-1-Fahrzeugs fanden die Tests mit einem GP2-Boliden statt. Dabei erzielte Pirelli nach eigenen Angaben vergleichbare Zeiten wie mit den bisher üblichen 13-Zoll-Reifen. Auch der Verschließ sei ähnlich.

"Diese Reifen sind konkurrenzfähig und einsatzbereit, daher wollten wir sie den Leuten zeigen", sagt Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery. Und das tat Pirelli am Freitag im Rahmen des Monaco-Grand-Prix. Vor dem Hauptrennen der GP2 fuhr der ehemalige Formel-1-Pilot Martin Brundle mit einem mit 18-Zoll-Reifen ausgerüsteten GP2-Auto zwei Runden über den Startkurs. "Wir wollten damit unterstreichen, das wir uns zukünftige Regeln, wie auch immer sie aussehen mögen, rechtzeitig und ordentlich anpassen können."

Kein großer Unterschied zu den 13-Zoll-Reifen

Brundle, der vor kurzem auch einen aktuellen Force-India-Boliden (mit 13-Zoll-Reifen) gefahren war, zeigte sich von den neuen Pneus angenehm überrascht. "Es hat sich völlig normal angefühlt. Ich hatte erwartet, dass sich das Auto mit diesen Reifen viel steifer anfühlen würden, aber das war nicht der Fall", so Brundle. "An einige Dinge musste ich mich gewöhnen. So ist der Scheitelpunkt schwieriger zu sehen."

Auch die Teams müssten sich bei einem Wechsel auf die 18-Zoll-Reifen umstellen, denn durch die größere Felge ist derzeit jedes Rad vier Kilogramm schwerer als die aktuell verwendeten Räder. "Die Felgen, die wir verwenden, wurden nicht für die Formel 1 entwickelt. Sie haben uns aber ein Produkt gegeben, mit dem wir unsere Arbeit machen können und das sicher genug ist", sagt Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' über die Zusammenarbeit mit Felgenhersteller OZ.

Sollte das Format in der Formel 1 eingeführt werden, würden die Felgen nach Einschätzung des Briten noch im einiges leichter. "Wenn es tatsächlich so kommt und die Leute Druck machen, würden sie Gewicht einsparen", sagt Hembery. "Das wird aber sicherlich nicht die Hälfte sein."

Pirelli plädiert für größere Räder

Und die Einführung dieses Formats wäre ganz im Sinne von Pirelli. "Man sieht nicht mehr viele Straßenautos, die mit 13-Zoll-Rädern fahren, daher wäre das eine interessante Richtung für die Zukunft", sagt Hembery. Hinzu kommt: "In den meisten der rund 300 Meisterschaften, die wir unterstützen, fährt mit 18-Zoll-Reifen, daher wäre das kein großer Sprung für uns."

Auf ein mögliches Formel-1-Engagement, für das sich Pirelli unlängst beworben hat, hätte eine Entscheidung pro oder kontra 18-Zoll-Reifen keinen Einfluss. "Für uns macht es keinen Unterschied, ob die Felgen 18, 20 oder 13 Zoll groß sind. Aus technischer Sicht, können wir jede Herausforderung annehmen", sagt Firmenchef Marco Tronchetti Provera zu 'Motorsport-Total.com'.

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