Alex Wurz verteidigt Halo: Kopfschutz für die Formel 1 wichtig

, 28.02.2016

GPDA-Direktor Alex Wurz verteidigt die Einführung des Halo-Kopfschutzes und die Sicherheitsbestrebungen - Gesellschaft hat sich seit den 1960ern verändert

In der Saison 2017 werden sich die Forme-1-Boliden optisch deutlich verändern. Auf der einen Seite werden die Autos breiter und die Aerodynamik anders. Ein wesentliches Element wird der Halo-Kopfschutz sein, der den Kopf des Fahrers besser gegen herumfliegende Teile schützen soll. Während in den vergangenen Jahrzehnten die Sicherheit in allen Bereichen verbessert wurde, blieb der Kopf des Fahrers entblößt, obwohl nach dem Unfall von Felipe Massa in Ungarn 2009 auch bei den Helmen große Fortschritte erzielt wurden.

Das Halo-System ist nicht unumstritten. Manche Fans sind der Meinung, dass diese Streben gegen die DNA der Formel 1 sind. Alexander Wurz, der Direktor der Fahrervereinigung GPDA, entgegnet jedoch: "Was wäre die Alternative? Wäre es eine Alternative, wenn wir kein Halo hätten? Würden wir dann soweit zurückgehen, dass wir wieder mit Ledermützen und ohne Sicherheitsgurt fahren", wird der Österreicher von 'GPUpdate.net' zitiert. "Das ist es definitiv nicht."

Ein oft genannter Kritikpunkt lautet, dass die Formel 1 nur noch eine "Kaffeefahrt" ist. Dass die Strecken mit ihren riesigen asphaltierten Auslaufzonen nur noch Supermarktparkplätze sind. Die Formel 1 soll gefährlich sein und der Mut der Fahrer soll zu sehen sein. Motorsport ist und bleibt trotzdem gefährlich, wie nicht nur die tragischen Situationen von Henry Surtees oder Justin Wilson gezeigt haben. Viele Unfälle der jüngeren Vergangenheit gingen auch glimpflich aus.

Akzeptanz der Gefahr: Gesellschaft verändert sich

Tatsache ist, dass die Zahl der tödlichen Unfälle im Vergleich zu den 1950er und 1960er Jahren deutlich zurückgegangen ist. Vorbei sind die Zeiten, als die Fahrer zu jedem Rennen einen schwarzen Anzug im Gepäck hatten, weil die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass ein Kollege tödlich verunglückt. Viele der gefallenen Fahrer werden als Helden angesehen, doch schon Jackie Stewart war zu seiner aktiven Zeit einer der ersten, die sich für die Sicherheit einsetzten.

Und auch Wurz verteidigt die aktuellen Bestrebungen, den Motorsport immer sicherer zu machen. "Damals war es eine Gesellschaft der Nachkriegszeit. Helden wurden gefeiert, weil sie für ihre Nation ihr Leben gelassen haben. Damals wurde das von der Gesellschaft akzeptiert, aber wir sind eine andere Generation. Wir wollen nicht, dass sich jemand einer Gefahr aussetzt. Die Motorsportindustrie lebt von Sponsoren, Herstellern, Fernsehübertragungen. Ich glaube nicht, dass es unsere Gesellschaft akzeptieren würde, wenn wir nicht nach mehr Sicherheit streben."

Deswegen ist für den 69-fachen Grand-Prix-Teilnehmer und zweifachen Le-Mans-Sieger auch klar, dass Motorsport nicht gefährlich sein muss, um populär zu sein: "Der Rennsport muss aufregend sein. Klar, ein Dreher und eine Kollision bedeuten Spektakel, aber nicht, dass das Leben dabei gefährdet wird. Wir dürfen die Sicherheitsbestrebungen nicht stoppen. Hoffentlich werden wir keine weiteren Beerdigungen erleben", so Wurz bei 'GPUpdate.net'. "Der Motorsport und die Flugzeugindustrie werden niemals zu 100 Prozent sicher sein. Aber mit unserer Intelligenz und der modernen Technologie müssen wir die Wahrscheinlichkeit so weit wie möglich reduzieren."

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