Alonso hadert mit ERS-Problem - ausgerechnet in Monza

, 07.09.2014

Ferrari zeigt sich nach dem verkorksten Heimspiel mit zwei Pünktchen enttäuscht - Fernando Alonso muss ersten technischen Ausfall seit über vier Jahren hinnehmen

Für Ferrari war der Große Preis von Italien ein Heimspiel zum Vergessen. Kimi Räikkönen kam über Platz neun nicht hinaus, Fernando Alonso fiel nach einem technischen Defekt an seinem ERS aus. Für den Spanier war es der erste technische Ausfall seit über vier Jahren (Malaysia 2010), zudem kam er erstmals in dieser Saison nicht ins Ziel - ausgerechnet im Königlichen Park von Monza.

"Natürlich sind wir nicht zufrieden mit diesem Resultat vor unserer Heimkulisse. Ein technischer Defekt ist nie schön. Das ist für das ganze Team ein sehr schwieriger Moment, weil damit all die harte Arbeit umsonst war", erklärt Alonso. "Es ist lange her, dass ich zuletzt ausgefallen bin (Malaysia 2013; Anm. d. Red.). Schade, dass es gerade hier in Monza passiert ist, vor all unseren Fans. Wir haben gestern schon keine gute Performance gezeigt, waren heute nicht stark, und dann noch dieser Ausfall", hadert der Ferrari-Pilot bei 'Sky Sports F1'.

Besonders ärgerlich sei, dass man als Team kaum Punkte geholt hat - im Gegensatz zum Williams-Team, das dadurch in der Gesamtwertung an Ferrari vorbeigezogen ist. Dennoch zeigt sich Alonso als fairer Verlierer: "Das haben sie sich verdient, sie sind im Moment besser als wir. So ist es nur fair." Trotz alledem freut er sich über die zahlreichen Tifosi an der Strecke: "Wir sind sehr dankbar für all die Unterstützung, obwohl wir in so einer schwierigen Saison stecken. Seit Donnerstag haben die Fans Vollgas gegeben. Wir haben ihre Liebe in guten wie in schlechten Zeiten gespürt."

Pace war eigentlich da...

Doch wie kam es zum Ausfall der zweifachen Weltmeisters? "Ich hatte ein ERS-Problem, durch das mein Auto einfach ausging, um den Motor zu schonen. Die Batterie hat schon ein paar Runden lang nicht richtig funktioniert, und dann ging das Auto irgendwann aus", erinnert sich Alonso. Teamchef Marco Mattiacci bedauert den Vorfall: "Leider hat sich der Defekt nicht richtig angedeutet. Es tut mir leid, dass das gerade hier in Monza passiert ist. Das ist ein Defekt, den wir noch nie zuvor hatten."

Durch den Technikfehler ging auch die Strategie nicht auf: "Nach meinem Boxenstopp kam ich hinter einer Gruppe Autos heraus, also haben wir die Taktik geändert. Ich habe mich zurückfallen lassen, um meine Reifen zu schonen und gegen Rennende noch mal angreifen zu können. Dann kam jedoch das ERS-Problem dazwischen", erklärt Alonso. Im ersten Stint sei er immerhin gut zurechtgekommen: "Ich war konkurrenzfähig, aber wenn du dich in einer Gruppe befindest, wo jeder DRS benutzt, dann ist überholen fast unmöglich."

Räikkönen, der von Startplatz elf aus ins Rennen gegangen war, kämpfte sich wenigstens auf Position neun vor. "Unglücklicherweise ist dieses Ergebnis nicht das, was wir wollten", meint der Finne gegenüber 'Sky Sports F1'. "Aber wir wussten schon vor dem Rennen, dass es wohl schwierig für uns wird. Das Auto hat sich eigentlich nicht schlecht angefühlt, was die Balance angeht, aber es fehlte uns einfach an Grip und Endgeschwindigkeit. Ich konnte auf andere Autos aufschließen, aber nicht dicht hinter ihnen herfahren."

Räikkönen hat sein Bestes gegeben

"Sobald ich einem Auto vor mir näher kam, habe ich den aerodynamischen Anpressdruck verloren und bin nur noch gerutscht", erklärt Räikkönen, der zwar nicht mit dem Ergebnis, aber zumindest mit sich im Reinen ist: "Ich denke, ich habe heute das Maximum herausgeholt, auch wenn das Resultat beim Heimspiel natürlich nicht zufriedenstellend ist - sowohl für das Team als auch für die Fans."

Völlig überraschend sei die schlechte Ferrari-Performance jedoch nicht gewesen: "Dieser Streckentyp kam uns nicht wirklich entgegen. Jetzt müssen wir beim nächsten Rennen (in Singapur; Anm. d. Red.) schauen, wie die Dinge stehen, aber ich erwarte, dass wir dort stärker sein werden." Auf eine Runde gesehen sei man nicht schlecht gewesen, aber im Rennen habe der "Iceman" doch gehörig kämpfen müssen. "Ich bin mir aber sicher, dass wir im Winter einen großen Schritt machen werden", so Räikkönen.

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