Alonso über Schumacher: Das waren seine Psychotricks

, 18.11.2016

Bei besonders bitteren Niederlagen für den Gegner überschwänglich zu jubeln sei Schumachers liebster Schachzug gewesen - Auch umgekehrt gab es Nadelstiche

Es war zu Zeiten eines James Hunt und Niki Lauda so, es hat sich bei Ayrton Senna und Alain Prost fortgesetzt und es macht auch vor Lewis Hamilton und Nico Rosberg keinen Halt: Eine Formel-1-WM wird nicht nur auf der Strecke, sondern auch in den Köpfen ihrer Protagonisten entschieden. Fernando Alonso, der sich 2005 und 2006 gegen Michael Schumacher durchsetzte, erinnert sich bei 'F1i.com', wie er den großen Champion als Shootingstar mit Psychotricks ärgerte - und umgekehrt.

Deswegen sparte sich der Spanier damals überschwängliche Feierlichkeiten nach Rennsiegen: "Ich habe versucht, sehr selbstsicher und selbstbewusst zu wirken, weil das Schumacher ein bisschen zu beeindrucken schien", erinnert sich Alonso. Der Deutsche hätte auf die gegenteilige Taktik gesetzt: "Er hat immer den Sieg groß gefeiert, wenn er ihm in Spanien gelungen war oder in einem Rennen, das für Renault wichtig war." Denn solche Triumphe waren nicht nur Balsam für die eigene Seele, sondern auch Nadelstiche in das Nervenkostüm des Gegners. Das nutzte Schumacher richtig aus.

"Er hat es verglichen mit anderen Grand Prix regelrecht übertrieben und es hatte den Grund, dass er mich nervös machen wollte", schildert Alonso, an dem die Manöver offenbar spurlos vorbeigingen, obwohl er bei seinem ersten Titel erst 24 Jahre alt war. Dennoch berichtet er, dass es sein Verhältnis zu einem Schumacher kaum verändert hätte, plötzlich ärgster Widersacher zu sein. "Ich habe noch genauso viel Respekt gehabt", winkt Alonso ab - angesprochen auf den Aufstieg Max Verstappens.

Als selbstverständlich erachtete er es damals nicht, sich mit dem Rekordchampion zu messen: "Ich war immer noch überrascht, als ich mit ihm auf der selben Strecke ein Rennen gefahren bin und mit ihm Rad an Rad gekämpft habe", so Alonso, der schnell begriff, dass sich der Zweikampf auch auf einer anderen Ebene als der fahrerischen abspielt. "Es wird einem klar, aus welchem Holz ein Pilot geschnitzt ist, wenn man anfängt...", überlegt Alonso, "nicht zu spielen, aber sich gegenseitig besser zu kennen." Er hätte gewusst, wie er in der Pressekonferenz oder auf dem Podium hätte schauspielern müssen, um eine bestimmte Reaktion bei seinem Gegner hervorzurufen.

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