Brundle: Hamiltons Podestaussagen waren "Psychospielchen"

, 18.11.2016

Warum Formel-1-Experte Martin Brundle Landsmann Lewis Hamilton vorwirft, mit Psychotricks gegen Nico Rosberg zu arbeiten, und was Verstappen damit zu tun hat

Während die meisten Fahrer nach dem Grand Prix von Brasilien froh waren, dass die Wasserschlacht vorbei war, stand Sieger Lewis Hamilton auf dem Podest und sprach von "einem der einfachsten Rennen". Außerdem ergänzte er: "Interessant, wie viele sich hinter mir gedreht haben." Formel-1-Experte Martin Brundle bezeichnet diese Aussagen nun gegenüber 'Sky Sports F1' als "psychologische Spielchen mit seinem Teamkollegen".

Der WM-Leader konnte das Tempo Hamiltons nicht mitgehen und musste sich gegen den furios fahrenden Red-Bull-Piloten Max Verstappen zur Wehr setzen, den er nur durch Strategieglück besiegte. Außerdem überstand er nur mit Glück eine Schrecksekunde, als ihm sein Auto wegen Aquaplanings ausbrach.

Dass die Spitze Hamiltons bei seinem Teamkollegen Wirkung zeigte, glaubt Brundle nicht. "Er stand neben ihm mit einem ironischen Grinsen im Gesicht", beschreibt der ehemalige Formel-1-Pilot die Reaktion Rosbergs, der in Abu Dhabi den Titel mit einem Podestplatz aus eigener Kraft sicherstellen kann. "Mit Siegen in so überragender Manier versucht Hamilton alles, um Rosbergs WM Titel so gut wie möglich abzuwerten", meint Brundle.

Dabei versuchte Rosberg laut Brundle gar nicht, sich mit Hamilton anzulegen. "Er hat sich bei jedem Restart zurückgehalten und war an diesem Tag nur am zweiten Platz interessiert", glaubt der Brite.

Brundle sieht die Aussagen Hamiltons aber auch in Zusammenhang mit dem Rennen Verstappens, der an jenem Tag wegen seiner sensationellen Überholmanöver mit Michael Schumacher und Ayrton Senna, dem Vorbild des dreimaligen Weltmeisters, verglichen wurde. "Hamilton war ob des Hypes um Verstappen, der schon zum Fahrer des Tages gewählt worden war und vom Publikum bejubelt wurde, etwas verblüfft", sagt der 57-Jährige.

Dafür hat Brundle Verständnis: "Sein Ingenieur Bono (Peter Bonnington; Anm. d. Red.) hat mir am Flughafen erzählt, dass Lewis einmal den Berg hoch durchdrehende Räder hatte, aber abgesehen davon ein fehlerfreies Rennen ohne Zwischenfälle fuhr, was bei diesen Bedingungen mehr als beeindruckend ist."

Im Gegensatz zu Verstappen habe er keine Dreher abfangen müssen oder auf die falsche Strategie gesetzt, "denn er hat diese Fehler nicht gemacht. Per Boxenfunk hat er klargemacht, dass die Strecke für so einen aggressiven Reifen noch nicht bereit war. Daher war er in vielerlei Hinsicht der Fahres des Tages."

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