"Anti-Mercedes-Maßnahmen": Nico Rosberg ist empört

, 26.03.2015

Die Red-Bull-Idee, die Silberpfeile zum Wohle der Formel 1 einzubremsen, quittieren die Weltmeister mit Humor und Entrüstung: "Einfach unglaublich"

Mercedes, Mercedes, Mercedes: Die Formel-1-Welt scheint zu Beginn der Saison 2015 nur darüber zu spekulieren, wie viele der 19 Rennen die Silberpfeile für sich entscheiden und wie lange die Dominanz anhält. Spannung an der Spitze? Fehlanzeige. Das passt insbesondere den Menschen nicht, die mit der Königsklasse und ihrer Vermarktung Geld verdienen. Einen Weg, Lewis Hamilton und Nico Rosberg zugunsten mehr Nägelkauens vor dem Fernseher einzubremsen, sieht aber selbst die Konkurrenz nicht.

Nico Rosberg ärgert sich darüber, dass im Vorfeld des Malaysia-Grand-Prix über Mittel und Wege spekuliert wird, seine Farben zu benachteiligen, um anderen eine Chance zu geben. "Ich finde das unglaublich", staunt der Deutsche und stichelt in Richtung Red Bull, ohne das Kind beim Namen zu nennen: "Ich bin von Anfang an bei Mercedes dabei und habe nur Dominanz von anderen erlebt. Teilweise habe ich relativ harte Zeiten durchgemacht, wo einfach nichts ging", erinnert er an die Jahre bis 2012.

Damals war sein Job kein Zuckerschlecken: Fünf Podiumsplätze in 58 Grands Prix waren nicht das, was er sich in den ersten drei Jahren von einem Engagement bei einem Werksteam erhofft hatte. Die jüngsten Erfolge seien der verdiente Lohn für die Leidenszeit: "Ich kam zum Rennen und wusste: 'Ich habe keine Chance, ich muss irgendwo hinten rumkurven.' Nach langer harter Arbeit habe ich die Möglichkeit, Rennen zu gewinnen mit einem richtig coolen Auto und mit dem schnellsten Auto. Das ist ein Riesenmoment."

"Formel-1-Fan" Rosberg wünscht sich mehr Spannung

Entsprechend verärgert ist Rosberg über das seit der vergangenen Saison omnipräsente Gerede von mehr Freiheiten bei der Antriebsentwicklung und weiteren "Anti-Mercedes-Maßnahmen" durch das Reglement: "Ich finde es unglaublich, dass solche Forderungen kommen, dass man irgendwas egalisieren muss - besonders jetzt nach einem Rennen!" Der Vizechampion nimmt es trotzdem mit bekanntem Humor: "Am liebsten ist es mir persönlich, ganz alleine vorneweg zu fahren. Das ist am einfachsten."

Auch Hamilton kann nur schmunzeln. "Ich finde das schon lustig", sagt der Brite und spricht Red-Bull-Teamchef Christian Horner an, der bis 2013 kaum wusste, wie er kistenweise Siegerpokale ohne Frachtaufschlag nach Milton Keynes transportieren sollte. "Es ist eine interessante Meinung, die jemand äußert, der so viel Erfolg hatte." Obwohl Rosberg nach eigener Aussage am liebsten mit Ex-Kumpel Hamilton Seite an Seite fährt, wünscht er sich für die Fans der Königsklasse mehr Zweikämpfe. Ganz besonders einen zwischen den beiden großen Traditionsmarken Mercedes und Ferrari.

Ferrari näher dran als jedes andere Team 2014?

Rosberg sagt: "Für die Fans und für meinen Sport - denn ich bin auch Formel-1-Fan - wäre es ganz toll", schwärmt er. "Natürlich ist es besser, wenn wir vorne bleiben, aber sie dürfen ruhig ein bisschen näher sein und uns manchmal ärgern." Schon am kommenden Wochenende in Sepang könnte das laut dem 29-Jährigen der Fall sein, schließlich sei die Scuderia mit Kimi Räikkönen im Renntrimm in Melbourne sehr stark gewesen und hätte die Lücke verkürzt. "Sie sind näher dran als jeder Gegner im vergangenen Jahr", so Rosberg.

Konkurrent Pastor Maldonado kann der Idee, Mercedes einzubremsen, wenig abgewinnen. "So hat man es früher bei Red Bull oder Ferrari gemacht", erinnert sich der Lotus-Pilot an die Verbote diverser technischer Innovationen. Er fordert aber lieber, dass sich die Leider auf den Hosenboden setzen: "Natürlich hat Mercedes größere Ressourcen als ein Team wie Lotus, aber die großen Mannschaften wie Ferrari, Red Bull, McLaren oder Williams müssen härter arbeiten. Nachdem die Saison begonnen hat, sollte man die Regeln nicht mehr ändern."

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