Austin-Podium: Ricciardo mit Marketing-Coup des Jahres

, 24.10.2016

Das Austin-Podium als Fest für Marketingprofis: Wie Daniel Ricciardo endgültig das Herz Dietrich Mateschitz' eroberte und Victoria Vowles ihre Podiumpremiere erlebte

Daniel Ricciardo hat sich in Austin wohl einen Red-Bull-Vertrag auf Lebenszeit gesichert. Denn die Marketing-Aktion, die er mit Schauspieler Gerald Butler - übrigens von österreichischen Energy-Drink-Konzern eingeladen - auf dem Podest beim Grand Prix der USA zum Besten gab, hat Boss Dietrich Mateschitz vor dem TV-Gerät mit Sicherheit in Verzückung gebracht.

Als das Fanmeer auf der Startziel-Geraden nach der Sektdusche einen weiteren von Ricciardos bereits legendären "Shoeys" - das Trinken des Schaumweins aus seinem Rennfahrerschuh - forderte, reagierte der Red-Bull-Pilot prompt und zog eine Dose seines Arbeitgebers aus der Tasche.

"Das Rennen war nicht gar so spannend, aber das wird sich hoffentlich jetzt ändern", sagte er und blickte den Schauspieler, der durch seine Rolle in der Hollywood-Comicverfilmung "300" Weltruhm erlangte, schelmisch an. "Ich habe gehört, dass Herr Butler keinen Alkohol trinkt. Das respektiere ich absolut. Ich denke aber, dass er jetzt etwas Red Bull aus meinem Schuh trinken wird." Jubel im Publikum!

Ricciardo nutzt Shoey als Werbegag

"Schau, ich liebe Red Bull, aber du machst wohl Witze...", spielte der 46-Jährige das Spiel mit - und brachte es sogar fertig, eine weitere Red-Bull-Werbebotschaft anzubringen. Dass all das kein Witz war, war wenige Augenblicke später klar, als Ricciardo den Energy-Drink in seinen Rennfahrerschuh goss. "Ich hasse dich", grinste der Superstar, setzte den Schuh an und ließ die Aktion über sich ergehen. Nachsatz mit verzogenem Gesicht: "Schmeckt sogar ganz gut."

Dem Publikum gefiel es, Ricciardo lief nach der Feier ohne Schuhe durchs Fahrerlager. "Es ist nicht gesund, wenn man nur mit einem Schuh herumläuft. Daher habe ich beide ausgezogen", erklärte der Drittplatzierte. Den auf dem Podest missbrauchten Schuh hatte er längst in Sicherheit gebracht. "Gerard hat den Schuh sogar unterschrieben, er bekommt also irgendwo einen ganz besonderes Platz. Es war ein ziemlich cooler Moment."

Mercedes-Marketingchefin Vowles: Ganz besondere Geburtstagsfeier

Momente, die allerdings manche bei Red Bull lieber aus der Distanz beobachten - wie Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko. Auf die Frage von 'Sky.de', ob er sich bei einem eventuellen Ricciardo-Sieg noch auf das Podest traue, verneinte der Österreicher: "Das ist nix."

Besondere Momente auf dem Podest erlebten aber nicht nur Ricciardo, Schauspieler Butler und Lewis Hamilton, der in Austin seinen 50. Grand-Prix-Sieg feierte und damit seine Titelchancen wahrte, sondern auch eine Frau, die diese Zeremonie zum ersten Mal erlebte: Victoria Vowles, Marketing-Chefin des siegreichen Mercedes-Teams und Ehefrau von Silberpfeil-Chefstratege James Vowles.

Die Britin, die am vergangenen Freitag Geburtstag feierte, genoss das außergewöhnliche Erlebnis sichtlich, das völlig unverhofft auf sie einwirkte. Ich muss mich jetzt umziehen, denn ich bin komplett nass", meinte Vowles, nachdem sie Opfer der Sektdusche geworden war, mit leuchtenden Augen gegenüber 'Sky.de'.

Von Lauda auf das Podest gezwungen?

"Es war großartig", schwärmte sie. "Richtig angsteinflößend, weil man einfach nur in die Ferne schaut, und da sind so viele Menschen." Beinahe hätte sie vor lauter Begeisterung auf ihre eigentliche Aufgabe vergessen, den Pokal in die Höhe zu stemmen, doch Routinier Nico Rosberg - zum 54. Mal auf dem Podest - gab seiner Teamkollegin als Einflüsterer Schützenhilfe.

Schuld daran, dass es überhaupt soweit kam, war übrigens Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzender Niki Lauda. "Er meinte, ich würde meinen Job verlieren, wenn ich nicht aufs Podest gehe", scherzt die Marketing-Chefin der Weltmeistertruppe. "Er hat mich absolut gezwungen."

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