Blaue Flaggen: Alonso macht Vettel-Funkspruch lächerlich

, 01.10.2017

Fernando Alonso macht sich nach null Punkten Luft: Über Sebastian Vettels Beschwerden macht er sich lustig, Kevin Magnussen beschimpft er als Idiot

Sebastian Vettels "Blue flags!"-Funksprüche genießen ohnehin schon Kultstatus in der Formel 1, spätestens nach dem Großen Preis von Malaysia 2017 dürften sie zum Klassiker geworden sein. Fernando Alonso macht sich über den viermaligen Weltmeister lustig. Nach einem Wochenende, an dem er von Rookie Stoffel Vandoorne vorgeführt wurde, war er nicht gerade bester Laune. In der Schlussphase hatte er Vettel für drei Kurven aufgehalten, als dieser gerade seine Attacken auf Daniel Ricciardo starten wollte.

"Aus meiner Sicht war es okay, aber man hört 'Blue flags, blue flags' von ihm ja laufend. War wohl wieder so eine Sache", lästert der McLaren-Pilot nach dem Rennen. Diesmal liegt er aber daneben, denn Vettel meine am Funk: "Komm schon, Alonso. Ich dachte, du bist besser als das!" Nach dem Rennen legt der Ferrari-Mann nach: "Da kommen zwei Autos binnen einer Sekunde an und er setzt sich in die Mitte. Als er Ferrari verließ, sagte er, er wäre Ferrari-Fan. Heute hat er sich nicht wie einer verhalten."

"Gerade das Manöver, als er in Kurve 4 die Tür zugemacht hat, war nicht nötig", motzt Vettel weiter. "Zum Glück konnte ich vermeiden, in ihn reinzufahren. Aber okay. Wir tun, was wir in diesem Moment tun müssen. Es hat für ihn diesmal funktioniert, beim nächsten Mal vielleicht nicht." Alonso entgegnet: "Ich habe es mir noch nicht ansehen können, aber ich wollte keinen von ihnen behindern." Vettel gibt sich versöhnlich: "Wahrscheinlich hat es keinen Unterschied mehr gemacht, weil wir am Ende ja keine Reifen mehr hatten."

Packendes Racing mit "Idiot" Magnussen

Doch nicht nur Sebastian Vettel bekam vom Doppelweltmeister sein Fett weg. Wie es aussieht, hat Nico Hülkenberg einen Verbündeten gefunden: Alonso legte sich in Sepang nämlich auch mit Kevin Magnussen an. Zwar konnte er den dänischen Haas-Piloten in Runde 34 überholen, wurde dabei aber sehr weit nach außen gedrängt. Über das bärenstarke Manöver über die Außenbahn von Kurve 1, die die Innenbahn für Kurve 2 wurde, konnte er sich kaum freuen.

"Was für ein Idiot, Hülkenberg hatte Recht!", schrie der Spanier in den Funk, nachdem er sich mit einem Bodycheck, der durch seinen spitzen Winkel in Kurve 2 hinein unvermeidlich war, endgültig durchgesetzt hatte. Magnussen funkte seinerseits: "Was macht dieser Typ da?" Nach dem Rennen übt Alonso weiter Kritik: "Ein typisches Manöver, das keinem Fahrer etwas bringt. Zum Glück ist noch alles gut gegangen, aber wir haben drei bis vier Sekunden durch eine Aktion verloren, die am Ende nichts gebracht hat."

Diesmal ist es Haas-Teamchef Günther Steiner, der zurückgiftet: "Alonso ist es wohl gewohnt, dass jeder ihn vorbeilässt, weil er ein sehr charismatischer und harter Kerl ist. Wenn jemand sich ihm entgegenstellt, dann ist er irritiert." Ihm zufolge seien beide Piloten ans Limit des Erlaubten gegangen, ohne eine Schwelle zu übertreten. "Und das ist doch das, was die Leute sehen wollen", fügt er hinzu.

Dass Magnussen sein Image als "Bad Boy" damit gefestigt hat, sieht der Südtiroler nicht als Problem. Sein Motto: Besser ein solches Image auf der Strecke als ein anderes. "Wenn man immer nett auf die Seite fährt, erwarten es die Leute irgendwann von einem, dass man es immer macht", erklärt er. Da gefällt ihm Magnussens Reputation schon besser.

Ein Rennen (fast) zum vergessen

Bei beiden Piloten herrschte in diesem Rennen ein gewisser Frust vor, denn beide lagen nach dem Start noch in den Punkten, gingen aber im Zuge unterschiedlicher Strategien ohne Zähler wieder nach Hause. Während Vandoorne auf Platz sieben ein weiteres Punkteresultat einfuhr, ging für Alonso nichts vorwärts. "Wir hatten schon bessere Tage", fasst er ein frustrierendes Rennen zusammen.

"Ich wurde von beiden Williams am Start überholt und bin dadurch in einer Verfolgergruppe eingeklemmt worden. In der konnte ich nie mein wirkliches Tempo gehen, aber auch nicht überholen", erklärt er sein Resultat. Die Kollision rund um Esteban Ocon in Kurve 2 zwang ihn zu einem Ausweichmanöver, dass ihn Positionen kostete. Am Ende verfehlte er als Elfter die Punkteränge um 2,739 Sekunden.

Rückendeckung bekommt er von Eric Boullier: "Es war nicht seine Schuld, dass er im Feld begraben wurde. Sein Rennen war eigentlich schon hinüber, als er die zweite Kurve erreicht hatte. Er konnte nichts dafür, dass es vor ihm einen Unfall gab. Trotz einer starken Fahrt konnte er keinen großen Fortschritt im Mittelfeld erzielen." Alonsos Laune wird sich kaum bessern, wenn er auf den Tabellenstand schaut: Dort liegt er teamintern plötzlich mit 10:13 gegen Vandoorne hinten.

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