Brawn verrät: Teams sträubten sich gegen die Heckflosse

, 18.03.2017

Als die Finne für große Startnummern kommen sollten, bezeichneten die Teams sie als "fürchterlich" - Nun wollen sie sie nicht abschaffen - Brawn: "Frustrierend!"

Der Streit um die ästhetisch fragwürdigen Heckflossen der neuen Formel-1-Boliden spitzt sich zu. Wie Liberty Medias Sportchef Ross Brawn gegenüber 'Autosport' erklärt, hätten die Teams, die sich derzeit offenbar mehrheitlich gegen ein Verbot sträuben, zu einem früheren Zeitpunkt gegen die Einführung der sperrigen Aerodynamikbauteile opponiert - und sogar eingeräumt, dass sie optisch eine Zumutung seien. "Die Hälfte der Teams wollte sie nicht, da sie fürchterlich wären", so Brawn.

Im vergangenen Winter gab es wohl eine Kehrtwende - als die Designer und Ingenieure merkten, dass sie mit den Segeln hinter der Airbox den Heckflügel besser anströmen und die Boliden in den Kurven schneller machen können. Die Intention der FIA, die die Sache erstmals auf die Agenda brachte, war eine ganz andere: "Wir haben uns die Idee mit der Haifischflosse einfallen lassen - weil es so einfach gewesen wäre, darauf eine große Startnummer anzubringen", klärt Brawn auf.

Der Brite ärgert sich darüber, dass die Teams die Sache verteidigen, sobald sie ihnen einen Vorteil bringt, sie aber nicht zum Wohle der Rennserie handeln. "Das Frustrierende ist, dass Jean Todt ständig dafür plädiert hat, die Startnummern seitlich an den Autos anzubringen, damit die Fans auf der Tribüne erkennen, um welchen Wagen es sich handelt. Weil es nicht jeder sofort am Helm erkennt", schnauft ein verärgert Brawn. Den Mannschaften seien sogar Fotomontagen vorgelegt worden.

Die Krux: Um die Flossen in der laufenden Saison 2017 noch zu verbieten, wie es Red Bull bereits fordert, braucht es entweder Einstimmigkeit unter den Teams oder Sicherheitsgründe, die die FIA nachweisen müsste, aber nicht nachweisen kann. Hinzu kommt, dass die Befürworter erkannt haben, dass sich auf den Flächen auch Sponsoren prominent unterbringen lassen. "Wir haben die neuen Regeln auch damit verkauft, dass die Autos besser aussehen würden", schüttelt Brawn den Kopf.

Er fordert, bei der nächsten großen Regeländerung sicherzustellen, dass sich der Fall nicht wiederhole. Brawn appelliert an die Teams, Liberty zu vertrauen und zu glauben, dass von den Verantwortlichen zum Wohle der Allgemeinheit gehandelt würde: "Wir können keinen Schalter umlegen, sondern nur hoffen, dass die Leute verstehen, dass wir uns im Grunde unseres Herzens für den Sport einsetzen wollen."

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere Formel 1-News

Lewis Hamilton und Valtteri Bottas sollen in Melbourne endlich Vollgas geben

Keine Zuverlässigkeitsbedenken: Mercedes mit neuem Motor?

Die Mercedes-Werksmannschaft sowie die Motorenkunden Williams und Force India könnten zum Formel-1-Saisonauftakt in Melbourne am kommenden Wochenende auf die zweite Ausbaustufe des neuen …

Autokraten unter sich: Bernie Ecclestone und Wladimir Putin sind dicke Kumpels

Bernie Ecclestone rechtfertigt Ferrari-Bonus und Putin-Show

Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone steht nach seinem Rauswurf durch den neuen Mehrheitseigner Liberty Media zu tragenden Entscheidungen seiner jüngeren Amtszeit. Wie der 86-jährige Brite im …

Valtteri Bottas, hier noch mit dem alten Kupplungshebel, braucht mehr Gefühl

Neuer Kupplungshebel: Lewis Hamiltons Startprobleme gelöst?

Offenbar macht sich Lewis Hamilton die Akribie seines ehemaligen Teamkollegen Nico Rosberg zu eigen und will seine Startprobleme aus dem Jahr 2016 mit einem technischen Clou lösen. Wie 'Autosport' …

Jerome Stoll hat keine Lust mehr auf üppige Rechnungen für Hybridmotoren

Renault liebäugelt mit Kostenobergrenze für Formel-1-Motoren

Antriebszulieferer Renault hat sich dafür ausgesprochen, die Ausgaben für die Entwicklung der teuren Hybridmotoren in der Formel 1 zu beschneiden - etwa durch eine feste Budgetobergrenze. Wie der …

Bernie Ecclestone hätte laut eigenen Angaben anders agiert als Chase Carey

Bernie Ecclestone: "Hätte es anders gemacht als Liberty"

Anfang 2017 wurde Bernie Ecclestone völlig überraschend als Formel-1-Boss abgesetzt. Laut eigenen Angaben hegt der 86-Jährige aber keinen Groll gegen die neuen Formel-1-Besitzer von Liberty …

AUCH INTERESSANT
Walter Röhrl: Seine 7 besten Momente

AUTO-SPECIAL

Walter Röhrl: Seine 7 besten Momente

Walter Röhrl gehört zu den besten Rallye-Fahrern aller Zeiten und fuhr auch auf der Rundstrecke bedeutende Rennsiege ein. Jetzt wird es persönlich: Walter Röhrl kramt in seiner Fotokiste und …


Formel1.de

TOP ARTIKEL
Ford Mustang Bullitt 2018: Der erste Check und der Preis
Ford Mustang Bullitt 2018: Der erste Check und …
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im Sport-Test?
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im …
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
Lamborghini Aventador SVJ: Monster holt Nordschleifen-Rekord
Lamborghini Aventador SVJ: Monster holt …
Porsche 718 Cayman GTS Test: Lohnen sich die 11.000 Euro?
Porsche 718 Cayman GTS Test: Lohnen sich die …
Porsche Cayenne E-Hybrid Test: Was er wirklich verbraucht
Porsche Cayenne E-Hybrid Test: Was er wirklich …
Porsche 919 Hybrid Evo: Neuer Rekord auf der Nordschleife?
Porsche 919 Hybrid Evo: Neuer Rekord auf der …
VW T-Roc Cabrio 2020: VW legt sich mit Range Rover an
VW T-Roc Cabrio 2020: VW legt sich mit Range …


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo
  • autoaid Logo