Button klärt Hamiltons Twitter-Affäre: "Keine echten Daten!"

, 29.09.2016

Lewis Hamilton schockte 2012 in Spa die Formel 1, als er einen geheimen McLaren-Telemetrieausdruck auf Twitter stellte: Nun enthüllt Button die wahren Hintergründe

Journalisten und Teammitglieder trauten im Jahr 2012 in Spa-Francorchamps ihren Augen nicht: Lewis Hamilton hatte aus Ärger über seine Qualifying-Niederlage gegen Teamkollege Jenson Button einen Telemetrieauszug auf Twitter gestellt, der erklären soll, warum er mit dem alten Heckflügel benachteiligt war. Dabei offenbarte er so prekäre Details wie den Bodenabstand des McLaren-Boliden.

Nun enthüllt Button gegenüber der Fachzeitschrift 'MotorSport', dass damals viel Lärm um nichts gemacht wurde. Laut dem McLaren-Routinier handelte es sich gar nicht um einen Auszug vom Rennwochenende: "Das waren Simulatorvergleiche und gar gar keine echten Daten."

Hamilton wurde wegen des Vorfalls heftig kritisiert. Der damals 27-Jährige, der sich zu diesem Zeitpunkt in Vertragsverhandlungen mit McLaren befand, aber noch in Spa Niki Lauda traf und später zu Mercedes wechselte, musste sich den Vorwurf gefallen lassen, unprofessionell agiert zu haben.

Button offenbart: Hamilton ärgerte sich zurecht

"Die Daten sind für niemandem von großem Nutzen", beschwichtigte der damalige McLaren-Technikchef Paddy Lowe. "Der Schaden hält sich in Grenzen. Lewis' Fehler war aber sein Umgang mit diesen Informationen. Ingenieure, die solche Dinge stets geheim halten, sehen so etwas nicht gerne."

Hamilton fluchte damals auf 'Twitter' über McLaren: "Was zur Hölle! Jenson hat den neuen Heckflügel und ich den alten. Wir wollten wechseln, aber es hat nicht funktioniert. Ich verliere allein 0,4 Sekunden auf der Geraden."

Während Button damals noch meinte, dass Hamiltons Ärger unbegründet war, weil er mit seinem Flügel mehr Abtrieb in den Kurven hatte, stellt der Brite dies nun richtig. "Mein Flügel hat nicht nur weniger Luftwiderstand erzeugt, sondern sorgte bei der Bewegung des Autos um die eigene Aschse für mehr Abtrieb als der Flügel für hohen Abtrieb. Er war stabiler und konstanter."

Buttons Sieg-Trick in Spa 2012

Pole-Setter Button hatte dem achtplatzierten Hamilton damals im Qualifying über acht Zehntelsekunden abgenommen. Im Rennen wurde der aktuelle WM-Zweite Opfer der Startkollision, während Button triumphierte. "Das war mein wahrscheinlich bestes Rennwochenende", sagt er rückblickend. "Ich begann damals mit einem guten Auto und habe einfach an der Feinabstimmung gearbeitet."

Damals setzte McLaren bei der Abstimmung vor allem auf die Beschleunigung aus den Kurven und nahm dafür Einbußen auf den Geraden in Kauf: "Ich war oben am Berg 3,5 Sekunden lang im Limiter. Wir setzten auf eine kurze Übersetzung, damit wir aus den Kurven heraus und durch Eau Rouge gut beschleunigten. Wir haben auf den Geraden ein paar km/h verloren, aber durch die Beschleunigen haben wir mehr Zeit gewonnen."

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