Carmen Jorda: Ein weiblicher Lewis Hamilton in der Formel 1?

, 02.03.2015

Auf den Spuren von Lewis Hamilton: Lotus-Beau Carmen Jorda spaltet den Formel-1-Paddock und kontert auf die Kritik ihres ehemaligen GP3-Teamkollegen

Die Verpflichtung der 26-jährigen Spanierin Carmen Jorda als Lotus-Entwicklungsfahrerin in der Formel 1 spaltet derzeit den Formel-1-Paddock. Während sich einige über einen optisch attraktiven Farbklecks freuen, lehnen andere das Engagement der hübschen Blondine aus sportlichen Gründen ab.

Möglicherweise nicht nur deswegen, weil Jorda bisher nur die GP3-Gesamtränge 28 (von 31), 30 (von 31) und 29 (von 37) als Karriere-Highlights vorweisen kann, sondern eben auch ganz besonders wegen ihres auffälligen Aussehens und Auftretens. Ähnlich verpönt wie für ein Cockpit Millionen an Sponsorengeldern auf den Tisch zu blättern ist unter eingeschworenen Formel-1-Puristen wohl nur, sich eine Formel-1-Chance primär aufgrund des Aussehens und Geschlechts zu "verdienen". Dementsprechend heiß wird das Thema diskutiert.

So meint zum Beispiel Rob Cregan, Jordas GP3-Teamkollege in der Saison 2012, dass die Spanierin "nicht einmal eine Filmrolle entwickeln" könne, "geschweige denn ein Hybrid-Formel-1-Auto". Aber Jorda lassen solche Kommentare kalt: "Die Formel 1 ist voller Eifersucht. Es gibt hier nur wenige Cockpits, nur die wenigsten Fahrer schaffen es. Wenn man hart arbeitet und alles gibt, wie ich, dann kann man es schaffen. Rob ist offenbar eifersüchtig, dass ich hier bin und er nicht", kontert sie in der 'Bild'-Zeitung.

Eifersucht, die vielleicht auch dadurch geschürt wird, dass sie ihr Leben wie das eines Popstars öffentlich zelebriert - vor allem in sozialen Netzwerken wie Instagram, wo man sie mit Bikini am Swimmingpool ebenso beobachten kann wie mit Gurkenmaske bei der Beauty-Kur oder auch mit ihrem Hund Rufus. Da gibt's Parallelen zu Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, der auf Facebook & Co. ebenfalls nicht nur seine Hunde zur Schau stellt, sondern seine Fans generell an seinem Privatleben teilhaben lässt.

Aber bis Jorda auch sportlich Parallelen zu Hamilton vorweisen kann, ist es noch ein langer Weg. Momentan hat sie nicht einmal eine FIA-Superlizenz - und es gibt auch zumindest keinen konkreten Fahrplan, diese etwa bei einem 300-Kilometer-Test zu erwerben. "Ich muss erst mal verstehen, wie das Team funktioniert", weicht sie der Frage nach der ersten Formel-1-Fahrt im Auto aus. "Was hier passiert, kann man mit der GP3 nicht vergleichen. Ich muss mich an das Auto gewöhnen und soll dann langsam an Arbeit im Simulator herangeführt werden."

Viel zu tun also in den nächsten Wochen und Monaten - und keine Zeit für einen festen Freund: "Das ist ein Problem - die vielen Reisen, die einfach zu meinem Job gehören. Man ist ständig unterwegs", sagt sie. "Noch bevor ich die drei Jahre in der GP3 fuhr, hatte ich einen Freund, der Motorradrennen fuhr. Das war schwierig. Es gab ständig Zoff, weil wir beide so ehrgeizig waren. Also haben wir uns wegen Kleinigkeiten gestritten. Eine Partnerschaft muss immer ausgeglichen sein."

Dabei könnte sie 2015 mehr Zeit haben, als ihr lieb ist. Denn neben den Aufgaben im Lotus-Simulator und als ins Team integrierter Gast bei einigen Grands Prix und Tests hat Jorda momentan noch kein konkretes Rennprogramm für die bevorstehende Saison. Ihr GP3-Cockpit hat sie Ende 2014 an Dean Stoneman verloren - und der gewann mit dem gleichen Auto, mit dem Jorda hoffnungslos hinterhergefahren ist, auf Anhieb zwei Rennen...

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