Ecclestone lästert über Monza: Viel reden, aber nichts tun

, 12.02.2016

Bernie Ecclestone bleibt angesichts der jüngsten Turbulenzen um den Großen Preis von Italien in Monza gleichgültig: Einigung muss bis Ende Februar erzielt werden

Der Große Preis von Italien 2016 steht plötzlich wieder auf der Kippe: Die 'Gazetta dello Sport' vermeldete am Mittwoch, dass das Rennen in Monza für die Formel-1-Saison 2016 keineswegs gesichert sei. Dabei galt ursprünglich ein Vertrag um die Austragung des Rennens im Königlichen Park nur noch als Formsache. Bernie Ecclestone konnte allerdings vergangene Woche keine Einigung mit dem Veranstalter erzielen und zeigt sich gleichgültig. Motto: Wenn Italien zahlt, kommt die Formel 1, wenn nicht dann nicht.

"Das ist alles momentan ein bisschen italienisch - es wird viel geredet, aber nichts wird getan", lästert der 85-Jährige im Interview mit der Nachrichtenagentur 'Reuters'. "Vor ein paar Monaten hatten sie mir gesagt, dass alles aussortiert sei, man sich einig sei und es keine Dramen gäbe. Und gestern habe ich gehört, dass es jetzt zu einem Politikum geworden ist. Die werden es schon hinbekommen. Oder eben nicht. Nichts, was wir tun können."

Für die Fans ist das Szenario undenkbar: Eine Formel-1-Saison ohne das Autodromo Nazionale Monza erscheint einfach zu unglaublich. Doch der Große Preis von Italien steht seit längerer Zeit auf der Kippe: So leidet auch das El Dorado für Ferrari-Fans unter dem Zuschauerschwund der Formel 1 in Europa. Hinzu kommt Bernie Ecclestone, der die Gebühren in immer größere Höhen treibt, die die Italiener nicht mehr bezahlen können. Ecclestone ist dabei in einer starken Verhandlungsposition, schließlich gibt es mit 21 Rennen eine Rekordzahl an Grand Prix in der Saison 2016.

Weitere Interessenten stünden theoretisch bereit - vor allem in autoritär regierten Ländern. Die Formel 1 würde hier einen problematischen Weg einschlagen, den bereits die Olympischen Spiele und die Fußball-WM immer stärker beschreiten, da in demokratischen Ländern die Bereitschaft, die enormen Gebühren zu bezahlen, immer weniger vorhanden ist. Die Frage wäre im Falle eines Falles, ob Bernie Ecclestone bereit ist, die Heilige Kuh Monza zu opfern - schließlich würde er damit den von ihm selbst proklamierten Kern der Formel 1 (Monaco, Spa-Francorchamps, Silverstone und Monza) angreifen.

Er selbst bleibt locker, als würde er die Antwort schon wissen: "Ich weiß nicht, was passieren wird", sagt er mit Pokerface. "Die einzigen, die das in den Griff bekommen können, sind diejenigen, die derzeit in Italien darin involviert sind." Die Zeit drängt mittlerweile. "Sie können sich so viel Zeit nehmen wie sie wollen, solange es bis zum Ende des Monats ist", schließt er mit britischem Humor ab.

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