Endlich nicht mehr ferngesteuert: Rosberg begrüßt Funkverbot

, 17.03.2016

Die Einschränkung des Boxenfunks in der Formel 1 ist für Nico Rosberg eine "coole Herausforderung", auf die er sich schon seit Monaten vorbereitet

2016 dürfte es am Boxenfunk der Formel 1 deutlich ruhiger zugehen, denn Informationen über die Strategie, Abstände und zu anderen Fahrern oder Fahranweisungen sind tabu. Nur noch sicherheitsrelevante Hinweise dürfen die Teams an die Fahrer durchgeben, an die Box dürfen die Piloten erst eine Runde vor dem Stopp gerufen werden. Die Konsequenz: Der Fahrer steht wieder deutlich mehr in der Verantwortung. Und das ist genau nach Nico Rosbergs Geschmack.

"Ich finde es eine coole Herausforderung, dass man nicht ferngesteuert, sondern auf sich alleine gestellt ist, und das Ding nach Hause fahren muss", sagt der Deutsche im Vorfeld des Grand Prix von Australien in Melbourne. Mit der restriktiven Einschränkung des Funkverkehrs dürfte die Formel 1 auch dem Wunsch vieler Fans entsprechen, die in der Vergangenheit immer wieder beklagt hatte, die Piloten seien im Cockpit nur Marionetten, die Anweisungen der Ingenieure ausführen.

Für die Fahrer bedeutet das allerdings: Deutlich mehr Arbeit und Verantwortung. Denn komplexe Abläufe zur Steuerung des Autos, die früher von den Ingenieuren Schritt für Schritt ins Cockpit gefunkt wurden, müssen die Fahrer nun selber im Kopf haben.

"Schon alleine das Lenkrad zu programmieren, war ein Akt", sagt Rosberg. "Das ist wie ein Smartphone-Display und ich kann machen, was ich will. Keiner sagt mir, wo was sein soll, ich habe völlig freie Hand. Ich muss nun schauen das a) alles simpel ist und b) ich alles finde und weiß, wo es ist", beschreibt der Mercedes-Pilot die Herausforderung. Deshalb lernt Rosberg die entsprechenden Abläufe schon seit Monaten auswendig und hat sie bei den Testfahrten in Barcelona intensiv geübt.

Auch in anderen Bereichen hat die Einschränkung des Funkverkehrs deutlich. Konnte das Team bisher die Strategie mit dem Fahrer während des Rennens so besprechen, dass dieser nach dem Stopp möglichst freie Bahn hat, droht nun die Gefahr, dass die Spitzenfahrer nach dem ersten Stint hinter langsamere Piloten zurückfallen, die noch nicht gestoppt haben. "Dann habe ich so oder so verloren", meint Rosberg. Zu eigenmächtigen Strategiewechseln durch die Fahrer werde das allerdings nicht führen, glaubt Rosberg: "Das können wir nicht, das geht nur in die Hose, wenn wir das selbst entscheiden."

Beim Thema Benzinverbrauch dürfen sich die Fahrer nun ebenfalls nicht mehr auf die Hilfe der Ingenieure verlassen, sondern müssen selbst schauen, dass sie mit den 100 Litern ins Ziel kommen. "Ich entscheide selbst, wie ich fahre, wie ich vom Anfang des Rennens bis zum Ende mit dem Sprit haushalte", sagt Rosberg.

"Ich schaue permanent auf die Tankanzeige. Ich sehe den Verlauf, ob ich bei +1 oder -1 ankomme", erklärt der Deutsche. Dabei muss er jedoch auch im Kopf haben, dass der Verbrauch im Laufe des Rennens aufgrund des sinkenden Fahrzeuggewichts ständig verändert. Besonders vorsichtig will Rosberg deshalb freilich nicht fahren. "Ich werde keine Reserven lassen. Nur weil es keinen Funk gibt, werde ich nicht langsamer fahren. Das geht nicht."

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