Fernando Alonso: Warum zweite Plätze nicht gut genug sind

, 12.03.2016

Mit McLaren-Honda ist Fernando Alonso 2015 nur hinterhergefahren - Laut seiner Aussage macht das aber kaum einen Unterschied zu einer Vizeweltmeisterschaft

Fernando Alonso ist nicht als Sportler bekannt, der mit zweiten Plätzen zufrieden ist. Nachdem er bei Ferrari zwischen 2010 und 2014 in fünf Jahren dreimal Vizeweltmeister wurde, suchte der zweimalige Champion bei McLaren-Honda 2015 ein neues Abenteuer. Momentan ist er dort selbst von zweiten Plätzen noch meilenweit entfernt, doch das Ziel des mittlerweile 34-Jährigen ist klar: Er will es noch einmal ganz nach oben schaffen und ein drittes Mal den WM-Titel gewinnen.

"Beim Go-Kart hatte ich einen Mechaniker, der auch schon für Ayrton (Senna; Anm. d. Red.) gearbeitet hat", erinnert sich Alonso an seine Kindheit zurück und berichtet: "Als ich zwölf oder 13 Jahre alt war, sagte er mir diese eine Sache: 'Der Zweite ist der erste Verlierer.' Man kann das beste Rennen seines Lebens haben, wenn man nur Zweiter wird, wird sich in ein paar Jahren keiner an dich erinnern."

"Deswegen sollte man nicht mit einem zweiten Platz zufrieden sein. Da kann man auch Dritter werden, das macht keinen Unterschied", erklärt der Spanier. Folglich spielt es für ihn keine Rolle, ob er mit Ferrari Vizeweltmeister wird oder mit McLaren - so wie im vergangenen Jahr - nur 17. Platz in der Weltmeisterschaft belegt. In diesem Jahr möchte das Team aus Woking aufholen, doch die aktuellen Regeln machen das schwer.

"Ich würde die Autos schneller machen und mehr Freiheiten in der Aerodynamik erlauben, damit die Teams verschiedene Design-Philosophien wählen können. Auch die Motoren-Regeln sind zu strikt. Die Hersteller können nicht viel ändern. Deswegen bleibt das Auto, das am Anfang schnell ist, meistens auch den Rest des Jahres schnell. Die anderen Teams haben keine Möglichkeit, aufzuholen", erklärt Alonso.

"Und schneller muss es werden. Mehr Aerodynamik, mehr Power, größere Reifen - was immer die Autos schneller macht, ist auch gut für die Show", so der Spanier, der als Kind nie gedacht hätte, eines Tages in der Formel 1 an den Start zu gehen. "Ich habe mit dem Go-Kart-Fahren angefangen und dachte, ich würde mein ganzes Leben Go-Kart-Fahrer bleiben und dann anfangen zu arbeiten, irgendetwas mit meinem Vater zusammen", berichtet Alonso.

"Dann kam ich in die Formel Nissan und Formel 3000. Und selbst vor dem ersten Formel-1-Rennen habe ich mit meinem Vater gesprochen, den Moment genossen, aber gedacht, es könnte auch mein letztes Rennen in der Formel 1 sein, wenn ich nicht gut genug bin. Dann hätte ich meinen Enkeln immerhin erzählen können, dass ich einmal einen Formel-1-Grand-Prix gefahren bin."

"Ich hatte nicht von Beginn an die Ambition, Formel-1-Fahrer zu werden. Das muss Schicksal gewesen sein. Aber als Kind habe ich mir das nie ausgemalt", erinnert sich Alonso zurück. 2001 stieg der Spanier mit Minardi in die Königsklasse ein. Das ist mittlerweile bereits 15 Jahre her. "Ich kann mich an keinen besonders stressigen oder nervösen Moment erinnern", erklärt Alonso rückblickend.

"Als ich meine Weltmeisterschaften gewonnen haben, waren die Wochenenden etwas anders. Da hat man gemerkt, dass man vor dem größten Moment seines Lebens steht. Man hat sich dann ein bisschen anders verhalten und auf jedes kleine Detail geachtet, weil man nicht will, dass einen irgendetwas von seinen Zielen abhält. Vor Unfällen habe ich mich nie gefürchtet", so Alonso.

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