Formel-1-Regeln 2017: Hamilton kritisiert Gewichtserhöhung

, 25.02.2016

Schneller & sicherer: Der Weltmeister wünscht leichtere Boliden - Er sei seit Jahren mit Regeländerungen nicht einverstanden und will mehr Einfluss der Piloten

Als vor 82 Jahren der erste Silberpfeil geboren wurde, weil Mercedes-Rennleiter Alfred Neubauer den weißen Lack von seinen Rennern kratzen ließ, ging es im Motorsport noch um jedes Gramm Gewicht. Daran hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert, wenn es um die Formel-1-Teams geht. Bei den Regelhütern jedoch scheint ein Umdenken eingesetzt zu haben, was die Regeländerungen für 2017 unterstreichen. Weltmeister Lewis Hamilton übt Kritik: "Ich halte das für lächerlich, damit bin ich nicht einverstanden", sagt er.

Als der Brite 2007 in die Königsklasse einstieg, waren die Autos noch wesentlich leichter. "600 Kilogramm", bemerkt Hamilton, der im kommenden Jahr mit einem 722 Kilogramm schweren Boliden unterwegs sein soll - sofern der Motorsport-Weltrat der FIA dem Plan zustimmt, wovon auszugehen ist. "Ich denke, das wird einen sehr, sehr großen Unterschied machen." Hamilton ist es ein Rätsel, wieso über schnellere Autos diskutiert wird, wenn im gleichen Zuge das Gesamtgewicht erhöht wird.

"Sie müssen die Regeln doch gar nicht ändern, um die Wagen drei Sekunden (pro Runde; Anm. d. Red.) schneller zu machen. Sie müssen die Autos nur leichter machen", meint er in Richtung des Automobil-Weltverbandes, Bernie Ecclestones und der übrigen Vertreter, die am Regelprozess beteiligt sind. Aktuell seinen Formel-1-Renner "viel zu schwer". Grund dafür ist nach Einführung der Hybridmotoren zur Saison 2014 die Tatsache, dass im kommenden Jahr wieder breitere Reifen geplant sind.

Piloten sollten gefragt werden

Die zusätzliche Elektropower mit Rückgewinnungssystemen und allen voran den Energiespeichern schlägt sich auf der Waage nieder. Pat Symonds erklärt: "Hybrid-Rennautos sind schwerer, genauso wie Hybrid-Straßenautos", so der Williams-Technikchef, der findet: "Die Autos werden langsam ziemlich stämmig." Dass es in der jüngeren Vergangenheit zu Reifendefekten kam, für die teilweise Pirelli und unzureichende Streckenreinigung verantwortlich gemacht wurden, ist laut Hamilton kein Wunder.

Der Mercedes-Pilot folgert mit Blick auf die Vergangenheit: "Damals war es noch einfacher mit den Reifen und wir hatten weniger Schäden. Umso schwerer das Auto, umso größer die Belastung und umso schlimmer werden sich die Pneus auch anfühlen." Sollte die anvisierte Novelle mit 18-Zoll-Rädern zugunsten besserer Optik und mehr Seriennähe Realität werden, droht ein weiterer Schock auf der Waage.

Hamilton fordert deshalb, dass die Piloten mehr Einfluss auf das Reglement haben sollten. "Seit vielen Jahren" könne er den Änderungen schon nichts mehr abgewinnen, müsse aber damit leben. "Die Fahrer sollten gefragt werden", fordert er. "Wir haben ein Gefühl für das Auto und Ideen, was besser gemacht werden könnte. Wir wissen, was gut ist - besonders diejenigen, die seit zehn oder 15 Jahren mit von der Partie sind." Momentan wirkt die Fahrergewerkschaft GPDA nur beratend mit.

Die Formel-1-Boliden wogen von 1997 bis 2006 nur 600 Kilogramm, anschließend stieg das Mindestgewicht sukzessive an. Aktuell sind 702 Kilogramm inklusive des Fahrers, Öls und der Bremsflüssigkeit zu jedem Zeitpunkt auf der Strecke vorgeschrieben, ehe im kommenden Jahr weitere 20 Kilogramm hinzukommen. Kurios: Weil die Erhöhungen fast immer auf Technikteile zurückzuführen sind, müssen die Piloten hungern, um Gewicht zu sparen. Groß gewachsene Fahrer sind im Nachteil.

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