Formel 1 Sotschi 2015: Pole-Position für Nico Rosberg

, 10.10.2015

Setup-Ratespiel beim Grand Prix von Russland: Nico Rosberg pokert am besten, Sebastian Vettel verpasst Platz drei knapp - Mercedes vor Konstrukteurs-WM

Erfolgserlebnis für Nico Rosberg: Im 15. Saisonrennen in Sotschi sicherte sich der Mercedes-Fahrer seine dritte Pole-Position, und zwar in beeindruckender Manier. Nach drei Freien Trainings, in denen sich die Teams wegen diverser Zwischenfälle nicht so intensiv wie sonst auf das Qualifying vorbereiten konnten, meisterte Rosberg das Abstimmungs-Ratespiel am besten. Letztendlich war er um 0,320 Sekunden schneller als sein favorisierter Teamkollege Lewis Hamilton.

Der konnte schon in Q1 und Q2 nicht mit Rosberg mithalten, erlaubte sich dann in seiner entscheidenden Q3-Runde einen Schnitzer: "Ich habe in Kurve 13 einen Fehler gemacht", gesteht Hamilton, stellt aber klar, dass er wohl auch bei perfektem Verlauf nicht auf Pole-Position gestanden wäre: "Ich bin mit meiner Balance zufrieden. Nico hat einfach gute Arbeit geleistet." Wie auch Niki Lauda unterstreicht: "Wenn Nico eine perfekte Runde erwischt, tut sich Lewis schwer."

In Sotschi bestätigt sich wieder einmal: Rosberg hat Vorteile, wenn er sich auf seine technischen Setup-Qualitäten verlassen kann - was diesmal besonders wichtig war, weil vor dem Qualifying kaum trainiert werden konnte. Hamilton ist hingegen der schnellere Mann, wenn sein Auto perfekt abgestimmt ist. "Das müssen wir analysieren", bestätigt Mercedes-Sportchef Toto Wolff, vor den TV-Kameras mit diesen Beobachtungen von außen konfrontiert.

Rosberg selbst freut sich davon unbeeindruckt über seine Bestzeit: "Heute war echt ein guter Tag. Ich bin sehr glücklich", strahlt er. "Es war ein schwieriges Wochenende, wir konnten nicht viel trainieren. Wir mussten das Setup erraten, aber ich fand für das Qualifying eine gute Balance. Meine Runden waren sehr cool." Insbesondere, weil Ferrari entgegen der Prognosen auch auf den weichen Supersoft-Reifen keine ernsthafte Konkurrenz war.

Sebastian Vettel landete auf dem vierten Platz, 0,852 Sekunden hinter Rosberg, 53 Tausendstelsekunden hinter Valtteri Bottas (3./Williams). Zwar konnte sich Vettel im zweiten Q3-Run im Gegensatz zum Finnen noch steigern, doch das reichte nicht, um seinen Startplatz zu verbessern: "Ich glaube, den Williams hätte ich kassieren können", ärgert er sich. "Ich habe mich ganz gut gefühlt, aber hinten rauskamen die Rundenzeiten nicht mehr so leicht wie am Anfang."

Sein Teamkollege Kimi Räikkönen (Fahrfehler in Q3) war um 0,383 Sekunden langsamer und steht auf dem fünften Startplatz, drei Zehntelsekunden vor Nico Hülkenberg. Force India profitiert in Sotschi davon, dass die Strecke am ganzen Wochenende nie viel Grip aufbauen konnte. "Ich bin sehr zufrieden, auch mit meiner Leistung", sagt Hülkenberg. "Vor uns stehen nur die großen Teams. Wir haben das Maximum rausgeholt. Sechster und Siebter ist ein gutes Teamergebnis."

Romain Grosjean (Lotus/+1,674), Max Verstappen (Toro Rosso/+1,811) und Daniel Ricciardo (Red Bull/+2,615) komplettierten die Top 10. Lokalmatador Daniil Kwjat im zweiten Red Bull belegte den elften Platz. Zuerst wurde er ausgerechnet von Ricciardo aus den Top 10 verdrängt - und dann fehlten ihm bei der Last-Minute-Attacke am Ende von Q2 zweieinhalb Zehntelsekunden, um am Pole-Finale teilnehmen zu können. Sogar Felipe Nasr (11./Sauber) war schneller.

Jenson Button (13./McLaren) setzte sich diesmal gegen Teamkollege Fernando Alonso (16.) durch, den es schon in Q1 erwischte. Felipe Massa (Williams) war das prominenteste Q2-Opfer, ging spät auf die Strecke, schaffte es aber trotz zweier schneller Runden nicht, sich vom 15. Platz zu verbessern. Die Ursache war nicht technischer Natur, sondern laut Auskunft des Teams scheiterte er an Verkehr und eigenen Fahrfehlern.

Carlos Sainz (Toro Rosso) nahm nach seinem Horror-Crash im Freien Training nicht am Qualifying teil, hofft aber auf eine Ausnahme-Starterlaubnis durch die FIA-Rennkommissare. Im Kampf um den Sieg wünscht sich Hamilton eine Neuauflage von 2014: Damals verbremste sich Rosberg in der ersten Runde - und hatte danach keine Chance mehr. "Wie man im Vorjahr gesehen hat, ist Sotschi kein schlechtes Rennen für den zweiten Startplatz", grinst der Brite.

Aber Rosberg will es diesmal besser machen, gewinnen und seinen Rückstand von 48 WM-Punkten verringern: "Das ist das Ziel." Für die erste Kurve habe er zwar noch "keinen Plan" ("Das überlege ich mir morgen"), aber grundsätzlich wirkt der Deutsche optimistisch: "Mit viel Sprit lag unser Auto sehr gut." Übrigens: Mercedes muss im Rennen nur um drei Punkte mehr holen als Ferrari, um vorzeitig die Konstrukteurs-WM zu fixieren - genau wie schon 2014 in Sotschi.

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