Formel 1 zu teuer: Aston-Martin-Chef sagt Force India ab

, 24.12.2015

Andy Palmer erklärt, für ein Engagement als Namensgeber bei Force India "nicht die Mittel" zu haben und sieht keinen Werbewert in einer Formel-1-Teilnahme

Ein möglicher Deal zwischen Aston Martin und Force India ist offenbar geplatzt. Wie Der Chef des britischen Sportwagenbauers am Mittwoch dem in Paris erscheinenden 'Figaro' erklärte, macht sein Arbeitgeber aus finanziellen Gründen einen Rückzug aus den Verhandlungen mit Vijay Mallya und seinem Team. "Wir haben nicht die Mittel, um in die Formel 1 zu investieren", so Andy Palmer. Er erkennt nicht, wie Aston Martin von einem Engagement in der Königsklasse profitieren sollte.

Palmer verweist darauf, dass es dem Unternehmen um den Absatz seiner Autos ginge: "Das einzige Interesse, das eine Marke wie wir am Motorsport hat, ist, auf der Rennstrecke die Qualität der Technologie der eigenen Straßenfahrzeuge zu demonstrieren. Ich erkenne nicht, wie eine Teilnahme an Grands Prix das leisten könnte." Was wie eine Absage klingt, könnte auch nur ein Säbelrasseln bei den Verhandlungen um die Bedingungen eines Force-India-Deals sein. Die deutliche Formel-1-Skepsis des Aston-Martin-Chefs jedoch lässt vermuten, dass hinter den Aussagen mehr steckt.

Force India kann auch ohne die Werkspartnerschaft überleben: Das Team hat die Formel-1-Saison 2015 auf Rang fünf der Konstrukteurs-WM abgeschlossen. Es fließen aus dem Vermarktungstopf des FOM (Formula One Management) die gleichen Summen wie im Vorjahr. Die Inder wollen aber mit frischem Geld den nächsten Schritt schaffen und 2016 in die Phalanx der bisher oft stärkeren Teams Red Bull und Williams vordringen sowie in den Kampf um Gesamtrang drei eingreifen.

Aston Martin war 1959 und 1960 für kurze Zeit als Werksmannschaft in der Königsklasse aktiv. Schon zuvor war klar: Ein solches Konstrukt würde es 2016 nicht geben, denn die Briten planten eine Partnerschaft, die der bestehenden Force-India-Struktur nur einen neuen Namensstempel aufdrückt. Klar ist: Aston Martin wird gleichzeitig oder alternativ sein Engagement in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) fortführen.

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