Gefährliche Situation in Brasilien: Häkkinen übt scharfe Kritik

, 22.11.2015

Mika Häkkinen kann nicht verstehen, warum beim Rennen in Sao Paulo während der Bergung des Autos von Carlos Sainz kein Safety-Car eingesetzt wurde

Der zweimalige Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen übt scharfe Kritik an der Rennleitung des Grand Prix von Brasilien. Seiner Meinung nach war es gefährlich, während der Bergung des Toro Rossos von Carlos Sainz kein Safety-Car auf die Streck zu schicken oder eine virtuelle Safety-Car-Phase auszurufen. "Meiner Meinung nach war das eindeutig ein Fehler", schreibt Häkkinen in seinem 'Hermes-Blog'. "Das Safety-Car wurde schon in wesentlich weniger gefährlichen Situationen losgeschickt."

Seit dem Unfall von Jules Bianchi 2014 in Suzuka gilt in der Formel 1 eigentlich die Regel, dass ein Rennen mit dem realen oder virtuellen Safety-Car neutralisiert wird, sobald sich Menschen zur Bergung eines havarierten Autos vor der Leitplanke aufhalten. Doch beim Ausfall von Sainz, der in der ersten Runde des Rennens nach Kurve 5 stehengeblieben war, schien diese Regel plötzlich nicht mehr zu gelten. Denn während die Streckenposten bemüht waren, das Auto von Sainz hinter die Leitplanke zu bringen, wurden lediglich gelbe Flaggen geschwenkt.

Beim Anblick dieser Bilder wurden bei Häkkinen Erinnerungen an den Bianchi-Unfall wach. "In der Situation waren alle Voraussetzungen gegeben, dass im schlimmsten Fall etwas Ähnliches hätte passieren können", so der Finne. "An dem Auto von Sainz gab es offensichtlich ein technisches Problem, durch das es schwierig war, das Fahrzeug von der Stelle zu kriegen."

Und das an einer aus Häkkinens Sicht gefährlichen Stelle. "Ich kenne die Kurve sehr gut, in der das Auto von Sainz stehen blieb. Da hat man eine hohe Geschwindigkeit drauf. Wenn man dort die Kontrolle über das Fahrzeug verliert, dann endet es dort, wo man versucht hat, das Auto von Sainz von der Bahn zu bekommen", erklärt der Finne. "Das hätte böse ausgehen können."

Die gelben Flaggen alleine hätten in dieser Situation nicht ausgereicht, um die Streckenposten bei ihrer Arbeit effektiv abzusichern. "Natürlich müssen die Fahrer vorsichtig sein, wenn die gelben Flaggen geschwenkt werden", so Häkkinen. "Es sah aber nicht danach aus, dass irgendjemand sein Tempo verringert hätte."

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