Halo ab 2018: FIA will Fahrern die Entscheidung überlassen

, 11.12.2016

Ob Halo ab der Formel-1-Saison 2018 kommen wird, will die FIA anhand der Fahreraussagen entscheiden - Nico Hülkenberg fürchtet: Einführung unaufhaltbar

Die FIA möchte die Fahrer selbst entscheiden lassen, ob Halo ab der Formel-1-Saison 2018 kommen soll oder nicht. Mittlerweile konnte jeder den Kopfschutz in einem Freien Training ausprobieren und seine Meinung dazu in einem Fragebogen, in dem die wichtigsten Punkte wie Ein- und Aussteigen oder die Sicht aufgeführt sind, abgeben. Auf dieser Grundlage möchte der Automobilweltverband seine Entscheidung fußen.

Seitdem die FIA das System in Ungarn erstmals ausführlich präsentierte, hat sich eine Menge getan. Halo wurde verschoben und noch einmal überarbeitet. Mitte November wurde den sechs Teams der Strategiegruppe in Genf eine neue Präsentation gezeigt, doch die stellten sich mehrheitlich gegen das System. Zwar gab man Präsident Jean Todt die Entscheidungsfreiheit, doch die will dieser nicht nutzen. Stattdessen möchte er möglichst viele Fürsprecher unter den Fahrern gewinnen.

Beim Saisonfinale in Abu Dhabi wurden ihnen daher die neuesten Erkenntnisse präsentiert. Laut den Kollegen von 'auto motor und sport' sei unter anderem eine Auswertung der Ausstiegszeit darin gewesen, die rund zwei Sekunden länger sein soll als bisher. Allerdings habe auch ein Halo-Forscher im Cockpit eines umgedrehten Formel-3-Chassis geschafft, aus dem Auto zu steigen, und somit ein paar Befürchtungen genommen.

Formel-3-Unfall als warnendes Beispiel

Zu sehen war auch ein Video eines Formel-3-Unfalls aus Macao aus der Vorwoche, bei dem ein Pilot von hinten über einen Kollegen aufstieg und mit dem Rad auf dessen Helm landete. Zwar ist dem Fahrer nichts passiert, doch Halo hätte hier einen besseren Schutz bieten können. Halo-Gegner Nico Hülkenberg kann das jedoch nicht überzeugen. "Es sieht so aus, als hätte Halo den Kopf in dem speziellen Fall noch ein wenig mehr geschützt, aber jeder Fall ist anders. Das ändert nichts an meiner Meinung", winkt er ab.

Im Anschluss an die Präsentation gab es eine kleine Diskussion und ein paar Fragen einiger Fahrer - eine offizielle Abstimmung über Halo gab es jedoch nicht. Stattdessen will die FIA das Feedback des Meetings und der Fragebögen nutzen, um sich mehr Unterstützung für die Einführung des Systems zu sichern. "Wir Fahrer waren uns einig, dass wir einen besseren Kopfschutz brauchen. Halo hat bislang gut funktioniert, darüber waren sich alle einig", gibt Pascal Wehrlein Halo gute Chancen.

Doch die Fahrer zu befragen, halten nicht alle für eine gute Idee. "Ich finde, man sollte da nicht so in die Tiefe gehen. Das sollten andere regeln. Einige Fahrer ändern auch dabei immer wieder ihre Meinung", sagt Toro-Rosso-Pilot Daniil Kwjat zu dem Thema und kennt wohl die Sprunghaftigkeit etwa seines Teamkollegen Carlos Sainz: "Manchmal wache ich mit Grausen auf, wenn ich daran denke, manchmal mag ich es", meint der Spanier dazu und ist sich nicht sicher, ob es unbedingt Halo sein muss.

Hülkenberg bleibt Halo-Gegner

"Es ging darum, Feedback einzuholen von denjenigen, die es getestet haben", ergänzt Ferrari-Pilot Sebastian Vettel. "Für nächstes Jahr ändert das natürlich nichts. Aber für die Zukunft kann man mitnehmen, dass die Mehrheit recht zufrieden damit war." Das fürchtet jedoch sein Landsmann Nico Hülkenberg: "Wenn wir abstimmen, befürchte ich, dass es kommt. Ich hätte lieber, dass es nicht kommt. Im Moment sieht es leider unaufhaltbar aus."

Somit spricht derzeit vieles dafür, dass Halo ab 2018 Einzug in der Formel 1 halten wird. Sollten sich die Fahrer noch einmal zu einer anderen Meinung entschließen oder eine bessere Alternative auftauchen, könnte allerdings noch einmal ein Umdenken stattfinden. Außerdem könnten Neulinge im kommenden Jahr noch eine andere Meinung mitbringen, denn die ist für Red-Bull-Teamchef Christian Horner ebenfalls wichtig.

"Man sollte nur Fahrer fragen, die für 2018 einen Vertrag haben. Was bringt es, noch Massa oder Button zu fragen? Die fahren nächstes Jahr schon gar nicht mehr mit", merkt er laut 'auto motor und sport' an - beide hatten sich deutlich für das Halo positioniert.

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