Hamilton nach Crash cool: "Ich schaue jetzt einen Film..."

, 22.07.2016

Lewis Hamilton hat der Crash im Freien Training überhaupt nicht mitgenommen: Er denkt schon an seine Abendgestaltung und die glorreichen MotoGP-Piloten

Mit seinem Abflug hat Lewis Hamilton heute für ein vorzeitiges Ende seines Arbeitstages gesorgt. Der Brite war im zweiten Training der Formel 1 in Budapest bereits nach wenigen Minuten in Kurve 11 seitlich in die Reifenstapel eingeschlagen und musste den Rest des Trainings aussetzen. Hamilton war zuvor mit seinem linken Hinterreifen auf einen neuen unlackierten Randstein gekommen und hatte sich daraufhin gedreht.

Doch ganz der coole Hund, ließ sich der Mercedes-Pilot davon nicht aus der Ruhe bringen. Ihm genügen die Runden der ersten Session, meinte er kurz nach dem Vorfall. "Das macht es sogar ein wenig aufregender, weil im Rennen dann nichts geplant ist", lacht er. "Ich nehme es dann Runde für Runde und vertraue noch mehr auf meine Fahrkünste als sonst."

Seelisch hat Hamilton also keine Beeinträchtigung davongetragen, und auch körperlich geht es dem Weltmeister gut. Zwar musste er zur routinemäßigen Untersuchung ins Medical-Center, weil die Sensoren im Ohr zwölf g beim Aufprall gemessen haben, doch nach einem kurzen Check konnte er wieder entlassen werden. "Selbst wenn mein Bein gebrochen wäre, würde ich immer noch fahren wollen", scherzt der Brite.

Hamilton: Formel 1 bei Verletzungen übervorsichtig

Das würde im Übrigen auch die Formel 1 von der MotoGP unterscheiden. Bei einer Verletzung hätten die FIA-Ärzte dem Briten wohl kaum ein Startrecht gewährt, während die Kollegen auf zwei Rädern mit den wildesten Handicaps fahren. "Es ist in der Formel 1 schon wirklich verrückt, dass sie generell so übervorsichtig sind. In der MotoGP fahren sie mit gebrochenen Knöcheln und Schlüsselbeinen und so, und hier hat man einen kaputten kleinen Finger und sie wollen nicht, dass du startest", so Hamilton. "Aber glücklicherweise habe ich keine Probleme. Das medizinische Team hat einen tollen Job gemacht."

Im Gegensatz zum Briten hat sein Auto aber einige Blessuren beim Einschlag davongetragen. Auf der linken Seite waren Vorderradaufhängung, Frontflügel und Bodywork leicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Aus Sicherheitsgründen entschied sich Mercedes daher, den W07 nicht noch einmal herauszuschicken, auch wenn die Aufhängung wohl noch mitgespielt hätte. "Aber wenn sie gebrochen wäre, dann hätte das ziemlich dumm ausgesehen", sagt Hamilton.

Kritik an Randstein: "Warum etwas ändern?"

Dass es überhaupt soweit kommen konnte, lag laut dem Briten an den neuen unlackierten Randsteinen am Eingang zu Kurve 11. "Die sind sehr, sehr rutschig", sagt er und zeigt sich verwundert, wieso man an der Stelle überhaupt etwas verändern musste. "Es war eigentlich in Ordnung, wie es vorher war. Es ist schade, dass sie manchmal so etwas tun. Es hat so viele Jahre lang funktioniert, und plötzlich haben sie entschieden, etwas zu ändern. Vermutlich haben sie einfach so viel Geld, sodass sie es ausgeben müssen", schüttelt er den Kopf.

"Es liegt aber nicht an der Strecke. Ich bin selbst mit dem Rad an die falsche Stelle gekommen", stellt er aber klar. Damit hat er den Unfall für sich aber auch schon abgehakt. Teamkollege Nico Rosberg hat die Arbeit laut Team auch alleine bewerkstelligen können, sodass Mercedes alle notwendigen Daten zur Verfügung stehen. Auch muss Hamilton keine Folgen erwarten, weil das Auto leicht repariert werden kann und das Getriebe ohnehin nur für den Einsatz am Freitag gedacht war.

Mit diesem Wissen muss sich auch Hamilton nicht länger mit dem Crash befassen. "Ich schaue mir jetzt einen Film an. Ich gehe Abendessen und chill ein bisschen", sagt er lässig seine Abendgestaltung betreffend. "Ich kann eh nichts mehr dagegen tun, also hat es keinen Sinn, jetzt noch darüber nachzudenken. Ich werde den Abend genießen und morgen früh frisch zurückkehren."

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