Hockenheimring-Chef: 2016 muss alles passen, sonst...

, 16.07.2015

2016 als Schicksalsjahr? Georg Seiler hofft beim Grand Prix von Deutschland auf ein gut gefülltes Haus, denn sonst "können wir das Buch zuschlagen"

Im nächsten Jahr kehrt die Formel 1 nach einem Jahr Pause nach Deutschland zurück. In der vergangenen Woche bestätigte der Automobil-Weltverband FIA in seinem Kalenderentwurf für den 31. August 2016 den Grand Prix von Deutschland. Der Austragungsort wurde zwar noch offen gelassen, doch wie erwartet wird turnusgemäß der Hockenheimring Schauplatz des Rennens sein. "Wir haben einen Vertrag für 2016 und 2018", bestätigt Georg Seiler, Geschäftsführer der Rennstrecke, im Interview mit der 'DPA'.

Die Vorbereitungen auf das Rennen laufen bei den Streckenbetreibern bereits auf Hochtouren, noch im Juli werde der Kartenvorverkauf beginnen. Trotz des bestehenden Vertrages für 2018 sei der Grand Prix im nächsten Jahr für den Hockenheimring jedoch eine Art Schicksalsrennen, welches über die langfristige Zukunft der Formel 1 auf der badischen Rennstrecke entscheiden könne.

"Wir brauchen nächstes Jahr ein gut gefülltes Haus, damit die Formel 1 eine Zukunft hat", bekräftigt Seiler. Da müsse alles passen, sonst "können wir das Buch zuschlagen. Wir müssen dem Fan sagen: Komm' nächstes Jahr zum Rennen und sichere die Formel 1 am Hockenheimring", appelliert der Geschäftsführer an die Anhänger der Formel 1.

Seiler ist jedoch optimistisch, dass nach der Zwangspause in diesem Jahr 2016 wieder mehr Fans Lust auf Formel 1 live haben. Und dann hofft der Geschäftsführer noch auf die Mithilfe eines Landsmanns. "Nico Rosberg wird dieses Jahr hoffentlich noch Weltmeister. Dann haben wir zwei (deutsche; Anm. d. Red.) Weltmeister gegeneinander, etwas Besseres kann man nicht bieten."

Bei einem Misserfolg im kommenden Jahr stünde das Rennen 2018 zwar noch nicht zur Debatte, denn "wir haben den Vertrag bis 2018 und haben bisher unsere Verträge immer eingehalten", so Seiler. Dennoch müsse man bei weiteren Rückschlägen das Thema Formel 1 überdenken. Seiler beklagt in diesem Zusammenhang die fehlende Unterstützung von Seiten der Politik, welche die Formel 1 im Gegensatz zu anderen Nationen nicht als Imageträger sehe. "Andere Länder sehen das im Rahmen ihrer Tourismusförderung, da laufen die Gelder über andere Töpfe und die können diese Rennen problemlos veranstalten", sagt er.

Bleibt die Frage nach dem Jahr 2017, wo turnusgemäß wieder der Nürburgring mit der Ausrichtung des Rennens an der Reihe wäre. Sollte das Rennen im nächsten Jahr am Hockenheimring ausverkauft sein, würde sich nach Einschätzung von Seiler "jeder um die Formel 1 reißen, auch der Nürburgring."

Sollte man in der Eifel der Formel 1 dennoch eine Absage erteilen, würde Hockenheim unter diesen Umständen überlegen, als Austragungsort einzuspringen. Allerdings betont Geschäftsführer Seiler auch, dass man auf die Formel 1 zum wirtschaftlichen Überleben nicht angewiesen sei, im Gegenteil. "Unter den derzeitigen Gegebenheiten gehe ich in einem Jahr, wo wir keinen Vertrag haben, kein Risiko ein", so Seiler.

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