Pirellis Halbzeit-Fazit: Zu harte Reifen, zu wenige Boxenstopps

, 14.07.2015

Motorsportchef Paul Hembery gibt zu, dass Pirelli seine Vorgaben nicht erfüllt hat, wünscht sich dafür aber mehr Testgelegenheiten für den Reifenhersteller

Pirelli ist in der Formel-1-Saison 2015 wieder auf die konservative Seite gegangen. Von Bröselreifen ist in diesem Jahr nichts mehr zu merken, stattdessen dominieren Rennen mit einem Boxenstopp das Geschehen. Von den vergangenen vier Rennen in Monaco, Kanada, Österreich und Großbritannien hat der Sieger dreimal nur einen Boxenstopp benötigt, und in Silverstone wäre es ohne den einsetzenden Regen wohl ebenfalls so gewesen.

Von der Vorgabe, zwei bis drei Boxenstopps pro Grand Prix zu erreichen, ist der Reifenhersteller aktuell weit weg, schließlich waren in Monte Carlo, Montreal und Spielberg sogar die weichsten Mischungen, Soft und Supersoft, im Einsatz. Motorsportchef Paul Hembery muss einräumen, dass man die Hausaufgaben in diesem Jahr nicht ganz erfüllt hat: "Wir sind nicht dort, wo wir sein sollten", gibt er gegenüber 'Sky Sports' zu.

Das liege aber auch daran, dass Pirelli kaum Gelegenheiten zum Testen bekommt. Erst wenige Wochen vor der Saison können die Italiener ihre neuen Mischungen überhaupt mit aktuellen Boliden ausprobieren, doch mit drei Vier-Tages-Tests im Winter sowie zwei zweitägigen Testfahrten während der Saison bleiben nicht viele Tage für die Testambitionen von Pirelli übrig - zumal auch die Teams in der knappen Zeit ihr Programm durchziehen wollen.

"Wir haben keine Testmöglichkeiten. Es ist okay, uns nach Dingen zu fragen, aber wir müssen auch unseren Job machen können", hadert Hembery mit den Gegebenheiten der aktuellen Formel 1. Der Brite würde gerne den Wünschen nachgehen und für die Saison 2016 wieder Reifen zur Verfügung stellen, die zwei oder drei Stopps nötig machen, "aber wir brauchen auch eine Vereinbarung, die uns Testmöglichkeiten und bessere Informationen einräumt, damit wir versichern können, dass es auch passiert."

Im Fahrerlager gab es zuletzt vermehrt Stimmen, die sich wieder einen hohen Abbaulevel wie 2012 wünschen, als stark abbauende Reifen eine Vorhersage fast unmöglich machten. Vor allem Lotus-Pilot Romain Grosjean wünscht sich wieder Pneus, bei denen unvorsichtige Fahrer schnell einen Punkt erreichen, an dem die Reifen komplett einbrechen. "Ich glaube, das kreiert Überholmöglichkeiten", so der Franzose.

"Das ist vielleicht ein bisschen zu extrem, aber er hat Recht", stimmt Hembery der Meinung von Grosjean zu, will sich aber nicht auf einen starken Abfall festlegen: "Einige Fahrer sagen, sie wollen Reifen, die nicht abbauen, damit sie pushen können - was wir derzeit so ähnlich haben. Andere wollen einen größeren Einfluss haben, wo Fahrstil und Fähigkeiten den Unterschied machen", so Hembery. "Ich denke, wir sollten uns irgendwo in der Mitte treffen."

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