"Im Paradies": Stewart verhöhnt gestresste Formel-1-Stars

, 30.03.2016

Der frühere Motorsport-Workaholic erkennt im Mammut-Rennkalender keine Herausforderung: Konkurrenz und Zeitplan seien zu seinen Zeiten härter gewesen

Formel-1-Legende Jackie Stewart hat kein Verständnis für das Wehklagen, wenn es um den auf 21 Rennen erweiterten Rekord-Rennkalender Formel 1 geht. Zumindest bezüglich der Piloten hält sich sein Mitglied in Grenzen, schließlich spürt er nichts von physischer und psychischer Überbelastung. "Wenn die Fahrer mir heute erzählen, dass sie ausgelaugt sind, kann ich nur lachen", spottet der 76-Jährige im Gespräch mit 'auto motor und sport' und erinnert sich an den Reisestress, den er einst auf sich nahm.

Stewart überflog nach eigener Aussage in seinem Weltmeisterjahr 1971 genau 86 Mal den Atlantik, um neben seinen Verpflichtungen in der Königsklasse auch in der CanAm-Serie an den Start zu gehen, als Firmenrepräsentant für Ford zu fungieren und als TV-Experte zu wirken. Der für seine Vielseitigkeit am Volant und seinen Rennhunger bekannte Schotte unterstreicht: "Ich fuhr Formel 1, Formel 2, Sportwagen, Tourenwagen, GT-Autos, Indianapolis. Ich meine, da leben Fahrer heute im Paradies."

Selbst Stirling Moss sei in den Fünfzigerjahren mehr gefahren, meint Stewart. Die Konzentration auf den Hauptjob ist jedoch auch den Vorgaben der Teams geschuldet, die ihre Piloten keinem Risiko aussetzen wollen. Hinzu kommen Sponsorenverträge und übrige juristische Zwänge - denn McLaren-Star Fernando Alonso hätte genau wie Red-Bull-Ass Daniel Ricciardo die 24 Stunden von Le Mans bestreiten können, jedoch schoben ihre Arbeitgeber dem Trip an die Sarthe einen Riegel vor.

Außerdem glaubt Jackie Stewart, dass die Konkurrenzsituation in der Formel 1 nicht mehr auf dem gleichen Niveau wäre wie zu seiner aktiven Zeit. Er meint: "Wir hatten Graham Hill, Jim Clark, Jack Brabham, Jochen Rindt, Francois Cevert, Mario Andretti und, und, und. Wichtiger aber: Die Autos waren alle auf einem ähnlich hohen Niveau", schätzt er bei 'Auto Bild motorsport' und nennt den Ford-Cosworth-Motor als faktisches Einheitstriebwerk - abgesehen von Ferrari - als Grund dafür.

"Das hat den Fahrer natürlich wichtiger gemacht und die Rennen spannender. Heute ist das leider anders." Die Dominanz einzelner Teams sei so groß, dass Piloten in schwächeren Autos sich nicht mehr beweisen könnten und Talente wie Nico Hülkenberg den Sprung in die Sportwagen-Szene nutzen müssten, um auf sich aufmerksam zu machen. Das ist aus genannten Gründen aber immer schwieriger.

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