Kurbelwellenlager: Motorschaden von Lewis Hamilton geklärt

, 06.10.2016

Mercedes kennt die Ursache für den Motorschaden von Lewis Hamilton in Malaysia und ergreift vor dem Grand Prix von Japan besondere Sicherheitsmaßnahmen

Das Mercedes-Team hat vor dem Grand Prix von Japan in Suzuka geklärt, warum Lewis Hamiltons Motor beim Grand Prix von Malaysia in Runde 41 in Führung liegend kaputt gegangen ist. Der Grund war, dass sich eines der Kurbelwellenendlager festgerieben hatte. Das löste den kapitalen Motorschaden aus.

Vorherige Warnsignale dafür gab es nicht. Als Hamilton durch die Haarnadel vor Start und Ziel fuhr, begann zwar der Öldruck zu sinken, aber schon ein paar Sekunden später spuckte sein Mercedes Feuer und Qualm. Der Motor wurde noch am Sonntagabend in Sepang auf die Reise nach Brixworth geschickt, wo er am Dienstag eintraf. Anschließend begann die genaue Untersuchung, die mit der Identifikation des defekten Kurbelwellenlagers endete.

Hamilton hatte den kaputten Motor in Spa-Francorchamps in seinen Pool für diese Saison gezogen. Die Laufleistung lag erst bei 618 Kilometern. In Suzuka wird der Vorjahressieger mit jenem Motor fahren, den er schon in Singapur eingebaut hatte. Bei Teamkollege Nico Rosberg bleibt der Malaysia-Motor drin. Beide haben für die letzten fünf Grands Prix im WM-Kampf praktisch gleiche Motorenressourcen zur Verfügung.

Der einzige Unterschied: Weil er in Spa-Francorchamps neue Motoren in seinen Pool gezogen hat, stehen Hamilton zwei Antriebseinheiten der dritten Token-Ausbaustufe zur Verfügung und eine der zweiten. Bei Rosberg sind alle Aggregate Modell Stufe zwei. Sechs Token könnte Mercedes theoretisch noch ziehen und eine vierte Stufe entwickeln. Da die Konstrukteurs-WM aber schon so gut wie gewonnen ist, kann man sich das eigentlich sparen.

Vor dem Grand Prix von Japan geht Mercedes kein Risiko ein. Die für die drei Kundenteams geplante Einführung der dritten Ausbaustufe wird verschoben. Außerdem gelten sowohl für das Werksteam als auch für die Kundenteams neue Parameter, was den Betrieb der Motoren angeht. So könnte jener Motorenmodus aus Sicherheitsgründen außen vor gelassen werden, der am meisten Performance bietet - zum Beispiel im Qualifying.

Warum sich das Kurbelwellenlager festgerieben hat, das haben die Mercedes-Ingenieure übrigens noch nicht herausgefunden. Die Ölversorgung war bis zum plötzlichen Druckabfall in Kurve 15 in Ordnung. Außerdem trat der Schaden nur in einem der sechs Zylinder auf. Alle anderen wären tadellos weitergelaufen. Eine noch tiefergehende Ursachenforschung ist aber schwierig - weil der Schaden am Motor dafür zu groß ist.

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