Marchionne lästert über Zetsche: "Anfangs etwas arrogant"

, 06.01.2016

Der Ferrari-Präsident nimmt von dem Versprechen, in Australien zu siegen, Abstand - Ein verspäteter Beginn der 2016er Entwicklung sei "keine Entschuldigung"

Ehe im März auf der Rennstrecke der erste Lack ausgetauscht wird, wird bei Ferrari bereits kräftig gegen Mercedes ausgeteilt. In der roten Ecke: Präsident Sergio Marchionne, der seinem Daimler-Amtskollegen Überheblichkeit unterstellt. "Ich erinnere mich daran, dass Dieter Zetsche - obwohl wir Freunde sind - zu Beginn etwas arrogant gegenüber Ferrari aufgetreten ist", sagt der Italiener.

Der Umgang mit dem Vorstandsvorsitzenden der Stuttgarter hätte sich jedoch gebessert, seitdem die Scuderia in der abgelaufenen Formel-1-Saison auf die Siegerstraße zurückgekehrt ist und sich als zweite Kraft im Startfeld etabliert hat. "Etwas davon ist verschwunden, aber nicht alles, weil sie wieder den Weltmeistertitel geholt haben", spielt Marchionne auf die sportliche Vorreiterrolle der Silberpfeile an, stellt aber fest: "Spricht man jetzt mit ihm, respektiert er Ferrari mehr."

Marchionne will dafür sorgen, dass daraus bald noch mehr Achtung wird: "Wir verfügen über genügend Zeit und die finanziellen Mittel, um im Rahmen des Reglements das Richtige zu tun", warnt er den Platzhirsch. Seine wiederholten Versprechen, Mercedes schon im Winter zu überholen, relativiert der Italiener jedoch im gleichen Atemzug: "Mich darauf festzulegen, ob wir gewinnen oder nicht, wäre sehr mutig", bremst er die Erwartungen für den Grand-Prix-Auftakt in Melbourne.

Grund dafür sei aber nicht, dass sich Ferrari bei der Entwicklung auf den SF15-T konzentrierte und die Ressourcen erst spät dem neuen Boliden hätte zukommen lassen: "Maurizio (Teamchef Arrivabene; Anm. d. Red.) wird sagen, dass wir einiges verschoben hätten, damit wir das 2015er Auto fertigbekommen." Allen voran beim Chassis steht die Scuderia deshalb noch nicht da, wo sie stehen könnte. Doch Marchionne ist zuversichtlich und sieht im Zeitplan "keine Entschuldigung".

Er prognostiziert: "Wir sind das Auto für 2016 mit einer klaren Idee und einer klaren Umsetzung angegangen. Es ist extrem unwahrscheinlich, dass wir Mercedes nicht ordentlich herausfordern." Unterschätzen will Marchionne Mercedes schon aufgrund des hinter dem Team stehenden Konzerns nicht. Er rechnet mit Verbesserungen am Auto, die in Brackley über im Winter gelungen sind.

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