Marchionne macht Räikkönen Druck: "Es liegt an ihm"

, 29.06.2016

Ferrari-Präsident Sergio Marchionne macht Kimi Räikkönen Druck - Eine Vertragsverlängerung hängt von der Performance des Finnen ab

"Es liegt an ihm. Kimis Verbleib bei Ferrari hängt von seiner Performance ab", findet Ferrari-Präsident Sergio Marchionne in der 'Gazzetta dello Sport' deutliche Worte für einen seiner beiden Fahrer. Kimi Räikkönen zeigte bisher eine Saison mit Höhen und Tiefen. Der Finne stand bisher zweimal als Zweiter und einmal als Dritter auf dem Podest und hat 15 WM-Punkte weniger auf dem Konto als Sebastian Vettel. Ferrari hält nach acht von 21 Rennen die Plätze drei und vier in der Fahrerwertung.

Während Vettel die Nummer 1 bei der Scuderia ist, ist weiterhin offen, ob Räikkönen auch im nächsten Jahr bleiben wird. Sein Vertrag läuft mit Saisonende aus. "Er muss zeigen, dass er seinen Platz verdient. Andernfalls wird er meiner Meinung nach selbst nicht weitermachen wollen", glaubt Marchionne und fügt hinzu: "Es wird auch der Tag kommen, an dem ich nicht mehr hier sein werde." Es liegt aber auch an Ferrari, denn im laufenden Jahr ist man noch sieglos. Der Rückstand auf Mercedes beträgt bereits 81 WM-Punkte.

Im Winter waren die Hoffnungen groß, dass man mit dem SF16-H die Lücke zu Mercedes schließen kann. Es wurden und werden auch kontinuierlich Fortschritte erzielt, doch die Performance ist zu schwankend. War Ferrari in Kanada an den Silberpfeilen dran, fuhr man zuletzt in Baku wieder chancenlos hinterher. Das Potenzial scheint vorhanden zu sein, doch Ferrari gelingt es offenbar nicht auf jeder Strecke, das Optimum aus dem Paket herauszuholen.

Deswegen findet auch Marchionne, dass die Stabilität im Vergleich zum Mercedes F1 W07 nicht so gut ist: "Der SF16-H ist im Vergleich zum Vorgänger ein neues Auto. Obwohl das Design großartig aussieht, gab es auf der Strecke einige Ergebnisse, die nicht unseren Erwartungen entsprachen. Wir versuchen das zu lösen und zu verstehen, was wir tun müssen, um die Performance zu verbessern. Es ist ein schwieriges Auto", gibt der Manager zu.

Seit Räikkönens WM-Titel 2007 wartet der berühmteste Rennstall der Welt auf eine Weltmeisterschaft, obwohl man in all den Jahren mehrmals nur knapp gescheitert ist. Dennoch schmerzt so eine Durststrecke, denn Ferrari ist zum Siegen verdammt. Der Druck ist höher als bei anderen Rennställen. Auch wenn Mercedes derzeit alles im Griff hat, will Marchionne die Saison noch nicht abschreiben: "Ich glaube immer noch, dass wir den Titel gewinnen können. Es sind noch viele Rennen zu fahren und alles kann passieren."

Sollte Ferrari es schaffen, die Performance des Autos auf den Punkt zu bringen, dann könnte es wie zum Beispiel in Kanada Chancen geben. Dieser Prozess ist aber kompliziert und dauert. Hinter den Kulissen wird fieberhaft gearbeitet. Da Marchionne und Teamchef Maurizio Arrivabene keine Techniker sind, die das Auto schneller machen können, versuchen sie im Management und auf menschlicher Ebene das Team zu optimieren.

"Ein großes Problem ist, den Menschen Chancen zu ermöglichen, die nicht in der ersten Reihe stehen", sagt Marchionne. "Uns fehlt es nicht an Personal, wir haben genug Talente. Gemeinsam mit Maurizio habe ich alle Mitarbeiter getroffen. Selbst jene, die nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie sich verdienen. Wir wollen ihnen Chancen geben, ihre Fähigkeiten zu zeigen. Wir brauchen Zeit, während es Änderungen gibt. Wir wollen das Team abrunden. Resultate kommen nicht über Nacht. Es braucht Zeit, um greifbare Ergebnisse zu erzielen, die wahrscheinlich 2017 kommen werden."

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